merken
PLUS

Forschen für den Umweltschutz

Das Kurt-Schwabe-Institut arbeitet an der Entwicklung miniaturisierter Sensoren. Sie sollen sichtbar machen, was sich im Boden verbirgt.

Anastasiya Svirepa, Masterstudentin der Bioinformatik und Molekularbiologie, arbeitet im Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik in Meinsberg an einem Ganzzellensensor zum Feststellen von Arzneimittelrückständen in Abwässern.
Anastasiya Svirepa, Masterstudentin der Bioinformatik und Molekularbiologie, arbeitet im Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik in Meinsberg an einem Ganzzellensensor zum Feststellen von Arzneimittelrückständen in Abwässern. © Dietmar Thomas

Meinsberg. Die Deutschen schlucken jährlich rund 30 000 Tonnen Arzneimittel. Davon sind etwa 8 000 Tonnen für die Umwelt gefährlich. Aber die Menschen nehmen die Arznei nicht nur zu sich, sondern scheiden etwa die Hälfte, also 4 000 Tonnen, auch wieder aus. Diese Reste gelangen dann ins Wasser und den Boden. Welche Auswirkungen das auf den Boden hat, das sollen künftig miniaturisierte Sensoren zutage fördern.

An der Entwicklung solcher Sensoren für die Landwirtschaft arbeitet das Kurt-Schwabe-Institut in Meinsberg. Unterstützung erhält es dabei vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben Vertreter der Einrichtungen beim Fachforum „Sensorik“ in Meinsberg unterzeichnet.

Anzeige
Jetzt mitmachen: #ddvlokalhilft-Umfrage
Jetzt mitmachen: #ddvlokalhilft-Umfrage

Händler ganz aus der Nähe trotzen mit spannenden Ideen der Krise. Überraschungen und Überraschendes! Unser Newsblog:

Zukünftig wollen die Kooperationspartner enger zusammenarbeiten bei der Entwicklung, Charakterisierung und Integration kleinster, feldtauglicher Sensoren, die im Gewässer- und Bodenschutz, der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe und bei Smart Farming (Landwirtschaft mit intelligenter Technik) eingesetzt werden können.

Das Forum sei eine Idee des Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt (CDU) gewesen, als er vor einem Jahr das Kurt-Schwabe-Institut besucht hat, erklärte dessen Direktor Professor Michael Mertig. Ein Jahr lang habe der Minister die Vorbereitungen für das Forum begleitet, zu dem rund 80 Experten aus Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie kleinen und mittelständigen Unternehmen angereist waren.

Umweltminister Schmidt bezeichnete das Meinsberger Institut als Leuchtturm, den es selbstverständlich auch im ländlichen Raum geben könne. Das Ergebnis einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts Halle, nach der nur noch Zentren gefördert werden sollten, gehe an der Realität vorbei. „Wer hierher kommt, sieht, dass man auf dem Land nicht nur gut schlafen, sondern auch gut arbeiten und forschen kann“, so Schmidt.

Das Kurt-Schwabe-Institut betreibt mittlerweile seit 74 Jahren in Meinsberg Forschung und Entwicklung. Derzeit auf drei Gebieten: der elektrochemischen Sensorik, der Hochtemperatur-Gas-Sensorik und der biologisch-physikalischen Sensorik. „Ende 2018 haben wir außerdem eine Nachwuchsforschergruppe installiert“, so Michael Mertig.

Ein Thema gewinne auch in Meinsberg an immer größerer Bedeutung: Wie können Belastungen, die in der Umwelt vorhanden sind, mit modernen Messmethoden erfasst und anschließend zurückgedrängt werden? „Wir reden nur noch, verbieten, bestrafen oder verursachen ein schlechtes Gewissen. Aber wir brauchen intelligente Lösungen“, meinte Thomas Schmidt. 

Dafür bestünden in Sachsen beste Voraussetzungen. Es gäbe fachkundige Unternehmen, ein dichtes Netz an exzellenten Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sogar einen eigenen Lehrstuhl für die Mobilfunkgeneration 5G an der TU Dresden.

Man brauche keine Alibiveranstaltungen sondern konkrete Projekte. Solche, die den Natur- und Umweltschutz stärken, wurden während des Fachforums vorgestellt. Dazu gehörte unter anderem auch das Smart Farming mit Stickstoff-, Pflanzenschutz- und Herbizidsensoren bei der Agricon GmbH Ostrau.


Weitere lokale Nachrichten: www.sächsische.de/doebeln

Die Nachrichten aus der Region Döbeln und aus dem Landkreis Mittelsachsen vom nächsten Tag gibt es jetzt schon am Abend in unserem neuen DA-Newsletter. Kostenloser Bestell-Link: http://szlink.de/Newsletter_Doebeln