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Freie Fahrt zu Weihnachten

Am 20. Dezember wird der längste Bauabschnitt der neuen B 178 freigegeben. Doch zwei Lücken bleiben.

© Luftbildpilot Harald Anders

Von G. Wandt und T. Mielke

Frank Müller ist spürbar erleichtert. „Wunderbar“ sagt der Herrnhuter Optiker auf die Nachricht hin, dass am 20. Dezember, Punkt 10.30 Uhr, die Ortsumfahrung von Herrnhut freigegeben wird. Das hat das sächsische Verkehrsministerium jetzt bekannt gegeben: Ab Freitag vor Weihnachten können auf dem Abschnitt 3.2 der neuen B 178 zwischen Obercunnersdorf und Niederoderwitz Autos und Laster rollen – also um Herrnhut herum. „Besonders für die Anwohner der jetzigen B 178 wird dies eine deutliche Entlastung bringen“, sagt Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP). Er wird die Straße selbst freigeben.

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Vor allem die Brummis hatten den Herrnhutern das Leben schwergemacht. Müller führt sein Optikergeschäft seit 35 Jahren an der Zittauer Straße, schräg gegenüber vom Rathaus, wo sich eine der beiden engsten Stellen der Durchfahrtsstraße befindet. Wenn hier Läden beliefert werden und Laster parken, staut sich der Verkehr schnell zurück, Fußgänger müssen aufpassen, dass ihnen die Laster nicht zu nahe kommen. Und Frank Müller hat manchmal im Laden sein eigenes Wort nicht verstanden. Das wurde mit dem Einbau moderner Isolierfenster nach der Wende zwar besser, aber trotzdem ist der Optiker über die Maßen froh, dass das permanente Lasterrauschen nun ein Ende hat. Er erhofft sich positive Effekte für sein Geschäft, in der Überzeugung, dass der Brummi-Verkehr vor allem ältere Kunden abgeschreckt hat, seinen Laden aufzusuchen. Laufkundschaft sei für ihn kaum relevant, so dass er ausschließlich Positives erwartet. Er sieht Herrnhut als zentralen Ort für die Dörfer ringsum und geht davon aus, dass eher mehr Menschen in die Stadt kommen als weniger: „Ich freu mich richtig drauf!“

Das geht auch dem Olbersdorfer Fuhrunternehmer Lutz Donath so. Seine Laster fahren mindestens dreimal täglich in beide Richtungen über die B 178. Die jetzt angekündigte Öffnung bezeichnet er als überfällig. Er ist froh, dass das vor dem Winter passiert. Das mindere die Erschwernisse, etwa dadurch, dass etliche Steigungen auf der neuen Trasse abgemildert wurden.

Auch die Vorkämpfer für den Bau, die Interessengruppe B 178 neu, freuen sich über die Freigabe. Schließlich sind damit rund Drei Viertel der Straße – insgesamt reichlich 31 Kilometer – auf deutscher Seite fertig. Zudem können mit Löbau, Herrnhut und Zittau alle größeren Städte umfahren werden. „Dennoch: Bei entsprechendem Willen wäre es ein halbes Jahr eher möglich gewesen“, sagt Sprecher Michael Hiltscher. Er und seine Mitstreiter werden weiterkämpfen, bis die B 178 von der A 4 bei Weißenberg bis zur Schnellstraße zwischen Liberec (Reichenberg) und Decin (Tetschen) in Tschechien fertig ist und möglichst viele braune Tourismusschilder an der Straße auf die Schönheiten ihrer Heimat hinweisen.

Denn ein Wermutstropfen bleibt trotz aller Freude über die Freigabe des mit über zehn Kilometer längsten Bauabschnitts der Trasse: Nach wie vor ist völlig unklar, wann der Lückenschluss bis nach Zittau erfolgen wird. Fuhrunternehmer Donath rechnet mit Jahren, die es hier noch dauern wird. „Das verstehen wir in unserem Geschäft nicht“, sagt er deutlich.