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Frauentag noch immer aktuell?

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Die SZ sprach mit Helga Rotsolk, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Riesa, über die Berechtigung dieses Tages und ihre Arbeit.In der DDR wurde der Frauentag ganz groß gefeiert.

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Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Die SZ sprach mit Helga Rotsolk, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Riesa, über die Berechtigung dieses Tages und ihre Arbeit.
In der DDR wurde der Frauentag ganz groß gefeiert. Heute steht er nicht einmal mehr in den Kalendern. Hat der Frauentag noch seine Existenzberechtigung? Aber natürlich hat der Frauentag noch seine Existenzberechtigung. Schauen Sie sich doch einmal in unserer Gesellschaft um. Auch heute steht die Gleichberechtigung von Männern und Frauen vielerorts nur auf dem Papier. Sicherlich hat sich der Charakter des Tages in den letzten Jahren gewandelt. Pompöse Feiern wie in der DDR gibt es nicht mehr. Doch ich meine, es ist gut, dass einmal im Jahr an diesem Tag den Frauen für ihre Doppelbelastung in Beruf und Familie gedankt wird.
Frau Rotsolk, Sie sind als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Riesa zuständig, dass die Belange des weiblichen Geschlechts Gehör finden. Ist das überall schon der Fall? In der Stadtverwaltung sieht das recht gut aus. Bereits 1996 wurde ein Frauenförderungsplan beschlossen. Er wurde erfüllt und aktualisiert. So sind beispielsweise die sieben Amtsleiterstellen der Verwaltung mit vier Frauen besetzt. Auch im Stadtrat bin ich nicht auf taube Ohren gestoßen, meine Hinweise wurden weitgehend berücksichtigt. In der Wirtschaft sind meine Möglichkeiten eingeschränkt. Dort bemühe ich mich, durch Öffentlichkeitsarbeit oder politische Bildung Frauen eine Lobby zu schaffen.
Wird es auch in diesem Jahr eine Frauentagsveranstaltung in Riesa geben? Ja, denn viele Frauen sind an mich herangetreten und haben sich dafür ausgesprochen. Sie wollen auch einmal wie die Männer gemütlich bei einem Glas Wein zusammensitzen und sich über ihre Probleme austauschen. Nachdem im vorigen Jahr "Arbeitsplatz Haushalt" das Thema der Feier war, stehen diesmal Frauenpersönlichkeiten im Mittelpunkt, die gesellschaftliche Schranken ihrer Zeit durchbrachen, ihr Leben in die eigenen Hände nahmen, sich nicht unterbuttern ließen. Ich meine, das müssen Frauen auch heute tun. Die öffentliche Veranstaltung am 8. März, 18 Uhr, im Städtischen Zentrum für Geschichte und Kunst (Heimatmuseum) in Riesa verspricht, sehr unterhaltsam zu werden, da Mitglieder des Jugendklubs mit ihrer erfrischenden Art die Frauenpersönlichkeiten szenisch vorstellen werden. Übrigens sind auch Männer dazu herzlich willkommen.
Das Gespräch führte J. Ackermann

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