SZ +
Merken

Freistaat hilft Bauern mit Schlechtwetterprämie

Niemand ist so abhängig vom Wetter wie Bauern. Deshalb hat Sachsen dieses Jahr seine Hilfen eher andie Landwirte überwiesen.

Teilen
Folgen

Von Bernhard Donke

Kurz vor Weihnachten hatten die Banken ihre Transaktionen eingestellt. Auch zwischen den Jahren ist es eher unüblich, größere Geldtransaktionen zu tätigen. Der Freistaat hat es aber dennoch getan– aus einem guten Grund: 295 Millionen Euro hat Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer noch vor Weihnachten an die Landwirte ausgezahlt. Insgesamt 7400 Betriebe haben von der sogenannten Prämie bei Schlechtwetterereignissen profitiert.

Das war auch allerhöchste Zeit, denn die Bauern der Region hatten im Dezember gleich mehrere Probleme: Es war viel zu trocken und zu warm. Die Ernte war zwar vom Feld, aber der Verkauf noch nicht abgeschlossen. Und dann liefen bereits die Rechnungen für die Investitionen 2012 auf. „Für 2012 hoffe ich für unsere Landwirte auf bessere Wetterbedingungen“, so Kupfer zu den ungewöhnlich früh ausgezahlten Hilfen. Der Freistaat bekommt übrigens die Gelder erst jetzt von der EU. Der Bund hatte die Prämie vorfinanziert.

So hilfreich die Zahlungen sind, sanieren lässt sich damit natürlich ein Betrieb nicht, der von Wetterkapriolen, matschigen oder vertrockneten Feldern oder Schädlingen heimgesucht worden ist. Trotzdem hat es viele Bauern gefreut, dass der Freistaat zu ihnen steht.

Noch willkommener war lediglich der Regen, der fast gleichzeitig kam. Denn über sechs Wochen hatte es nicht geregnet. Der Stark- und Landregen hat damit gleich mehrere gute Taten vollbracht, denn neben der Minderung der Waldbrandgefahr hat er auch dem Boden die nötige Feuchte zur Aussaat des Wintergetreides gegeben. „Der Regen ist zwar wirklich ein Segen, doch er hätte etwas früher kommen können, damit sich die aufgehende Saat des Wintergetreides noch etwas hätte stärken können. Umso besser kann sie jetzt den Winter mit seinen vielleicht harten und offenen Frösten überstehen“, sagt Bio-Landwirt Steffen Morche. „Auch für das Wachstum der Pflanzen im Frühjahr ist es besser, wenn die Erde jetzt nicht so trocken einfriert und ausreichend Feuchtigkeit mit ins kommende Frühjahr hinübernimmt“, fügt er noch hinzu. Im vergangenen Jahr hatten sich die Landwirte nach etwas trockenerem Wetter gesehnt. Da kamen sie wegen der anhaltenden Niederschläge und der damit ständig sehr nassen Felder nur schwer mit ihrer Technik auf die Ackerfläche, um die Herbstarbeiten und die Aussaat des Wintergetreides abzuschließen.

Auch Michael Krujatz, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Steinölsa, ist über den gegenwärtigen Regen sehr froh: „Der Natur hat es geholfen. Denn wenn die Erde jetzt zum Winter so trocken einfrieren würde, wäre das für unsere im Frühjahr angepflanzten Jungbestände nicht gut. Sie hätten dann sicher Schwierigkeiten, den Winter schadlos zu überstehen“, sagt Forstmann Michael Krujatz. In seinem Revier waren im Frühjahr des vergangenen Jahres viele Flächen mit Nadel- und Laubhölzern aufgeforstet worden.