SZ +
Merken

Fotokunst eröffnet neue Ausstellungsräume

Am Sonnabendnachmittag wurde mit einer Fotoausstellung des Berliner Künstlers Georg Krause die restaurierte erste Etage des Berthelsdorfer Zinzendorf-Schlosses der Öffentlichkeit vorgestellt. Ermöglicht...

Teilen
Folgen

Von Andreas Herrmann

Am Sonnabendnachmittag wurde mit einer Fotoausstellung des Berliner Künstlers Georg Krause die restaurierte erste Etage des Berthelsdorfer Zinzendorf-Schlosses der Öffentlichkeit vorgestellt. Ermöglicht haben diesen Nutzungsauftakt die umfangreichen und mit öffentlichen Geldern sowie Spenden an den Schlossverein unterstützten Restaurierungsarbeiten der vergangenen Monate.

Neben den zwei Räumen für die laufende Exposition bis September werden in Zukunft damit auch das Zinzendorf-Zimmer sowie weitere Möglichkeiten kultureller Arbeit zugänglich.

Erstmalig in der über 300-jährigen Geschichte des Herrenhauses im Stil des Herrnhuter Barocks sind unter dem Titel „A.S.Y.L. - Zwischen Wasser und Haut“ fotografische Arbeiten zu sehen, die sich inhaltlich mit Fragen des Ankommens, aber auch der Art und Weise des Angenommenwerdens beschäftigen, wie der Vereinsvorsitzende des Freundeskreises Zinzendorf-Schloss Berthelsdorf, Pfarrer Andreas Taesler, vor den Erstbesuchern der Ausstellung im Festsaal hervorhob. Sie erlebten zur Eröffnung gleichzeitig drei stimmungsvolle Mozart-Sätze, gespielt von Dorothea Burckhardt auf einem Spinett, als Vorläufer des Klaviers sowie von Ulrich Mihan, der auf der Querflöte musizierte. Beide kommen aus Herrnhut.

Der ausstellende Künstler Georg Krause erlebte seine Kindheit und Jugend selbst in der Oberlausitz, studierte später an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst und ging nach Berlin. Auf dem Schlossgelände hat er zu DDR-Zeiten als freier Fotograf für die Sächsische Zeitung sein erstes Pressefoto zu einem Jugendthema gemacht. Den Kontakt zu seiner Heimat behielt der Großhennersdorfer über viele Jahre bei.

Im Jahre 2000 wurde er für seine nun noch einmal im Berthelsdorfer Schloss gezeigten Arbeiten im Herrnhuter Kunstbahnhof mit dem Kunstpreis Zinzendorf ausgezeichnet. Das ehemalige Volksgut beschrieb er am Sonnabend in seiner Erinnerung als „von der Substanz her verbraucht“. Über die heutige Entwicklung des Wiederaufbaus und der geistig-kulturellen Wiederbelebung von Zinzendorfs Erbe zeigte er sich „beglückt und optimistisch“. Vielleicht, so Krause, könne man hier demnächst auch einmal ein spezielles Fotoprojekt durchführen.

Zu besichtigen ist die Exposition bis 12. September mittwochs, sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.