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Frederick und die Kinder des Lichts

Nun sind sie also schon wieder über einen Monat her – der längste Tag und die kürzeste Nacht. Und jetzt werden die Tage kürzer und die Nächte länger, die Hälfte der Schulferien ist auch schon vorbei. Und es dauert nicht mehr lange, da können wir uns auf Weihnachten vorbereiten.

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Von Katrin Jell

Nun sind sie also schon wieder über einen Monat her – der längste Tag und die kürzeste Nacht. Und jetzt werden die Tage kürzer und die Nächte länger, die Hälfte der Schulferien ist auch schon vorbei. Und es dauert nicht mehr lange, da können wir uns auf Weihnachten vorbereiten. Meine Nachbarn legen bereits das Johanniskraut in Schnaps – damit sie den Winter gut überleben. Die Vorbereitungen für die dunkle Zeit des Jahres beginnen. Und dabei genießen wir doch gerade die hellen, freundlichen, sommerlichen Tage.

Und so lehne ich mich zurück. Ich schiebe die Gedanken an den Winter beiseite. Vielleicht sollte ich mich auch auf den Winter vorbereiten, damit ich nicht kalt erwischt werde. Und mit ein bisschen Mut lasse ich mich auf den Gedanken ein, dass nicht immer alles nur schöner, heller, wärmer wird, sondern dass es auch trüber, dunkler, kälter wird. Und mir fällt eins meiner Lieblingsbücher ein, Frederick, die kleine Maus, die Sonnenstrahlen, Farben und Worte anstelle von Nüssen und Körnern sammelt.

Und mir fällt der Apostel Paulus mit seinen Briefen ein. Einmal hat er einen Brief an die Gemeinde in Ephesus geschrieben. Er hat sie daran erinnert, dass der Glaube an Gott wie ein Leben im Licht ist. Ein Licht, das unser Gemüt, unsere Seele, unser ganzes Leben verändert. So, wie die Sommersonne gute Laune, glückliche Gefühle, übermütige Gedanken bringt, so bringt das Licht Gottes auch seine Früchte. Das sind Güte oder anders gesagt: ein liebevolles Herz, Gerechtigkeit oder anders gesagt: ein Gefühl dafür, was gut und was schlecht ist, Wahrheit oder anders gesagt: Mut zum Ehrlich-sein.

Und Paulus hat das mit diesen Worten nach Ephesus geschrieben:

„Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“

Katrin Jell ist Pfarrerin der Ev.-Luth. Kirchgemeinden Hohnstein-Ehrenberg, Lichtenhain-Ulbersdorf, Sebnitz, Hinterhermsdorf-Saupsdorf.