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Freital soll ein Sportzentrum bekommen

Im Stadion des Friedens wird mehr Platz für Sportler und Zuschauer geschaffen. Doch dafür müssen die Fußballer auch etwas aufgeben.

So schick könnte das neue Funktionsgebäude mit Zuschauertribüne im Freitaler Stadion des Friedens aussehen.
So schick könnte das neue Funktionsgebäude mit Zuschauertribüne im Freitaler Stadion des Friedens aussehen. © Stadt Freital

Gemunkelt wurde darüber schon länger, nun wird es konkret: Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am Donnerstagabend über den Ausbau am Stadion des Friedens entscheiden. Es geht um Millionen für neue Tribünen, ein modernes Funktionsgebäude und einen zusätzlichen Kunstrasenplatz. Das sind die Pläne.

Die Voraussetzungen: Freital hat nun den größten Verein des Landkreises

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Nach der kürzlich erst über die Bühne gegangenen Fusion von Motor Freital, Blau-Weiß Stahl Freital und dem Hainsberger SV hat die Stadt Freital nun den größten Sportverein im Landkreis überhaupt. Der neue Sportclub Freital - kurz SCF - hat mehr als 1.500 Mitglieder. Allein das macht ihn zu einem Schwergewicht. Dazu kommt, dass der neue Klub nun die personellen, wirtschaftlichen und materiellen Ressourcen dreier ehemaliger Vereine unter einem Dach zusammenbringen will. Damit dürfte er nicht nur das sportliche, sondern auch das finanzielle Schwergewicht in der Stadt werden.

Der Ist-Zustand: Keine Zentrale und zu kleines Gebäude

Was nach der Vereinsfusion fehlt, ist eine Zentrale für den neuen Sportclub Freital. Derzeit ist er auf drei Standorte in Hainsberg, am Stadion Burgwartsberg und am Stadion des Friedens verteilt. Das soll sich ändern: Der SCF möchte ins Zentrum ans Stadion des Friedens. Doch dessen Funktionsgebäude ist zu klein für so viele Sportler. Zudem nutzt auch der Kreissportbund einige Räume. Dazu kommt, dass die Sanitäranlagen und Umkleiden nicht mehr zeitgemäß und obendrein viel zu klein für so viele Sportler sind. Deshalb soll ein Neubau her. 

Das Projekt: Neue Tribüne mit Funktionsgebäude

Geplant ist, entlang der östlichen Längsseite des Stadions einen Tribünenneubau mit integriertem Funktionsgebäude zu errichten. Auf den Traversen der Tribüne sollen 500 Zuschauer Platz finden. Unter den Sitzrängen entstehen die Umkleiden und Sanitärräume für die Sportler. Dazu kommen Lager, Büroräume und ein Physiotherapiebereich. Den Abschluss zur Seite hin bildet ein Kopfbau, dessen oberste Etage voll verglast wird, um einen guten Blick ins Stadion zu haben. Dieser Raum soll einerseits für Schulungszwecke genutzt werden, kann aber auch für repräsentative Zwecke dienen. "Wir wollen das Stadion so ausbauen, dass es für alle Freitaler zur Verfügung steht und auch für überregionale Wettkämpfe nutzbar ist", sagt SCF-Präsident Jörg Schneider. Der Sportclub wird dann dort Pächter. "Das Stadion verbessert die Bedingungen für alle Freitaler Sportler, auch für die Schulen." Der Kreissportbund bleibt ebenfalls in seinen Räumen.

Der Bonus: Zusätzlicher Kunstrasenplatz an der Weißeritz

Außerdem möchte der SC Freital einen neuen Kunstrasenplatz bauen lassen. Denn perspektivisch wird das Stadion von Blau-Weiß am Burgwartsberg aufgegeben. Der neue Fußballplatz wird ein Großfeld mit den Maßen 90 mal 50 Meter. Es soll anstelle des alten Hartplatzes hinter der Kegelbahn angelegt werden. Dort trainieren derzeit vor allem die Bogensportler. Deren Anlagen wurden vor Kurzem erst ausgebaut und sollen auch so bestehen bleiben. Der Fußballplatz entsteht direkt daneben. Um dafür genügend Fläche zur Verfügung zu haben, wird der Fuß- und Radweg ein Stück in Richtung Weißeritz verlagert.

Die Kosten: Städtische Gesellschaft soll bauen

Die Stadt schätzt die Kosten für den Ausbau des Stadions sowie den Kunstrasenplatz auf 4,5 Millionen Euro. Bis zum Bauabschluss rechnet man mit einer Verteuerung von etwa zehn Prozent, also Gesamtkosten von gut fünf Millionen Euro. Allerdings sind dafür in der Stadtkasse keinerlei Mittel vorhanden. Deshalb sollen die Wirtschaftsbetriebe Freital (WBF), ein Tochterunternehmen der Stadt, die gesamte Anlage übernehmen. Dafür muss ein Erbbaupachtvertrag abgeschlossen werden - andernfalls gibt es keine Fördermittel. Anschließend können die WBF das geplante Tribünengebäude und den Kunstrasenplatz errichten. Das Geld soll aus den Rücklagen kommen. Der Verein SC Freital würde die Anlagen denn für den Sportbetrieb pachten. Die Rede ist von 44.000 Euro Pacht jährlich. Damit würde sich ein Teil der Baukosten für die Wirtschaftsbetriebe innerhalb von 26 Jahren refinanzieren. 

Der Wermutstropfen: Stadion am Burgwartsberg wird aufgegeben

Um die Baupläne zu verwirklichen, müssen insbesondere Freitals Fußballer von ehemals Blau-Weiß einen großen Verzicht leisten. Ihr Stadion am Burgwartsberg, eine liebevoll gepflegte und mit viel Einsatz in Schuss gehaltene Anlage, wird geschliffen. Die Sportfläche, umgeben von Wohnhäusern, soll vermarktet werden - höchstwahrscheinlich als Bauland für neue Wohnhäuser. Es geht um 16.000 Quadratmeter. Die Stadt rechnet mit einem Verkaufserlös von 1,6 Millionen Euro. Das Geld soll in die Finanzierung des Bauprojektes am Stadion des Friedens fließen. 

Der Zeitplan: Zwei Jahre Bauzeit bis 2022

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Im Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe wurde das Vorhaben dem Vernehmen nach bereits zweimal diskutiert. "Es bestand Einigkeit darüber, dass die Umsetzung des Projektes durch die WBF eine gute Chance zur Entwicklung in und für die Stadt Freital darstellt", heißt es dazu aus dem Rathaus. Daraufhin beantragten die WBF bereits Ende 2019 Fördermittel. Es geht um einen Zuschuss von bis zu 2,3 Millionen Euro. Abhängig von der Fördermittel-Zusage sollen dann in diesem Jahr noch die Vorbereitungen für den Bau beginnen. Spätestens Ende 2022 soll das Projekt umgesetzt sein. (mit SZ/tig)

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