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Freistaat streicht Gelder für Skigebäude zusammen

Die Stadt Neustadt muss die Finanzlücke nun selbst füllen. Und es gibt noch einen anderen Stolperstein für den Bau.

Von Katarina Lange

In genau vier Wochen soll eines der größten Bauprojekte von Neustadt starten: Am Skihang in Rugiswalde wird eine leer stehende Scheune zu einem modernen Mehrzweckgebäude umgebaut. Die Kommune hat das Objekt letztes Jahr gekauft. Darin soll der Skiclub Rugiswalde neue Räumlichkeiten bekommen. Zudem soll Platz für einen Mehrzweckraum geschaffen werden. Außerdem ist unter dem Dach ein Imbiss mit großer Terrasse geplant. Rund 460 000 Euro sollen in den Umbau der Scheune investiert werden. Unterstützung erhoffte sich die Kommune dabei in Form von Fördermitteln aus dem Programm für die Integrierte ländliche Entwicklung. Etwa die Hälfte der Kosten sollten darüber gedeckt werden. Doch nun steht fest: Die Gelder wurden zusammengestrichen.

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Statt 230 000 Euro bekommt Neustadt nur noch 187 000 Euro bewilligt. Das ergibt eine Finanzlücke von gut 42 000 Euro. Das stellt Neustadt vor ein Problem. Entweder füllt die Kommune den Fehlbetrag aus der eigenen Tasche auf, oder das Projekt muss sterben. In der letzten Stadtratssitzung haben die Räte nun mehrheitlich dafür gestimmt, den Fehlbetrag aus Eigenmitteln zu decken.

Warum die Fördermittel überhaupt zusammengestrichen wurden, hängt mit dem Konzept für das Mehrzweckgebäude zusammen. In dem Haus sollen später Skiausrüstungen verliehen werden. Auch der geplante Imbiss wirkte sich negativ auf den Förderbescheid aus. Denn hiermit wird später Geld verdient. Das lässt die Zuschüsse schon im Vorfeld schrumpfen.

Mit dem größeren Eigenanteil sind die Probleme aber noch lange nicht aus der Welt geschafft. Denn der Kommune sitzt nun die Zeit im Nacken. Sie wollte eigentlich schon im Frühling mit dem Umbau der Scheune beginnen. Wegen der ausstehenden Fördermittel ist der Termin aber immer weiter nach hinten gerückt. Erst von April auf Mai. Nun wird der 23. Juni für den Baubeginn angepeilt. Bis Ende des Jahres müssen die Arbeiten beendet sein. Sonst bekommt Neustadt arge Probleme bei der Abrechnung der Fördermittel. Dass dieses Ziel sportlich ist, das verheimlicht Neustadts Bürgermeister Manfred Elsner (FDP) nicht. „Die Geschichte ist schwierig, aber es gibt keine andere Lösung“, erklärte er gegenüber dem Stadtrat.

Um den Zeitplan doch zu schaffen, laufen bereits die ersten Ausschreibungen. Das betrifft zum Beispiel den erweiterten Rohbau. Wenn dieses erste Baulos zeitnah vergeben wird, dann sei der Baustart nicht mehr in Gefahr, teilt die Stadtverwaltung mit. Parallel dazu würden die Mitarbeiter schon die weiteren Ausschreibungen vorantreiben. Anfang Juni sollen diese Bauaufträge dann an Firmen vergeben werden.

Skiclub saniert alte Skihütte

Welche Rolle der Skiclub Rugiswalde bei der Finanzierung spielt, diese Frage beschäftigte Stadtrat Klaus Anders (NfN). „Der Verein zieht in das neue Mehrzweckgebäude mit ein. Wie bringt er sich im Gegenzug finanziell ein“, wollte der Schulleiter wissen. Der Skiclub beteilige sich bereits mit Eigenmitteln, klärte Ratschef Elsner auf. Die Gelder werden allerdings nicht in die sanierte Scheune, sondern in die bisherige Skihütte fließen. Die Sportler werden den Altbau trocken legen. Auch am Dach müsste etwas gemacht werden. „Der Verein konzentriert sich auf sein Objekt, wir uns auf unseres“, fasste Elsner zusammen.

Für den geplanten Imbiss im Mehrzweckgebäude sucht die Kommune derzeit noch nach einem Betreiber. Er müsste auch die Ausstattung finanzieren. Denn diese ist laut Bürgermeister noch nicht in der Finanzplanung enthalten.

Der Gastronomiebetrieb soll nicht nur in den Wintermonaten, wenn am Hang Ski gefahren wird, laufen. Das Mehrzweckgebäude soll ganzjährig genutzt werden. Zum Beispiel könnte die ausgebaute Scheune ein Anlaufpunkt für Radfahrer werden. An Rugiswalde führt ein bekannter Radweg vorbei. Die Radtouristen könnten einen Abstecher ins Tal machen und im Sommer auf der Terrasse eine Rast einlegen.