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Anbaden mit Abstand in Gebersbach

Das Bad im Waldheimer Stadtteil öffnet am Sonnabend erstmals - aber vielleicht nur kurz. Das Coronavirus ist daran aber nicht schuld.

Das Gebersbacher Freibad von oben.
Das Gebersbacher Freibad von oben. © Archiv/Dietmar Thomas

Waldheim. Wochenlang ist das Rätselraten groß gewesen. Dürfen die Freibäder in diesem Sommer überhaupt öffnen?, lautete die große Frage. Erst seit wenigen Tagen steht fest: Sie dürfen. Im Freibad Gebersbach haben die Vorbereitungen trotz der Ungewissheit schon vor eineinhalb Monaten begonnen. Am Pfingstsonnabend soll es nun losgehen, wenngleich in dieser Saison vieles ganz anders läuft, als gewohnt.

"Das endgültige Okay vom Landratsamt für Wasserqualität und Hygienekonzept fehlt zwar noch, aber wir gehen davon aus, dass wir am Sonnabend anbaden können", sagt Lutz Iwan, einer der Geschäftsführer des WelWel Sport- und Freizeitzentrums Döbeln, am Mittwoch-Vormittag. Das WelWel ist seit vielen Jahren Betreiber des Familienbades in Gebersbach. Lutz Iwan glaubt aber, dass die Öffnung am Sonnabend erst einmal nur von kurzer Dauer sein wird. "Die Wetterprognosen sehen nicht so gut aus", sagt er.

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Im Moment habe das Wasser in den beiden großen Becken eine Temperatur von 17 Grad. "Draußen soll es am Sonnabend nicht wärmer werden." Deshalb geht er davon aus, dass das Bad nach dem offiziellen Anbaden um 10 Uhr erst einmal wieder abgeschlossen wird. "Bei diesen Außentemperaturen wird sich wohl kaum jemand ins Wasser trauen."

Dann aber hofft Iwan nach Pfingsten auf schönes Wetter, auf das die Badbetreiber angewiesen sind. Wegen der Corona-Pandemie müssen sich die Besucher allerdings auf einige Einschränkungen einstellen. Das beginnt bei der Zahl der Besucher, die gleichzeitig auf das Badgelände dürfen. Die liegt bei maximal 300 Personen. 

Bald könnte es schon wieder so aussehen, wie im Jahr 2019.
Bald könnte es schon wieder so aussehen, wie im Jahr 2019. © Archiv/Dietmar Thomas

"Wenn es bei sehr schönem Wetter mehr werden, müssen wir einen Einlassstopp verhängen", sagt der Geschäftsführer. In Spitzenzeiten habe das Bad-Team in den zurückliegenden Jahren schon bis zu 700 Besucher am Tag gezählt. "Nach der Flut 2013 waren es sogar mal um die 1000 Gäste. Das lag aber daran, dass wir das einzige Bad im näheren Umfeld waren, das geöffnet hatte", erinnert sich Lutz Iwan. 

Beschränkungen gibt es auch bei der Zahl der Besucher, die sich gleichzeitig im Wasser tummeln können. "Das dürfen maximal 100 sein. Aber diese Zahl erreichen wir in unserem kleinen Bad nur selten", sagt Iwan. Und wenn ohnehin nur 300 Gäste eingelassen werden dürfen, sieht er in dieser Begrenzung kein Problem. 

Die Badbetreiber appellieren in dieser Hinsicht zudem an die Vernunft der Leute. "Alle hatten jetzt lange genug Zeit, die Abstandsregelungen zu üben. Ich hoffe, dass das auch im Freibad klappt."

Zusätzlicher Mitarbeiter fürs Desinfizieren

Geschlossen bleiben muss noch das Kinderplanschbecken, weil es kleiner als 50 Quadratmeter ist. Auch die warmen Duschen im Innenbereich und die Sammelumkleidekabinen sind erst einmal noch tabu. In den Toilettentrakt dürfen maximal zwei Personen gleichzeitig rein. Und am Imbiss gilt die Eineinhalb-Meter-Abstandsregel. Dazu wurden entsprechende Markierungen angebracht.

Zur Umsetzung der geforderten Hygieneregeln gehört außerdem, dass die Handläufe an den Einstiegsleitern zum Schwimmbecken und an der Rutsche regelmäßig desinfiziert werden. "Wir werden deshalb eine zusätzliche Mitarbeiterin im Bad beschäftigen, die gegebenenfalls auch im Imbiss mit einspringen kann", erklärt Lutz Iwan. 

Damit liege die Stammbesetzung bei vier Mitarbeitern, jeweils einer für Kasse, Imbiss und Desinfektion, außerdem ist ein Rettungsschwimmer vor Ort. "Wenn wir an die 300 Badbesucher herankommen, ordern wir noch einen zweiten Rettungsschwimmer", so Iwan. Das Welwel könne in dieser Hinsicht auf einen festen Stamm zurückgreifen.

Lutz Iwan wünscht sich auch für diese außergewöhnliche Saison, dass sich die Besucher im Familienbad in Gebersbach wohlfühlen, "und vor allem, dass es keine Unfälle gibt", sagt er. An den Öffnungszeiten und an den Eintrittspreisen ändert sich gegenüber dem Vorjahr nichts. "Auch wenn wir wegen der Corona-Regeln einen höheren Aufwand betreiben müssen - das Badevergnügen soll für unsere Gäste erschwinglich bleiben." 

Das sieht Lutz Iwan vor allem im Hinblick darauf, dass die meisten Leute ihren Urlaub in diesem Sommer wegen der Reisebeschränkungen wohl zu Hause oder in der näheren Umgebung verbringen werden.    

Öffnungszeiten & Preise

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Geöffnet hat das Freibad von Montag bis Freitag von 12 bis 19 Uhr; sonnabends und sonntags sowie in den Ferien von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro/Tag (Zehnerkarte 27 Euro, Jahreskarte 70 Euro); für Kinder von vier bis 17 Jahren, Schüler und Schwerbehinderte 2 Euro/Tag (Zehnerkarte 18 Euro, Jahreskarte 60 Euro).

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