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Freie Wähler: Sonnenstein auf Prüfstand stellen

Auch die CDU-Fraktion im Kreistag hat nach der Kostenexplosion beim Umbau des Schlosses großen Gesprächsbedarf.

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Die Freien Wähler sind über die angekündigten Mehrausgaben bei der Sanierung des Schlosses Sonnenstein schockiert. Das Gesamtprojekt soll 46 Millionen Euro kosten, bisher war immer die Rede von 26 Millionen (SZ berichtete am Dienstag). „Das Projekt muss auf den Prüfstand“, fordert Fraktionsvorsitzender Thomas Kirsten. „Die Frage ist, ob wir es uns tatsächlich leisten wollen, für einen Kreissitz derart hohe Investitionen durchzuführen.“ Der Kreistag müsse abwägen, was in den nächsten Jahren Priorität haben soll.

In die gleiche Kerbe schlägt die CDU-Fraktion im Kreistag. Vorsitzender Mike Ruckh erwartet zum nächsten Kreistag am 22. Juni belastbare Aussagen zu den unmittelbaren und langfristigen Kosten des Verwaltungszentrums Schloss Sonnenstein. „Wir werden zwischen Wünschenswertem und Machbaren zu entscheiden haben“, sagt Ruckh. Und er fügt hinzu, dass bis zum September-Kreistag auch Eckpunkte für den Haushaltsplan 2010 vorliegen müssen. Angesichts der Kostenexplosion bei der Schloss-Sanierung und der absehbaren extremen Rückgänge bei den Steuereinnahmen brauche man Klarheit über die Kreisfinanzen. „Nur dann können wir klare Prioritäten setzen“, sagt Ruckh. Er fordert zugleich Hilfe des Freistaats ein.

Mit den übergeordneten Behörden sucht auch der Landrat Michael Geisler (CDU) den Kontakt. So waren Vertreter des Landesrechnungshofes am Dienstag auf Schloss Sonnenstein. „Transparenz bei der Mittelverwendung soll von Anfang an den Bau des neuen Verwaltungssitzes begleiten“, sagt Geisler. (SZ/jk)