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Hoffen auf blauen Himmel

Das Freibad Kötitz kann mit seinen riesigen Wasserflächen und Liegewiesen punkten – nun könnten mehr Gäste kommen.

Jörg Fratzke und Sohn Georg (5) aus Dresden haben den schönen Vormittag am Mittwoch im Freibad Kötitz genutzt. Anders als in Dresdner Bädern muss sich in Coswig niemand online anmelden – von 10 bis 20 Uhr kann jeder kommen.
Jörg Fratzke und Sohn Georg (5) aus Dresden haben den schönen Vormittag am Mittwoch im Freibad Kötitz genutzt. Anders als in Dresdner Bädern muss sich in Coswig niemand online anmelden – von 10 bis 20 Uhr kann jeder kommen. © Arvid Müller

Coswig. Ein Drittel muss die Wasserfläche nach den geltenden Hygienevorschriften groß sein. Was das Freibad Kötitz betrifft, ist das kein Problem. Denn der Badesee misst je nach Grundwasserstand zwischen sieben und acht Hektar, hinzukommen noch das Nichtschwimmer-, das Schwimmer- und das Planschbecken. Und auch sonst ist in Kötitz viel Platz – acht Hektar sind die Liegeflächen groß, anders ausgedrückt: 80.000 Quadratmeter.

Derzeit verlaufen sich die Badegäste eher in dem Riesengelände, als dass sie sich drängen würden. „Ich habe gerade telefoniert, in den anderen Bädern der Umgebung sieht es auch nicht besser aus“, sagt Schwimmmeister Andreas Seelig, der Chef des Bades. 

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Kaum sind die ersten Meter zurückgelegt, ertönt lautstark diese Frage. Denn so schön das Wandern ist, ohne Picknick ist der Spaß nur halb so groß.

Seit Öffnung des Bades am 23. Mai ist der Besuch verhalten. Der Spitzentag war ein Sonnabend mit 750 Badegästen. Sonst sind bei schönem Wetter an den Wochenendtagen jeweils 2.000 bis 3.000 Besucher gezählt worden, an einem schönen Wochentag zwischen 1.000 und 1.500.

Neben der allgemeinen Corona-Zurückhaltung vermutet Andreas Seelig noch eine andere Ursache. „Viele schreckt es ab, dass man in Dresden den Eintritt online buchen muss und sie nehmen wohl an, dass das bei uns auch so ist. Aber das stimmt nicht, zu uns kann jeder von Montag bis Sonntag von 10 bis 19 bzw. 20 Uhr ohne Anmeldung kommen.“

Was das Wetter betrifft, so hofft der Badchef, dass es besser wird. Der viel zu kalte Mai wäre auch ohne die Krise für Kötitz wie für alle anderen Bäder ein Reinfall geworden, sodass es nicht sehr schmerzt, dass erst in der vierten Maiwoche wieder geöffnet werden konnte. Und der Juni? 

„Wir brauchen beständiges warmes Wetter mit blauem Himmel, denn die Leute brauchen immer erst einen Anlauf, bevor sie kommen.“ Am Mittwoch zeigte das Thermometer 26 Grad Lufttemperatur, in den Becken waren es 22 und im See gar 23 Grad. Aber gegen Mittag verzog sich die Sonne. „Aber es soll ja die nächsten Tage richtig warm werden, mit 30 Grad und Sonnenschein am Sonnabend.“

Was auffällt - die große Rutsche und das Technikhaus des Freibades sind bemalt worden. Das sind Arbeiten von Carsten Langner aus Radebeul, der schon diverse Trafohäuschen und Stromkästen für die Elbtal-Stadtwerke bemalt habe, erzählt Andreas Seelig. 

Aufgefrischt ist auch wieder der 90 Meter lange und 15 Meter breite Sandstrand am Seeufer. Überhaupt macht das Freibadgelände einen gepflegten Eindruck. Zum Areal gehören ja auch 67 Boxen für die Camper mit ihren mannshohen, blickdichten, akkurat geschnittenen Hecken.

 „Der Campingplatz läuft sehr gut“, sagt Andreas Seelig. Es ist anzunehmen, dass das auch künftig so sein wird, wenn man hört, dass aktuell der Bedarf an Wohnmobilen nicht zu decken ist.

Der Trend im Freibadbesuch hingegen zeigt schon seit Jahren nicht mehr nach oben. Spätestens mit dem Aufkommen der Smartphones und Tablets um 2005 herum sei ein Rückgang zu verzeichnen gewesen. 

„Die Kinder und Jugendlichen zocken und kommen erst, wenn ihnen wirklich der Schweiß den Rücken herunterläuft.“ Außerdem würde es immer mehr private Pools geben, sodass sich viele nicht mehr auf den Weg ins Freibad machten. 

Die Zeiten, dass wie 2003 in Kötitz rund 187.000 Gäste gezählt wurden, sind vorbei. Nun liegt das Saisonziel bei 50.000 bis 60.000 Besuchern. Dass es in diesem Jahr erreicht werden kann, bleibt abzuwarten: „Wir hoffen, dass die Leute, wenn sie nicht weg in den Urlaub fahren können oder wollen, dann zu uns kommen.“

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