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Freibad Bohnitzsch soll kommen

Eine Gruppe von Bürgern, Planern und Stadtmitarbeitern verfolgt das Projekt weiter.

Ansicht aus dem Siegerentwurf für die Gestaltung des künftigen Freibades Bohnitzsch. Allerdings soll das Schwimmbecken doppelt so groß, wie hier dargestellt, werden. Das wünscht sich die Projektgruppe zum Bad.
Ansicht aus dem Siegerentwurf für die Gestaltung des künftigen Freibades Bohnitzsch. Allerdings soll das Schwimmbecken doppelt so groß, wie hier dargestellt, werden. Das wünscht sich die Projektgruppe zum Bad. © Repro SZ

Meißen. "Die Meißner wollen in Bohnitzsch wieder schwimmen gehen.“ Mit diesem Satz brachte Inga Skambraks, die Leiterin des städtischen Bauverwaltungsamtes, den Bürgerwillen auf den Punkt. Einen Willen, wie er sich in einem für Meißen beispiellosen Prozess der Bürgerbeteiligung über viele Monate, ja letztlich Jahre hinweg artikuliert hat. Um ihn in die Tat umzusetzen, hat sich nach zwei Bürgerdialogen zum Thema eine etwa zwanzig Interessierte umfassende Projektgruppe gegründet, die kürzlich das erste Mal im Rathaus zusammengekommen ist.

Mit am Tisch saßen zwei Vertreter des Dresdner Büros für Landschaftsarchitektur Kretzschmar & Partner, die mit ihrem Entwurf für das künftige Freibadgelände in Bohnitzsch den von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb unter vier Büros gewonnen hatten. Kretzschmar & Partner ist in Meißen nicht unbekannt, das Büro hat an den Außenanlagen der Kitas Kalkberg und An der Alten Ziegelei sowie der Förderschule gearbeitet.

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Das Freibad Bohnitzsch

Das Stadtbad mit einem Schwimmer-/Springerbecken von 25 x 50/20 x 15 m und einem Nichtschwimmerbecken von 20 x 50 m sowie einem Planschbecken von circa 15 x 20 m (Gesamtwasserfläche 2.850 m²) wurde einschließlich des Gebäudebestandes 1936 errichtet und von der Stadt Meißen betrieben.

Beckensetzungen verursachten Rissbildungen. Der Wasserverlust war so erheblich, dass man sich 1986 entschloss, eine Folienauskleidung vorzunehmen.

Ein Nutzungsverbot wurde im Jahr 2002 ausgesprochen. Es war nicht gelungen, eine bessere Durchströmung der Becken zu erreichen, was eine ungleichmäßige Chlorung nach sich zog. Eine Weiterbetreibung des Freibades ohne Gesundheitsgefährdung der Badegäste war somit nicht mehr zu verantworten.

Liegewiesen sind ausreichend vorhanden, außerdem gibt es einen großzügigen Altbaumbestand – beides müsste gepflegt werden, bislang sind Spielplätze nicht vorhanden. Quelle: Freibadverein

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Das Büro schlägt in seinem Entwurf vor, das neue Freibad Bohnitzsch aus finanziellen und strategischen Gründen möglichst eng an das bestehende Wellenspiel anzugliedern, um einerseits die gemeinsame Nutzung der Badlandschaft zu ermöglichen und andererseits Betriebs-, Personal- und Erhaltungskosten zu minimieren: „So wird das unterhalb des Wellenspiels liegende Gelände zur attraktiven Freibadlandschaft – vom Aufstiegsturm der Wasserrutsche schweift der Blick über das große Wasserbecken (Wassertiefe maximal 1,35 Meter), Planschbereich, Sonnenterrassen, Kleinkinderspiel und Kletterinsel bis zum neuen Pavillon und den Liegewiesen.“

Steffen Hausch, der Vorsitzende des DLRG-Bezirkes Niederes Elbtal e. V., bekräftigte in der Runde, dass das Schwimmbecken mindestens 1,80 Meter tief sein müsste, wolle man es für Sport oder Wettkämpfe nutzen. Mehrfach wurde bekräftigt, dass das Becken zudem eine Bahnlänge von 50 Metern haben sollte, so wie das alte Bohnitzsch-Freibad (siehe Kasten).

Simone Teske, die Vorsitzende Freibadvereins und Stadträtin der Freien Bürger, erklärte, dass es nach Jahren gelungen sei, das Projekt Freibad im Stadtrat so zu legitimieren, dass es nun auf der Tagesordnung stehe. Was das konkret bedeutet, muss man sehen, denn am Ende müsste der Stadtrat nicht nur Gelder zum Bau, sondern auch zum laufenden Betrieb bewilligen.

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Die Projektgruppe beschloss, zwei Themen anzugehen. Eine Arbeitsgruppe soll sich damit beschäftigen, wie Spenden eingesammelt werden können. Die andere soll mit dem Landschaftsbüro einen Planungsworkshop vorbereiten. Am 11. Juli soll es auf dem ehemaligen Freibadgelände das Fest der Vereine geben, um weiter auf das Projekt aufmerksam zu machen.

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