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Förster schlägt Weihnachtsbaum selbst

Michael Krujatz sucht nicht den schönsten aus. Er wählt ein Exemplar, dass bei der Pflege weichen müsste.

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Von Bernhard Donke

Sonnabendvormittag, ein kalter, aber sonniger Wintertag – eine Woche vor dem Weihnachtsfest. Hoher Schnee liegt in dem jungen Kiefernbestand am Gemeindeberg zwischen Sproitz und Steinölsa. Während die meisten Familien ihren Weihnachtsbaum bereits bei einem Händler oder im Supermarkt gekauft haben, ist Michael Krujatz unterwegs zu „seinem Baum“, bewaffnet mit einer Bügelsäge.

Krujatz ist Revierförster und Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Steinölsa. Für ihn komme gar nichts anderes in Frage als ein selbst geschlagener Baum, sagt er. Eine Nordmanntanne – weil sie kaum nadelt und wegen ihrer Standhaftigkeit bei vielen Familien klar der Favorit unter den Weihnachtsbäumen – habe in seiner Familie keine Chance. „Wir schwören auf die heimische Kiefer oder Fichte“, sagt Krujatz.

Schon im Herbst hält der Förster Ausschau nach einem geeigneten Exemplar – in dem von ihm verwalteten jungen Kiefern- und Fichtenbeständen. Dabei geht es ihm nicht darum, dass der Baum wie eine Eins gewachsen ist. „Ich wähle einen aus, der bei der Pflege im nächsten Jahr ausgesondert werden muss“, sagt er. Da der Baum erst wenige Tage vor dem Weihnachtsfest geschlagen wird, kommt er ganz frisch ins Wohnzimmer und behält die Nadeln lange. Und ist das Aussehen nicht ganz so, wie gewünscht? „Dann schaffe ich mit Bohrer und kleinen Ästen Abhilfe“, sagt er.