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Förderschule bekommt modernen Neubau

Beim Architektenwettbewerb steht der Sieger fest. Jetzt muss das Landratsamt nur noch das Geld für den Bau beschaffen.

Von Matthias Weigel

Die Fassade ist grau und feucht, der Putz bröckelt, die Fenster sind zugemauert. Das alte Haus 3 an der ehemaligen Schillerschule in Döhlen, einst Internat, später Schulhort, steht seit Jahren leer. Zuletzt holten die Metalldiebe, was noch zu holen war. Nun steht fest: Das verfallende Gebäude wird abgerissen. Auf dem Platz entsteht voraussichtlich ab kommendem Jahr ein viergeschossiger Neubau für die Schule zur Lernförderung an der Zauckeroder Straße.

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Der Campus-Entwurf der Büros Rieger-Architektur, Wapenhans&Richter und Blumelandschaftsarchitekten (alle aus Dresden) mit dem Neubau des Hauptgebäudes vorn quer und der Turnhalle längs dahinter belegte den zweiten Platz. Fotos: Eric Münch
Der Campus-Entwurf der Büros Rieger-Architektur, Wapenhans&Richter und Blumelandschaftsarchitekten (alle aus Dresden) mit dem Neubau des Hauptgebäudes vorn quer und der Turnhalle längs dahinter belegte den zweiten Platz. Fotos: Eric Münch
Dieser Vorschlag der Büros RBZ AG Zimmermann, Raum und Bau BDA, UKL Ulrich Krüger und Simon Ingenieure (alle Dresden) hat die Turnhalle platzsparend im Unter- und Erdgeschoss des Neubaus integriert. Er landete auf dem dritten Platz.
Dieser Vorschlag der Büros RBZ AG Zimmermann, Raum und Bau BDA, UKL Ulrich Krüger und Simon Ingenieure (alle Dresden) hat die Turnhalle platzsparend im Unter- und Erdgeschoss des Neubaus integriert. Er landete auf dem dritten Platz.

Der Landkreis als Träger der zweizügigen Einrichtung hat diese Woche den Architektenwettbewerb beendet, der für das Vorhaben im Umfang von rund 10,5 Millionen Euro ausgerufen worden war. Zuvor hatte sich der Kreistag für den Neubau und Erhalt des Standortes ausgesprochen. Eine Sanierung wäre zu teuer gewesen. Insgesamt 25 Ingenieur- und Architektenbüros beteiligten sich am Wettbewerb. Als Sieger hat eine Jury aus Vertretern des Landratsamtes und Architekten einstimmig den Entwurf der Büros „AWB Architekten, Werner Bauer, Dresden“, „Landschaftsarchitektur Frase, Dresden“ und „Pahn Ingeniere, Cottbus“, ausgewählt.

Sanierung im laufenden Betrieb

„Der ausgewählte Entwurf entspricht den gestellten Anforderungen am meisten“, erklärt die zuständige Beigeordnete aus dem Landratsamt, Kati Hille. Die Jury lobt die Verbindung der zwei Neubauten mit dem denkmalgeschützten Bestandsgebäude als „überzeugende Gesamtkomposition, die auch dem schwierigen Geländeverlauf angemessen Rechnung trägt“. Ausschlaggebend für die Wahl waren auch die gelungene Frei- und Sportflächengestaltung und die Umsetzung des vorgegebenen Raumprogramms. Kleinere Nachbesserungen, wie bei der barrierefreien Erschließung, der Fassadengestaltung, der Nutzung des Altbaus und der Wege hat die Jury in ihrer Begründung bereits angeregt.

Vorgabe war es, den Standort im laufenden Betrieb zu sanieren. Mit dem Schulneubau anstelle des alten Internats kann das gewährleistet werden. 220 Kinder mit Lernschwierigkeiten aus Freital und Umgebung lernen hier. Dass der denkmalgeschützte Altbau, in dem u. a. der von der Awo betriebene Hort untergebracht ist, erhalten bleibt und saniert wird, war ebenfalls eine Vorgabe. Abgerissen wird später hingegen die alte Schillerschule, ein Plattenbau Typ Dresden. Die 2005 von der Stadt wegen sinkender Schülerzahlen geschlossene Mittelschule war 2008 an den Kreis zur Nutzung übertragen worden. Seitdem konnten hier die Schüler der Förderschule L untergekommen. Doch das Gebäude ist ebenfalls baufällig. Anstelle des Baus soll eine Einfeld-Turnhalle entstehen. Die alte Turnhalle auf dem Gelände ist ebenfalls marode und wird später abgerissen. Der neue Sportplatz soll neben der Halle untergebracht werden. Das jetzige Areal ist verwildert und soll im Zuge der jetzigen Pläne veräußert werden.

Als nächster Schritt sollen nun die nötigen Fördermittel beantragt werden, um das Vorhaben zügig umzusetzen. Die Stadt unterstützt die Bemühungen des Kreises. So sollen bis zu 7,6 Millionen Euro aus der Stadtentwicklung fließen.

Freital hatte das Stadtviertel bereits vor Jahren zum Stadtumbaugebiet erklärt und so Fördermittel von Land und Bund eingeworben. Umgesetzt wurden mit Hilfe der Gelder u. a. die Neugestaltung des alten Dorfangers oder der Neubau der Kita Storchenbrunnen.