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Freie Fahrt auf der Forststraße in Radebeul

Ein Jahr war die wichtige Verbindung im Osten der Stadt gesperrt. Besonders aufwendig: Unter den Bahnschienen musste die Straße tiefer gelegt werden.

Für die Unterführung gibt es jetzt keine Höhenbeschränkung mehr.
Für die Unterführung gibt es jetzt keine Höhenbeschränkung mehr. © Arvid Müller

Zu niedrige Unterführungen können im Katastrophenfall zum großen Problem werden. Das zeigte sich in Radebeul zum Beispiel beim letzten Hochwasser, als die Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im Osten der Stadt mit ihren großen Fahrzeugen nirgends unter den Schienen durchpassten und zum Teil bis zur Obi-Kreuzung ganz im Westen fahren mussten, um auf die andere Seite der Gleise zu kommen. In der Unterführung an der Forststraße wären hohe Fahrzeuge bis letztes Jahr noch stecken geblieben.

Gut ein Jahr war die wichtige Verbindung ins Gewerbegebiet Radebeul-Ost gesperrt. Ab Donnerstag kann der Verkehr dort wieder rollen und nun passen auch Feuerwehr und große Lastwagen unter den Schienen durch.

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Abwasserrohr passte nicht mehr in die Straße

Um die erforderliche Durchfahrtshöhe zu erreichen, wurde die nördliche Zufahrt auf einer Länge von circa 75 Metern teilweise erheblich abgesenkt, teilt die Stadt mit.  Dafür mussten auch sämtliche Leitungen in der Straße neu angeordnet und tiefer gelegt werden. Besonders kompliziert: der große Abwasserkanal, durch den das Schmutzwasser von ganz Radebeul-Ost zum Klärwerk nach Kaditz fließt. Hätte man den Kanal so gelassen, wie er ist, und trotzdem die Straße tiefer gelegt, würden Autos und Lastwagen gerade einmal 30 Zentimeter über dem Rohr fahren. Die Gefahr, dass dabei durch Erschütterungen Schäden entstehen, wäre zu hoch. Normalerweise liegen Abwasserkanäle bis zu fünf Meter in der Erde. Das komplette Rohr tiefer legen, ging aber auch nicht, weil dann der Anschluss zum Kanal an der Seestraße nicht mehr gepasst hätte. Deshalb wurde das ehemals große Rohr durch zwei kleinere, die nebeneinander in der Straße liegen, ersetzt.  In einem Übergangsschacht wird das Abwasser von einem ankommenden Kanal auf die beiden neuen aufgeteilt.

Alte, unbekannte Kanäle gefunden

Beidseitig der Straße mussten Stützmauern gebaut werden. Außerdem stießen die Bauarbeiter der Strabag AG Meißen im Untergrund auf allerhand Unerwartetes, vor allem alte Kanäle ehemaliger Gewerbebetriebe, die in keinen Karten eingetragen waren. Trotzdem wurde der Zeitplan eingehalten.  "Dank des Engagements der Baufirma konnte das Vorhaben trotz erhöhter Aufwendungen bei den Medienumverlegungen und der aktuell angespannten Situation dennoch planmäßig fertiggestellt werden", bedankt sich die Stadt.

Nicht nur versteckt im Untergrund, auch oberhalb, sieht die Straße jetzt anders aus: Das alte, unebene Kopfsteinpflaster ist einer glatten Asphaltfahrbahn gewichen, die auf 6,50 Meter verbreitert wurde. Auch die Gehwege sind breiter geworden und jetzt mit Betonpflaster befestigt.

Vorfahrtsregelung geändert

Am Kreuzungspunkt an der Unterführung wurde die Vorfahrtsregelung geändert. Die neue Hauptstraße führt über die Forst- und Emilienstraße und sei jetzt deutlicher erkennbar und damit verkehrssicherer, erklärt die Stadt. In nördliche Richtung gibt es nun außerdem einen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen für Radfahrer.

Insgesamt hat der Straßenausbau rund 2,1 Millionen Euro gekostet, der städtische Anteil hieran betrug circa 1,5 Mio Euro. Neben den städtischen Eigenmitteln konnte für die Finanzierung eine Zuwendung in Höhe von 85 Prozent als Projektförderung zur Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur eingeworben werden.

Dank an ansässige Betriebe

Oberbürgermeister Bert Wendsche freut sich über den Abschluss der Baumaßnahme: „Ein sehr großes Dankeschön gebührt dem Verständnis der anliegenden Gewerbebetriebe für die leider nicht zu vermeidenden baubedingten Einschränkungen in der Erreichbarkeit.“ Nach konstruktiven Hinweisen der Firmen seien gemeinsam gute Lösungen gefunden worden.

Als nächste Unterführung soll die Durchfahrt an der Weintraubenstraße für große Lastwagen fit gemacht werden. Ausbau und Tieferlegung der Strecke dort sind für 2021 geplant.

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