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Forschungsschiff auf der Elbe unterwegs

Bei Zehren, Riesa und an weiteren Orten werden Messungen vorgenommen. Sie sind Teil einer groß angelegten Forschungsinitiative.

Das Forschungsschiff "Albis" vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung beim Ablegen in Magdeburg im vorigen Jahr. Kürzlich war es auch bei Riesa zu sehen.
Das Forschungsschiff "Albis" vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung beim Ablegen in Magdeburg im vorigen Jahr. Kürzlich war es auch bei Riesa zu sehen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Region. Dieses blau-weiße Wasserfahrzeug mag dem ein oder anderen aufgefallen sein: Vergangene Woche war das Forschungsschiff  "Albis" auf der Elbe bei Riesa unterwegs. Das Ganze ist im Rahmen einer neuntägigen Expedition passiert: Auf der 580 Kilometer langen Strecke zwischen Schmilka nach Geesthacht bei Hamburg nehmen Wissenschaftler des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) derzeit Messungen vor. 

Untersucht werden dabei Wassertemperatur und Sauerstoffkonzentration, aber auch die Konzentration von Nährstoffen und Schwermetallen sowie die Biomasse im Wasser schwebender Mikroalgen.

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Untersuchungen von Schmilka bis Sylt

Gemessen wurde nach UFZ-Angaben unter anderem am 5. August in Zehren sowie am selben Tag an der Riesaer Elbbrücke. Um ein möglichst genaues Bild zu bekommen, wurden die Proben jeweils links- und rechtsseitig sowie in der Flussmitte genommen. 

Ausgangspunkt der Untersuchung ist, dass in Mitteleuropa einerseits Starkregen und Überflutungen zunehmen, andererseits aber auch Hitze- und Trockenperioden. Um besser zu verstehen, wie das langfristig die Umwelt verändert, wurde die groß angelegte Forschungsinitiative mit Namen "Moses" ins Leben gerufen, an der insgesamt neun Helmholtz-Forschungszentren beteiligt sind. Die Testkampagne "Elbe 2020" ist Teil der Moses-Initiative.

Gestartet war die Elb-Testkampagne am 4. August. Geesthacht soll am 12. August erreicht werden. Vom 24. bis 28. August sollen die Messungen zwischen Geesthacht und Cuxhaven auf dem Forschungsschiff  "Ludwig Prandtl" fortgesetzt werden, ehe im dritten Abschnitt Küstenforschungsschiffe  verschiedener Institute in der Nordsee zwischen den ostfriesischen Inseln bis nach Sylt unterwegs sind.

 Das Besondere dabei: Die jeweiligen Messkampagnen werden mit denselben Instrumenten durchgeführt; die Forscher geben sie nach Abschluss des jeweiligen Elbabschnitts auf den nächsten Abschnitt weiter. Das soll die Daten besser vergleichbar machen.

Forschungsbericht nicht auf Deutsch

Wer wissen will, was bei den Forschungen herausgekommen ist, wird sich noch eine Weile gedulden müssen – und kann bis dahin sein Englisch verbessern. Denn wie die Helmholtz-Forscher auf Nachfrage mitteilten, wird die Auswertung der Messdaten mehrere Monate dauern. 

Die Ergebnisse würden zudem in englischsprachigen Fachzeitschriften veröffentlicht; ein deutscher Forschungsbericht sei nicht geplant. Allerdings gebe es regelmäßig öffentliche Vorträge zu den Forschungen, hieß es von einem der beteiligten Forscher. 

Dass das Forschungsschiff Albis in der Nähe unterwegs war, ist übrigens nicht das erste Mal vorgekommen: Bereits 2019 war es im Elbland unterwegs. Dieses Jahr ging es aber nicht nur um die Nährstoffaufnahme der Algen in der Binnenelbe, "sondern es wird anschließend auch untersucht, welche Folgen dieser gesteigerte Eintrag von Algen und der verringerte Eintrag von gelösten Nährstoffen in die Küstengewässer auf das dortige Wachstum mariner Algen haben." 

Ähnlich sei es mit den Veränderungen organischer Verbindungen wie zum Beispiel Kohlehydraten und Huminstoffen, die in den Flüssen auf ihrem Weg ins Meer durch mikrobiologische Prozesse umgesetzt werden. "Schließlich bestimmen diese entscheidend, welche Mengen der klimarelevanten Gase Kohlendioxid und Methan aus Flüssen und Küstengebieten freigesetzt werden." (SZ)

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