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Weihnachtsmarkt profitiert von Viathea-Absage

Die Stadt Görlitz will dauerhaft einen zweiten Markt in der Weihnachtszeit. Mit ihrem Vorstoß hat sie eine Debatte angezettelt.

So könnte der neue Weihnachtsmarkt mit Pagoden auf dem Görlitzer Postplatz aussehen.
So könnte der neue Weihnachtsmarkt mit Pagoden auf dem Görlitzer Postplatz aussehen. © Foto/Zeichnung: Gerd Weise

Nun kommt es doch zu einer öffentlichen Debatte über den neuen Weihnachtsmarkt auf dem Postplatz. Am Mittwoch wird der Verwaltungsausschuss über das Thema diskutieren.

Anlass ist eine Vorlage, mit der die Finanzierung des Marktes geklärt werden soll. Denn der städtische Kulturservice rechnet mit Kosten von 125.000 Euro für den Weihnachtsmarkt. Nur ein Teil ist über Fördergelder, Standmieten, Sponsoring oder Unterstützung seitens der Sparkasse abgedeckt. Es bleibt ein Rest von 55.000 Euro. Dafür schlägt das Görlitzer Rathaus vor, einen Teil der Gelder zu verwenden, die für das Straßentheaterfestival Viathea vorgesehen waren und durch dessen Ausfall frei geworden sind. Das geht aber nur in diesem Jahr, ab 2021 braucht es neue Finanzquellen.

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"Wir wollen gerade in diesem Jahr etwas für die Händler in der Innenstadt nach den Wochen des Stillstands in der Corona-Zeit tun", begründete Oberbürgermeister Octavian Ursu erneut vor Journalisten den Vorstoß der Stadt, den Weihnachtsmarkt kurzfristig auf dem Postplatz zu organisieren. Ziel sei es, durch den Weihnachtsmarkt dem Innenstadthandel zu höheren Umsätzen zu verhelfen. 

Im ersten Quartal 2021 soll der Markt ausgewertet und über eine Fortsetzung entschieden werden. Allerdings will die Stadt, so heißt es in der Vorlage für den Verwaltungsausschuss, schon den Weihnachtsmarkt auf dem Postplatz als dauerhafte Einrichtung. So versteht die Stadt den  Beschluss am Mittwoch als einen "Grundsatzbeschluss zur Umsetzung einer neuen freiwilligen, städtischen Maßnahme,  die auf Dauer keine Folgekosten seitens der Stadt nach sich ziehen soll".  Ursu sprach davon, dass möglicherweise die Stadt künftig auch über ihre verschiedenen Weihnachtsmärkte touristisch auf sich aufmerksam machen könnte.

Bürgermeister Michael Wieler begründete das städtische Anliegen auch damit, dass bei der Sanierung des Platzes gerade für solche Märkte Veranstaltungstechnik in Höhe von 185.000 Euro "in den Platz versenkt worden" sei. Zumal wäre seit Jahren darüber diskutiert worden.

Ob die Weihnachtsmeile der Görlitzer Händler Bestandteil des Weihnachtsmarktes auf dem Postplatz  wird oder auf den Marienplatz rückt oder gar keine Chance mehr hat, ließen Ursu und Wieler offen. Zwar soll der städtische Kulturservice mit allen Interessenten Gespräche führen, zu welchem Ergebnis sie führen, ist aber offen. 

Nicht wenige fühlen sich von der Stadt und dem neuen Weihnachtsmarkt überfahren und hätten gern erst das Gespräch mit der Stadt geführt, bevor die Pläne veröffentlicht und dadurch der Eindruck entstanden ist, dass sie praktisch endgültig sind. Gerd Weise vom Kulturservice hatte vor Journalisten erklärt, erst musste das Konzept auf den Tisch gelegt werden, jetzt würden die Gespräche geführt.

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