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Schulstreit: Verein sucht Kompromiss

In Kamenz soll eine Freie Grundschule öffnen. Doch über den Standort sind sich Initiatoren und Stadt nicht einig. Wie jetzt eine Lösung gefunden werden soll.

Hofft noch auf eine Einigung mit der Stadt Kamenz: Frank Jank, Vorstand der Freien Alternativschule. Die Initiative möchte im Schloss Brauna eine freie Grundschule einrichten. Die Stadt hat andere Pläne.
Hofft noch auf eine Einigung mit der Stadt Kamenz: Frank Jank, Vorstand der Freien Alternativschule. Die Initiative möchte im Schloss Brauna eine freie Grundschule einrichten. Die Stadt hat andere Pläne. © René Plaul

Kamenz. Das Ringen um eine Freie Grundschule in Kamenz geht in eine neue Runde. Im Streit um den Standort wenden sich die Gründer-Initiatoren der Freien Alternativschule nun mit einem Brief an den Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) und den Stadtrat. Daraus spricht die Sorge, dass es am Ende keinen Gewinner geben könnte. Oder nur Verlierer, wie es jetzt Stadtrat Alex Theile (Die Linke) formulierte. Er forderte die Parteien zugleich auf, „schnellstmöglich miteinander eine Lösung zu finden“.

Theresa Vogel und Frank Jank von der Initiative arbeiten nun daran und schreiben: „Als wir im letzten August dem Ruf nach Kamenz folgten, um eine bestehende Schulinitiative zu unterstützen, freuten wir uns auf eine Stadt im Aufbruch und hofften auf ein konstruktives und zukunftsorientiertes Miteinander. Davon haben wir uns in den letzten Monaten sehr weit entfernt.“

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Emotionen sind hochgekocht

Die Initiative übt auch Selbstkritik, schreibt, wie wichtig es sei, ein Miteinander zu finden und Interessen auszugleichen. Man habe das in der Schulsache so kooperativ, offen und sachlich zu tun versucht, wie es dem Verein möglich war. Was offenbar nicht an allen Stellen gelungen sei. Auch vom Kampfmodus auf beiden Seiten ist die Rede. Es sei bedauerlich, dass die Emotionen derart hochgekocht sind: „Wir brennen für die Sache, und an dem Projekt hängt unser Herzblut.“ Die Initiative erkenne an, dass es bei der Stadt genauso viel Überzeugung, Visionen und auch Emotionen gibt wie beim Verein.

Der geht nun auf die Stadt zu. Knackpunkt ist nach wie vor der umstrittene Schulstandort im Schloss des Kamenzer Ortsteils Brauna, den der Verein favorisiert und die Stadt kritisch sieht. Der Verein bittet die Stadt nun um ein Treffen, um ein moderiertes Gespräch gemeinsam mit  der Louisenstift Gesellschaft als Schloss-Eigentümerin und Vertretern des Landkreises, um kurzfristig einen Kompromiss zu finden. Die Louisenstift Gesellschaft will voraussichtlich noch mindestens zwei Jahre eine Wohngruppe betreiben, heißt es. Das schränke andere Konzepte ein.

Interimslösung im Schloss?

Eine vorerst befristete Nutzung des Gebäudes halten die Initiatoren aber für möglich, sozusagen als Interimsobjekt für die Schule, bis Planungen der Stadt abgeschlossen sind. Das schlägt die Initiative jetzt vor, um ihr Vorhaben zu retten.

Ein Aufschub des Schulstarts ins nächste Jahr oder ein Start an einem anderen Standort sei nicht möglich, schreibt die Initiative, „so sehr wir das auch wollten im Hinblick auf eine kooperative Zusammenarbeit mit der Stadt Kamenz“.

Bei einer befristeten Nutzung könne innerhalb eines gewissen Zeitraumes überprüft werden, ob sich die Vorbehalte der Stadt gegenüber dem Schulstandort bestätigen oder nicht. Auch die Suche nach einem anderen geeigneten Objekt könne vorangetrieben werden, falls der Schulstandort letztlich doch nicht in die Stadtplanung passt.

Die Zeit dränge, da der Schuljahresbeginn naht und die Nutzungsgenehmigung auch noch dem Landesamt für Schule und Bildung vorgelegt werden müsse. Derzeit liegt der  entsprechende Antrag im Bautzener Landratsamt auf Eis. Das Landesamt ist derzeit noch im Prüfprozess. Der Verein fürchtet, ohne das Papier sei keine positive Entscheidung zu erwarten.

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