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Freie Fußstapfen

Im Sommer legt Hohendubraus Bürgermeister sein Mandat vorzeitig nieder. Die Suche nach einem Nachfolger beginnt.

Von Alexander Kempf

Zurück in die Heimat!

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Es ist nicht immer leicht, im Hohendubrauer Gemeinderat einen Konsens zu erzielen. Auf eine Sache können sich Bürger wie Räte aber vermutlich sehr schnell einigen. Hans Hermann Zschieschank, der scheidende Bürgermeister der Gemeinde, hat in den vergangenen 20 Jahren sehr viel bewegt. „Ich schätze alles, was er hier geschafft hat“, sagt beispielsweise sein Stellvertreter Hans-Peter Soldan. Dank des Bürgermeisters seien in den Ortsteilen viele Investitionen erfolgt, lobt der Gemeinderat und Unternehmer. „Die Fördermittel hat er gut im Griff.“

Respekt haben im Rat alle vor dem amtierenden Bürgermeister. Das heißt aber nicht, dass sie stets seiner Meinung sein müssen. Zuletzt hat der Streit um den Bus der Gemeinde für viele hitzige Diskussionen gesorgt. Hans Hermann Zschieschank und einige Gemeinderäte werben für dessen Erhalt. Die Mehrheit der Gewählten will hingegen, dass der Landkreis die Schülerbeförderung übernimmt. Darunter auch Hans Hermann Zschieschanks Stellvertreter. Dass die Debatte darüber den Bürgermeister zum vorzeitigen Rückzug bewegt hat, glaubt dieser nicht. Schließlich habe Hans Hermann Zschieschank die dafür notwendigen Formalien schon lange vorher in die Wege geleitet.

Viele fragen sich nun, wer nachrückt und in Hohendubrau für das Amt des Bürgermeisters kandidieren wird. Hans Hermann Zschieschanks Stellvertreter hat bei der jüngsten Gemeinderatswahl die meisten Stimmen gesammelt. Wäre er ein Kandidat für das Amt? „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Das ist viel zu früh“, sagt Hans-Peter Soldan. Er möchte sich nicht an Spekulationen beteiligen und verweist auch darauf, dass er ein Unternehmen mit mehreren Angestellten leitet.

Begehrt sind die Stellen als ehrenamtlicher Bürgermeister im Bereich des Verwaltungsverbandes Diehsa wahrlich nicht. In den vergangenen Jahren tritt in Hohendubrau, Quitzdorf am See und Waldhufen oft nur noch ein Kandidat an. In Mücka gibt es 2014 nicht mal mehr den. Also müssen die Bürger in der Wahlkabine auf einem leeren Feld geeignete Kandidaten vorschlagen. Am Ende fügt sich Markus Kiese und nimmt auf Wunsch der Bürger die Wahl erneut an. Obwohl er hauptberuflich mit einem eigenen Unternehmen eigentlich sehr gut ausgelastet ist. Das erfordert einen schwierigen Spagat.

Die Bürgermeister in Hohendubrau, Quitzdorf am See und Waldhufen üben ihre Ämter hingegen noch immer wie Vollzeitstellen aus. Dann steht viel Aufwand einer überschaubaren Aufwandsentschädigung gegenüber. Doch Hans Hermann Zschieschank, Günter Holtschke und Horst Brückner sind teils seit Jahrzehnten im Amt und in der Vergangenheit auch schon selbst hauptamtliche Bürgermeister gewesen. Kürzer treten und mehr Verantwortung an die Verwaltung abgeben fällt da nicht immer leicht.

In Hohendubrau endet mit dem Abschied von Hans Hermann Zschieschank in jedem Fall eine Ära. Am 9. März soll die Wahl offiziell bekannt gegeben werden. Dann können die Kandidaten ihre Bewerbung bis zum 11. Mai beim Gemeindewahlausschuss einreichen. Erst danach wird öffentlich, wer sich tatsächlich zur Wahl stellt. Diese findet dann, genau wie im benachbarten Waldhufen, am 7. Juni statt. Falls dabei niemand die notwendige Mehrheit erreicht, kommt es vier Wochen später zum zweiten Wahlgang.

Eine Altersgrenze nach oben gibt es für die Bewerber, die wenigstens 18 Jahre alt sein müssen, nicht. Auch muss der neue Bürgermeister noch nicht mal in Hohendubrau leben. Auch jemand von außerhalb ist denkbar. Egal ob aus der Nachbargemeinde oder einem EU-Nachbarland.

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