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Freie Wähler sehen Gelb-Rot

Beim Thema Freibad kommt man nicht weiter. Kritik sehen die Stadträte als unberechtigt an.

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Die Freien Wähler haben ein Thema für die Kommunalwahl entdeckt. Nachdem sie bei den letzten Wahlen mit ihrer Ablehnung der Abwasserbeiträge zwar auf der ganzen Linie scheiterten, aber damit die absolut meisten Stimmen holten und fünf Stadträte wie die CDU und die FDP stellen, haben sie nun ein weiteres populäres Thema auf die Tagesordnung gesetzt: das Freibad. Das ist bekanntlich seit drei Jahren zu, weil das Schwimmbecken kaputt ist und die Stadt weder Geld für die Sanierung und gleich gar nicht für das Betreiben des Bades hat. Ein Freibadverein unter wesentlicher Mitwirkung der Freien Wähler gründete sich und entwarf ein Konzept, wie der Verein das Bad betreiben kann.

Allerdings blieben viele Fragen offen. Die sollte der Verein zur Stadtratssitzung beantworten. Doch es gab keine einzige Antwort. Die SZ hat das kritisiert. Auf ihrer Internetseite und im nichtamtlichen Teil des Lommatzscher Amtsblattes schießen nun die Freien Wähler zurück. Stadtrat Horst Bieber findet es wohl schon unerhört, dass ein SZ-Redakteur überhaupt zur öffentlichen Sitzung erschien. Der Artikel gehe „schlicht und ergreifend unter die Gürtellinie. Wer an diesem Abend im Schützenhaus war, muss sich allen Ernstes fragen, ob er (der Redakteur - SZ) geschlafen hat oder zu einer anderen Veranstaltung war.“

Rainer Winkler aus Lommatzsch, der ebenfalls die Stadtratssitzung besuchte, teilt hingegen die Einschätzung der SZ. Er schreibt in einem Leserbrief: „Diese im Lommatzscher Amtsblatt veröffentlichte Kritik an Ihrem Redakteur ist nicht nachzuvollziehen und unzutreffend. Er hat nur sachlich analysiert und wahrheitgemäß berichet, was sich in dieser öffentlichen Ratssitzung zugetragen hat. Grundsätzliches Konkretes hat man nicht erfahren. Stattdessen wurden nur bekannte Details wiederholt. Ich hatte das Gefühl, dass man sich nur im Kreis drehte. Neue Vorschläge vor allem zur dauerhaften Finanzierung des Bades hat man leider nicht gehört.“ Eine Arbeitsgruppe in kleinerem Kreis, welche es seines Wissens schon länger gäbe, habe nichts gebracht, weil eben die Gesamtfinanzierung bis heute nicht nachhaltig gesichert werden könne. Bieber sieht das anders. Er möchte die SZ am liebsten aussperren. „Im sportlichen Bereich hieße das Gelb-Rot und fünf Jahre Sperre.“ (SZ)