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Freie Fahrt am Mühlgäßchen

Straße und Brücke sind fertig gebaut. Der Verkehr rollt aber nicht lange. Dann folgt die nächste Vollsperrung.

Von Anja Weber

So kann es weitergehen. Immer vor Feiertagen werden sanierte Straßen und Brücken eingeweiht und damit wird freie Fahrt für Fahrzeuge geschaffen. Bereits vor Weihnachten konnte der Kreisverkehr am Knotenpunkt Neustädter Straße/Neustädter Weg/Mühlgäßchen freigegeben werden. Die Brücke am Mühlgässchen war da aber noch nicht fertig.

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Bäckermeister Arndt Lehmann als Anlieger, Oberbürgermeister Mike Ruckh und Daniel Grützner von der Tiefbaufirma Hartig (v.l.) war die erste Fahrt auf dem Mühlgäßchen vorbehalten. Auf historischen Vehikeln sitzend, durchtrennten sie das Band.Foto: Steffen
Bäckermeister Arndt Lehmann als Anlieger, Oberbürgermeister Mike Ruckh und Daniel Grützner von der Tiefbaufirma Hartig (v.l.) war die erste Fahrt auf dem Mühlgäßchen vorbehalten. Auf historischen Vehikeln sitzend, durchtrennten sie das Band.Foto: Steffen

Jetzt haben es die Bauarbeiter auch dort geschafft, und gestern, 12 Uhr, konnte die Hirschbrücke freigegeben werden. Damit kann der Verkehr in diesem Bereich wieder ungehindert fließen.

Notwendig waren die Bauarbeiten, weil das Augusthochwasser 2010 die Brücke mit voller Wucht getroffen hatte und das Bauwerk weiteren Hochwassern nicht standgehalten hätte. Um eine neue Brücke standfest zu bauen, musste der Bereich komplett umgestaltet werden. So wurde im Zuge der Baumaßnahmen auch gleich der Verkehrsknotenpunkt mittels eines kleinen Kreisverkehrs entschärft.

Die neue Brücke über die Sebnitz ist höher, länger und stabiler als ihre Vorgängerin, zudem ist ihr Querschnitt größer, damit mehr Wasser hindurchpasst und eine Flut das Bauwerk nicht mehr so schnell aus den Angeln hebt wie im August 2010. Die Brücke nebst angrenzenden Bereichen kosten rund eine Dreiviertelmillion Euro. Es ist eines der teuersten Vorhaben, Schäden des Augusthochwassers 2010 zu beseitigen.

Ursprünglich sollten die Bauarbeiten schon Ende letzten Jahres komplett abgeschlossen sein. Doch das Juni-Hochwasser 2013 kam dazwischen. Das zerstörte bereits fertiggestellte Bauten. Doch jetzt ist es vollbracht. Die Brücke ist frei. Gleichzeitig kann damit das Mühlgässchen von der Schandauer Straße her wieder durchgängig befahren werden. Neu ist, dass die Kraftfahrer jetzt vom Kreisverkehr ins Mühlgässchen einbiegen und so das Parkdeck erreichen können. Neu ist auch, dass die städtischen Parkflächen jetzt kostenlos sind. Die Stadt verzichtete darauf, neue Parkautomaten aufzustellen. Das kostenlose Parken ist aber auf eine Stunde begrenzt. Es reicht die Parkscheibe im Auto.

Sitzecke überm Kreisverkehr

Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch das marode Gebäude Neustädter Straße 8 abgerissen. Allerdings wurde bereits da festgestellt, dass die Stützmauer vor dem Grundstück einsturzgefährdet ist. Sie wurde inzwischen mit Holzplatten gesichert. Auch der Fels hinter dem Haus gilt als einsturzgefährdet. Die Stadt ist nach dem Kauf des Geländes Eigentümer und als solcher auch zuständig dafür, dass der Hang und die Stützmauer sicher sind.

Um eine Sanierung kommt Sebnitz nicht herum. 210 000 Euro wird alles zusammen etwa kosten. Das kann auch die Stadt nicht nur mal eben so bezahlen. Aus diesem Grund wurde eine mögliche Förderquelle gesucht – und auch gefunden. Über das Programm Stadtumbau Ost könnte die Stadt Zuschüsse erhalten. Allerdings darf da nicht nur die Stützmauer entlang der Neustädter Straße neu errichtet werden. Vorgabe ist, dass auch die gesamte Fläche entsprechend aufgewertet werden muss. Geplant ist deshalb, einen Treppenaufgang anzulegen sowie einen Fußweg. Die Anlage soll zudem bepflanzt und begrünt werden. Außerdem will die Stadt hier Ruhebänke aufstellen. Gebaut werden soll zwischen Juli und November.

Im Sommer wieder Bauarbeiten

Das allerdings wird nicht das einzige weitere Vorhaben in diesem Bereich sein. Auch am Neustädter Weg wird weitergebaut, und zwar unter Vollsperrung. Vorgesehen ist, die Betonkappen oberhalb des Baches zu erneuern. An denen nagt der Zahn der Zeit, und sie drohen abzubrechen. Das Vorhaben wird etwa 235 000 Euro kosten.

Damit ist ab Anfang Juni erst einmal wieder Schluss mit freier Fahrt im Bereich Mühlgässchen, Neustädter Straße und Neustädter Weg. Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich bis 15. September hinziehen. Kann der Termin gehalten werden, wäre die Straße zum nächsten Radrennen wieder frei.

Der hangseitige Gehweg bleibt auch während der Bauarbeiten nutzbar.