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Dresdner Firmen ziehen nach Freital

Der Stadt gelingt ein Coup. Zwei Gartenbaufirmen kommen im nächsten Jahr von der Elbe an die Weißeritz.

Geschäftsführer Gert Merkert bekommt zum Richtfest seines Firmenneubaus von Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg ein Willkommensgeschenk.
Geschäftsführer Gert Merkert bekommt zum Richtfest seines Firmenneubaus von Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg ein Willkommensgeschenk. © Karl-Ludwig Oberthür

Weichen stellen, das liegt Gert Merkert offensichtlich sehr. So betrachtet der promovierte Agraringenieur zufrieden den Bau der neuen Gebäude für seine beiden Firmen „Natur + Stein Landschaftsbau GmbH“ und „Die Galabauprofis GmbH“. Seit Ende März werden sie nach den Plänen von Thomas Klingauf an der Lutherstraße in Freital errichtet. 

Der Rohbau des zweigeschossigen Sozial- und Wirtschaftsgebäudes mit einer Grundfläche von 185 Quadratmetern ist bereits abgeschlossen. In ihm werden später Umkleideräume, Duschen, Toiletten und Besprechungsräume sowie im Obergeschoss die Büros der Geschäftsleitung Platz finden. Die 675 Quadratmeter große Halle für den Pflegebetrieb entsteht gerade nebenan. In einem Jahr werden die beiden Firmen von Gert Merkert mit insgesamt 90 Mitarbeitern von Dresden nach Freital ziehen.

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Grund genug, um am Freitag Richtfest zu feiern. Und damit auch alle Mitarbeiter ihre künftige Wirkungsstätte kennenlernen können, hat Merkert die Belegschaft am Abend zu einem Sommerfest eingeladen.

„Schon heute fühlen wir uns als waschechte Freitaler, zumal wir in den zurückliegenden Jahren mit zahlreichen Ämtern der Stadtverwaltung erfolgreich zusammenarbeiten konnten“, sagte der Firmenchef und Bauherr bevor die Richtkrone in die Höhe gezogen wurde. 

Seine Unternehmen waren beispielsweise am Bau der Parkanlage „Am Storchenbrunnen“, der Kitas „Am Goetheplatz“ und „Sonnenblume“, an den Grundschulen „Wurgwitz“, „Ludwig Richter“ und „Geschwister Scholl“ sowie am Jugendpark 2000 und bei der Umgestaltung des Bahnhofs Potschappel beteiligt. Die Mitarbeiter der Galabauprofis pflegen zudem einen großen Teil der Freitaler Grünanlagen.

Tränen zum Abschied, Freudentränen zum Willkommen

Die weißen Firmenfahrzeuge mit den orangefarbenen Gräsern sind auch in Dresden, Radebeul, Pirna und anderen Orten unterwegs. Mit dem Bau von Außenanlagen, Spielplätzen und Gärten bis hin zur Dachbegrünung erzielt „Natur + Stein“ etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes von 6,5 Millionen Euro. Derzeit haben beide Firmen noch ihren Sitz in Dresden-Omsewitz. Doch die gemieteten Büroräume sind längst zu klein. 

Schlimmer noch, es fehlen Sanitäreinrichtungen und Umkleideräume für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei gäbe es genug Platz für einen Neubau im Umfeld. 20.000 Quadratmeter gehören zum Unternehmen. Einst standen dort Gewächshäuser einer gärtnerischen Produktionsgenossenschaft. 

Die Stadt Dresden besteht jedoch darauf, dass die Fläche wieder landwirtschaftlich genutzt wird und schließt den Bau von Sozial- und Lagergebäuden aus. Zehn Jahre lang hatte Merkert darum gekämpft, nun musste er sich mit einer Träne im Auge, wie er sagt, auf die Suche nach einem neuen Grundstück machen. 

In Freital wurde er schließlich fündig und fand bei Oberbürgermeister Uwe Rumberg (parteilos) und seinen Mitarbeitern Unterstützung. Der wiederum spricht beim Richtfest von Freudentränen. Er wisse von der Zuverlässigkeit der Firma und freue sich, dass sie nach Freital kommt.

Die große Familie hält zusammen

Jeweils rund 800.000 Euro investieren beide Firmen. „Wir erhalten voraussichtlich 22 Prozent Fördermittel und leisten zudem etwa 20 Prozent der Arbeiten selbst“, sagt der 67-jährige Merkert. Für ihn war es wichtig, dieses große Projekt einschließlich der Bankfinanzierung zu stemmen. Er wollte das Risiko nicht seinen Kindern überlassen. Nach dem Umzug wolle er dann etwas kürzer treten und "vielleicht nur noch 70 Stunden in der Woche arbeiten", wie er mit einem Augenzwinkern sagt.

Für die Zukunft hat er vorgesorgt: Seine drei Söhne sind längst im Unternehmen tätig, einer ist für die gesamte Technik zuständig, ein anderer kümmert sich als Kraftfahrer auch um die Container-Spezialfahrzeuge. Seinem 42-jährigen Sohn Jörg hat er bereits die Verantwortung als Geschäftsführer übertragen. Etwa ein Jahrzehnt jünger ist Paul Machemehl, der im Unternehmen als Prokurist tätig ist. 

„Es gibt schon mal Meinungsverschiedenheiten, aber am Ende des Tages sind wir uns immer einig“, versichert Jörg Merkert. Er schwört auf die fachliche Kompetenz seines Vaters. Die Familie, zu der auch zwei Töchter gehören, halte ohnehin eng zusammen. Zum Frühstück am Wochenende sind sie meist alle in Bannewitz versammelt.

Ausbildung sichert Nachwuchs fürs Unternehmen

An Nachwuchs mangelt es dem Unternehmen nicht. Das liegt auch an der kontinuierlichen Ausbildung von Lehrlingen. Derzeit werden 18 junge Leute ausgebildet, auch drei Prüfer gehören zum Mitarbeiterstamm. 

Neben der üblichen dreijährigen Ausbildung gibt es eine Ausbildung mit Abitur zur Vorbereitung auf ein Fachhochschulstudium. Außerdem bietet die Unternehmensgruppe benachteiligten Jugendlichen eine Fachpraktiker-Ausbildung an. Vor seiner Selbstständigkeit führte Gert Merkert viele Jahre ein Integrationsunternehmen für Behinderte.

Er selbst stammt aus einer Gärtnerfamilie. Seine fast 90-jährige Mutter feiert das Richtfest mit. Traditionsgemäß erlernte Merkert diesen Beruf. Danach studierte er Gartenbau an der Humboldt-Universität in Berlin und promovierte dort 1981. Eng ist sein berufliches Leben mit dem heutigen Institut für Gartenbau in Pillnitz verbunden. 

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