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Freital-Entwickler trotzen der Krise

Corona hat bisher kaum Einfluss auf die Situation im Technologiezentrum und im Gewerbepark. Dieses Jahr ist dennoch ein besonderes.

Nicht ohne Stolz auf seine Arbeit sitzt Alexander Karrei gegenüber vom Technologiezentrum auf dem Neumarkt.
Nicht ohne Stolz auf seine Arbeit sitzt Alexander Karrei gegenüber vom Technologiezentrum auf dem Neumarkt. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Erfolgsgeschichte geht weiter. So zumindest sieht es Alexander Karrei. Der 48-Jährige weiß, wovon er spricht. Er ist Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums (TGF) sowie der Freitaler Projektentwicklungsgesellschaft. Er kümmert sich um die Vermietung im TGF und um den Ausbau der Gewerbeflächen westlich der Bahnstrecke zwischen Toom-Baumarkt und Porzelline. Zudem wird noch ein weiterer Standort erschlossen: Der Technologiepark Ost. 

"Das zweite Jahr in Folge haben wir einen positiven Abschluss hingelegt", sagt Karrei nicht ohne Stolz. 117.000 Euro Gewinn habe die TGF GmbH 2019 gemacht. "Das ist nicht viel, aber immerhin ein Plus." Am wichtigsten sei ja, das es läuft. Auch und gerade in der Corona-Zeit. 

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Im Technologie- und Gründerzentrum am Neumarkt in Freital sind derzeit 35 Firmen eingemietet. Einige davon nutzen die Möglichkeit, wegen der Corona-Krise die Miete vorerst auszusetzen. Bis Ende Juni ist das noch möglich. "Das kostet uns ein bisschen Liquidität, aber am Ende werden die Einnahmen da sein, sodass das für uns nichts negativ zu Buche schlägt", sagt der Geschäftsführer.

90 Prozent der zur Verfügung stehenden Flächen im TGF sind belegt. Kaum noch Luft nach oben. Und mit Watttron gibt es eine Firma, die sich gern innerhalb des Hauses erweitern möchte. Da ist es fast schon ein Glück, dass die Maschinenbaufirma von Torsten Meißner bald aus dem Technologiezentrum ausziehen wird. Das Unternehmen baut sich gerade einen eigenen schicken Firmensitz im Freitaler Technologiepark direkt gegenüber vom Rathaus Döhlen, das heute die Wohnungsgesellschaft Freital (WGF) beheimatet.

Interessenten sind alle noch da

Und der Gewerbepark wächst weiter. 33.000 Quadratmeter sind noch dieses Jahr im Sommer fertig erschlossen. 40 Prozent der Grundstücke wurden dort bereits verkauft. "Für alle anderen Flächen haben wir schon Interessenten und führen Verkaufsgespräche", sagt Alexander Karrei. "Bis jetzt halten die zur Stange. Ich habe gerade alle abtelefoniert. Kein Einziger hat wegen Corona zurückgezogen."

Insgesamt sind rund 5,1 Millionen Euro für das Herrichten und die Erschließung des Areals ausgegeben worden. Das meiste davon sind Fördermittel vom Land. Der Eigenanteil liegt bei circa 880.000 Euro. Allerdings mussten zuvor weitere 610.000 Euro für Grundstückskäufe aufgewendet werden. Das wird nicht gefördert.

Das letzte Stück, das gerade noch für den Verkauf hergerichtet wird, schließt sich direkt an die Porzelline an. Dort standen noch bis vor Kurzem zwei kleine Gebäude, in denen noch Formen für die Porzellanherstellung gelagert waren. "Diese Formen haben wir alle gerettet und eingelagert", sagt Karrei. Die Halle auf dem Osterberg sei damit jetzt bald zur Hälfte nur mit Gitterboxen aus der Porzelline gefüllt.

Die Erdarbeiten an der Abrissfläche direkt neben der Porzelline sind noch in vollem Gange.
Die Erdarbeiten an der Abrissfläche direkt neben der Porzelline sind noch in vollem Gange. © Egbert Kamprath

Von den Gebäuden ist nichts mehr zu sehen. Bagger sind dabei, die Fläche zu begradigen. An der Giebelseite der Porzelline wurde die Fassade frisch gemalert und die Fundamente wurden ertüchtigt. Eine Einfahrt wird noch gebaut, dann können auch diese gut 1.000 Quadratmeter verkauft werden. Und auch hier gibt es schon einen Interessenten.

Ohne Fördermittel geht nichts

Noch nicht ganz so weit ist die Entwicklung im Freitaler Technologiepark Ost vorangekommen. Das Areal an der Coschützer Straße Ecke Birkigter Straße ist zum Teil mit alten Industrieanlagen bebaut, die abgerissen werden müssen. Zudem muss die Fläche von Altlasten im Boden befreit werden.  

"Wir haben dafür im April Fördermittel beantragt", sagt Karrei. 85 Prozent der Gesamtkosten soll das Land übernehmen. Das gehe nur noch in diesem Jahr, danach sinke der Fördersatz. "Deshalb war es für uns so wichtig, den Antrag rechtzeitig zu stellen." Inklusive Grunderwerb kalkuliert Karrei mit 4,5 Millionen Euro und einem Eigenanteil von knapp 900.000 Euro. 

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Dafür entstehen dann noch einmal mehr als 14.500 Quadratmeter Gewerbefläche. Im kommenden Jahr soll der Abriss beginnen, es folgt die Sanierung und Erschließung. 2023, davon geht Alexander Karrei aus, können die Grundstücke dort verkauft werden. Damit das klappt und die Erfolgsgeschichte weiter anhält, müssen aber dieses Jahr unbedingt die Fördermittel genehmigt werden. 

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