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Freie Hebammen sind unentbehrlich

über die wegfallende Haftpflichtversicherung

Manuela Reuß

Schwangere Frauen sind bei Hebammen in den besten Händen. Doch immer häufiger geben freiberufliche Geburtshelferinnen auf. Sie können die immens steigenden Versicherungsprämien nicht mehr aufbringen und sich ihren Beruf deshalb nicht mehr leisten. Nun soll die Haftpflichtversicherung für Hebammen ganz vom Markt verschwinden.

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Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Eigentlich unverständlich. Denn eine Haftpflichtversicherung braucht streng genommen jeder. Sie springt ein, wenn man ungewollt Schaden verursacht. Geburtshelferinnen dürfen ohne Haftpflichtversicherung gar nicht erst  arbeiten. Weder in einem Geburtshaus noch als freie Hebamme in einem Krankenhaus. Bekommen sie keine Versicherung, bedeutet das quasi Berufsverbot.

Die Versicherung soll tragische Unglücksfälle abdecken. Denn eine Geburt ist und bleibt bis zu einem gewissen Grad unberechenbar. Selbst im Zeitalter der Hightech-Medizin. Und wenn Hebammen für Geburtsschäden haften müssen, kann es schnell um mehrere Millionen Euro gehen.

Freie Hebammen sind unentbehrlich. Sie holen Kinder nicht nur im Geburtshaus oder zu Hause auf die Welt. Auch Krankenhäuser greifen aus Kostengründen oft auf Freiberuflerinnen zurück. Denn ohne Hebamme keine Geburtshilfe. Rein rechtlich gesehen darf ein Arzt eine Geburt nicht ohne Hebamme betreuen. Umgekehrt ist das möglich.

Deshalb ist jetzt die Politik gefragt. Lösungen müssen her. Sonst könnte das Recht jeder Frau auf die Hilfe einer Hebamme bei der Geburt und die freie Wahl des Geburtsortes schon bald nur noch auf dem Papier existieren.