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Forstgarten wird neuer Trauungsort

Ab 2020 sollen sich Paare in der Tharandter Naturkulisse das Jawort geben können. Noch gibt’s aber Details zu klären.

Ja, ich will! Inmitten der einzigartigen Natur des Forstbotanischen Gartens in Tharandt sollen bald Eheversprechen möglich sein.
Ja, ich will! Inmitten der einzigartigen Natur des Forstbotanischen Gartens in Tharandt sollen bald Eheversprechen möglich sein. © Karl-Ludwig Oberthür

Diese Kulisse ist einmalig – geradezu geschaffen für diesen einmaligen Tag. Inmitten des Forstbotanischen Gartens in Tharandt sollen sich Heiratswillige in Zukunft das Eheversprechen geben können. Diese Idee keimte schon vor zwei Jahren in der Forststadt auf und sollte eigentlich alsbald umgesetzt werden. Doch bisher konnte im Herzen der Natur noch kein Jawort ausgesprochen werden. Warum?

„Wir verfolgen die Idee der Trauungen natürlich weiter“, sagt Ulrich Pietzarka, Kustos des Forstbotanischen Gartens in Tharandt. Man habe sich aber bei den Abstimmungen mit allen Beteiligten mehr Zeit gelassen. Mit dem schnellen Jawort sei es nicht getan. Der standesamtliche Schritt müsse gut bedacht sein – nicht nur für das Brautpaar. So gebe es Regularien, wie ein Ort für Trauungen geschaffen sein muss und welche Ausstattung es für die Zeremonien braucht, erklärt Pietzarka. „Dies ist mit dem Standesamt der Stadt abzuklären und vonseiten des Forstgartens müssen wir natürlich auch schauen, was wir dazu ohne übermäßigen Aufwand beitragen können“, erklärt er. Beispielsweise sei es nicht möglich, den Garten während der Trauungen oder Hochzeitsfeiern für andere Besucher zu sperren. Auch das Wetter stellt eine Herausforderung für die Planungen der Zeremonien unter freiem Himmel dar. „Da aus meiner Sicht bei all diesen Überlegungen und Abstimmungen vor allem die Bedürfnisse des Hochzeitspaares im Mittelpunkt stehen müssen, wollen wir hier sehr genau sein“, sagt Pietzarka.

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Nicht nur zwischen der Stadt Tharandt und dem Forstgarten besteht Abstimmungsbedarf. Auch der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), der den Freistaat Sachsen als Eigentümer der Fläche vertritt, muss mitziehen. Es habe schon 2017 Kontakt zwischen der Tharandter Stadtverwaltung und dem Staatsbetrieb hinsichtlich der Pläne gegeben. Im SIB habe man dazu „grundsätzlich Einverständnis signalisiert“, teilt Tobias Lorenz vom Staatsbetrieb mit. Allerdings könne das SIB für derartige Veranstaltungen keine zusätzlichen Leistungen hinsichtlich der Bewirtschaftung und Verkehrssicherung übernehmen. Die Entscheidung, wie der Forstgarten während der Trauungen und anschließenden Feiern genutzt werden könne, obliege der TU Dresden, in deren Händen sich die Tharandter Parkanlage befindet. So sei beispielsweise zu klären, ob in dem Areal ein Pferdewagen erlaubt ist, ob die Gesellschaft die Verliebten mit Papierschnipseln oder Reiskörnern hochleben lassen darf und in welchem Umfang die Beschallung durch Musik möglich ist. Diese Umstände werden derzeit geprüft. Es liege bereits ein Vertragsentwurf der TU Dresden mit der Stadt Tharandt vor, erklärt Ulrich Pietzarka. Er geht davon aus, dass an einigen wenigen Tagen im kommenden Jahr Trauungen im Forstbotanischen Garten stattfinden können.

In der Tharandter Stadtverwaltung zweifelt man nicht daran, dass dieses Angebot angenommen wird. In der Vergangenheit habe es immer wieder mal Anfragen im Rathaus nach alternativen standesamtlichen Trauungsorten gegeben. Denn bisher können Heiratswillige nur im Trausaal des Rathauses den Bund fürs Leben schließen. 2018 waren es nach Angaben der Stadt 68 Paare, die sich hier ewige Liebe schworen. Für dieses Jahr gibt es bisher immerhin 42 Heiratswillige. Bis Ende September sei der Trausaal ausgebucht, sagt Stadtsprecher Alexander Jäkel. Neue Reservierungen bleiben vorerst auch nur diesem vorbehalten. Anmeldungen für Trauungen im Forstgarten seien noch nicht möglich.

Dass die Idee zum neuen Trauungsort inmitten der Natur weiter verfolgt wird, freut Annett Borgwardt. Die Chefin der Tharandter Spezialitätenmanufaktur bemühte sich gemeinsam mit ihrem Bruder André und weiteren Akteuren ebenfalls schon 2017 darum, das Projekt Heiraten im Forstgarten zu unterstützen. Dafür gründeten sie damals extra die Plattform mit dem kreativen Namen „Er hat Nein gesagt“, ein Netzwerk, das unter anderem Floristen, Dekorateur, Bäcker und Caterer vereint und sich mit einem Rundum-sorglos-Paket um alles für das Brautpaar kümmern will. Es wäre toll, wenn die Pläne 2020 umgesetzt würden, meint Borgwardt und auch das Netzwerk dann wiederbelebt werde.

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