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Freie Fahrt für die Windbergbahn

Der Verein will in diesem Jahr wieder Sonderfahrten anbieten. Am Wochenende gibt es aber erst einmal eine Premiere.

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Von Tobias Winzer

Jürgen Lohrenz und Holger Demnitz kurbeln schon einmal Probe. Die beiden Vorsitzenden des Winderbergbahn-Vereins freuen sich auf die anstehende Saisoneröffnung am Sonnabend im Bahnhof Birkigt.

Zum ersten Mal werden dann die Ende 2013 installierten und handbetriebenen Schranken an der Coschützer Straße zum Einsatz kommen. „Bislang haben wir die Anlage nur bei Werksfahrten getestet“, so Demnitz. Am Sonnabend will der Verein auf einem 400 Meter langen Stück von Birkigt Richtung Gittersee sogenannte Motordraisinen fahren lassen. „Damit geht die Schrankenanlage erstmals offiziell in Betrieb“, sagt der 45-Jährige.

Für ihn und seine Mitstreiter ist es aber nur eine Etappe auf einem langen Weg. Die Sächsische Zeitung zeigt die Pläne der Windbergbahner.

Projekt 1: Aussichtswagen soll ab Herbst regelmäßig rollen

Auf einem 1,3 Kilometer langen Stück zwischen Bahnhof Gitterseer Straße und Leisnitz sind die Gleise instand gesetzt. Bereits 2012 und 2013 gab es hier Sonderfahrten mit dem sogenannten Wernesgrüner Schienen-Express aus dem erzgebirgischen Schönheide. Weil er 2014 ausgebucht war, gab es im vergangenen Jahr keine Fahrten. Nun will der Verein einen historischen Windberg-Aussichtswagen aus dem Jahr 1912, der derzeit noch im Depot steht, flott machen und frühestens im September auf die Schienen bringen. Außerdem ist noch für dieses Jahr der Kauf eines eigenen Schienen-Expresses geplant. Dieser soll dann 2016 gemeinsam mit dem Aussichtswagen für Sonder- und Charterfahrten durch Birkigt rollen.

Projekt 2: Befahrbare Streckebald doppelt so lang

Voraussichtlich 2017 wollen die Windbergbahner einen neuen Streckenteil in Betrieb nehmen – den vom Bahnhof Gitterseer Straße bis hinunter zum Bahnhof Birkigt. Schlüsselstelle dabei ist die Sanierung der Brücke über die Coschützer Straße. „Sie ist nicht im besten Zustand“, sagt Demnitz. Derzeit laufen Abstimmungen mit der Stadt, wie das Bauwerk erneuert werden kann. Finanzieren will der Verein die Arbeiten durch Spenden und Sponsoren.

Außerdem müssen auf dem Streckenteil noch etwa 200 Meter Gleis saniert werden. Vor allem müssen die zum Teil morschen Schwellen raus. Geht der neue Abschnitt in Betrieb wären 2,5 der sechs Kilometer langen Strecke befahrbar.

Projekt 3: Zum Stadtjubiläumsind alle Gleise saniert

Bis zum hundertjährigen Jubiläum der Stadt Freital im Jahr 2021 soll die Gesamtstrecke von Birkigt bis nach Gittersee wieder in Schuss sein, so das Ziel der Windbergbahner. Bis dahin müssen vor allem noch etliche Schwellen ausgetauscht werden. Demnitz hofft auch, dass die Windbergbahn dann einen Anschluss an die Sachsen-Magistrale im Plauenschen Grund bekommt. „Dann könnten wir die Touristen am Hauptbahnhof Dresden abholen und hier hoch fahren.“

Projekt 4: Neue Betriebsgesellschaftsoll sich um Vermarktung kümmern

Der Verein, der die Strecke seit 2008 von der Deutschen Bahn pachtet und seit 2010 offiziell die Erlaubnis zum Bahnbetrieb hat, investierte bislang eine sechsstellige Summe in die Anlagen. Künftig wird sich eine neue Betreibergesellschaft um die Vermarktung der Eisenbahnstrecke und der Gebäude kümmern. Darunter soll auch bald das Bahnhofsgebäude in Birkigt sein, das die Windbergbahner von der Deutschen Bahn kaufen und als Wohnhaus umbauen lassen wollen. Die Verhandlungen dazu laufen. Die Betreibergesellschaft soll voraussichtlich Ende des Jahres gegründet werden. Der Verein wird aber weiterhin existieren.

Dort gab es im März einen Wechsel. Der bisherige Erste Vorsitzende, Holger Demnitz, ist nun Nummer zwei hinter dem neuen Chef Jürgen Lohrenz. Der Vorstand wurde wegen der vielen Projekte von vier auf sieben Personen erweitert.