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Fotografische Zeitensprünge

Eine neue Ausstellung in der Sorbischen Kulturinformation in Bautzen zeigt Bilder von Lausitzer Sorben, die im Abstand von 25 Jahren aufgenommen wurden.

© Miriam Schönbach

Von Carmen Schumann

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Bautzen. Ein Vierteljahrhundert, das ist eine lange Zeit. Aus Kindern werden Leute. Für den Fotografen Andreas Varnhorn aus Bad Vilbel in der Nähe von Frankfurt am Main war es eine spannende Angelegenheit, Menschen noch einmal zu treffen, die er vor 25 Jahren fotografiert hatte. Als Student der Fotografie hatte sich Andreas Varnhorn in der Wendezeit ab 1990 hauptsächlich in Berlin umgetan. Durch einen Fernsehbeitrag wurde er auf die Lausitzer Sorben aufmerksam, von denen er bis dahin noch nie etwas gehört hatte. Er nahm Kontakt mit der Domowina auf, die ihn gerne weitervermittelte. „Mein erster Kontakt bahnte sich mit der Schule in Ralbitz an, von dort wurde ich immer weitergereicht“, erinnert sich der Fotograf. Insgesamt hielt sich Andreas Varnhorn 1992 dreimal in der Lausitz auf, hauptsächlich zu den kulturellen Höhepunkten, wie dem Osterreiten, dem Maibaumwerfen und Fronleichnam. Dabei porträtierte er unter anderem den Hochzeitsbitter Marko Jurk und den Holzbildhauer Nikolaus Dürlich. Doch auch Bilder aus dem alltäglichen Leben sind entstanden, so beim Besuch einer Krankenschwester bei ihrer Patientin, im Kindergarten oder im Tante-Emma-Laden.

Andreas Varnhorn, der mit dem Bildmaterial, das seinerzeit in der Lausitz entstand, seine Abschlussarbeit als Fotodesigner vorlegte, ist mittlerweile 56 Jahre alt und arbeitet freiberuflich. Vergangenes Jahr war er Teilnehmer einer Gruppenausstellung im Kulturzentrum „Haus am Dom“ in Frankfurt am Main. Auf seine Anfrage, ob Interesse besteht, seine Bilder von 1992 in einer Gegenüberstellung mit Bildern von heute zu zeigen, erntete er begeisterte Zustimmung. Also machte sich der Fotograf im vergangenen Jahr erneut auf den Weg in den Osten Deutschlands, um seine Protagonisten von damals wiederzutreffen.

Das Projekt fortschreiben

Die Ergebnisse seiner Arbeit waren zum Jahresende im „Haus am Dom“ in Frankfurt zu sehen. Nach dem Ausstellungsende hat Andreas Varnhorn sie verpackt, um sie nun in Bautzen in der Sorbischen Kulturinformation und im gesamten Haus der Sorben zu zeigen. Die Mehrzahl der Bilder von 1992 sind Originalabzüge in Schwarz-Weiß. Ihre Pendants aus der Jetztzeit wurden in Farbe aufgenommen und auf Aluminiumplatten gedruckt. Es sei ihm eine Freude gewesen, mit den Protagonisten seiner Bilder wieder ins Gespräch zu kommen, sagt Andreas Varnhorn. Er nutzte die Gelegenheit, die Gespräche aufzuzeichnen und die Interviews nun den Bildern beizuordnen. Die Gespräche drehten sich vor allem um das Thema „Heimat“. Ihm sei aufgefallen, dass die Sorben eine besonders enge Bindung an ihre Heimat haben. Selbst wenn sie zur Ausbildung fortzogen, sind sie in ihrer Mehrzahl zurückgekehrt. Insgesamt sind in der Ausstellung 80 Fotografien zu sehen.

Andreas Varnhorn freut sich auf die Ausstellungseröffnung am Mittwoch. Er hat dafür extra sein Equipment mitgebracht. Denn er hofft, dass viele derjenigen, die er vor 25 Jahren aufgenommen hat, sich noch daran erinnern und zu der Veranstaltung erscheinen. Dann möchte er auch diese Menschen fotografieren und damit das Projekt – in welcher Form auch immer – fortschreiben.

Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch um 18 Uhr in der Sorbischen Kulturinformation, Postplatz 2 statt. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 10 bis 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.