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Nach der Lederfabrik ist vorm Mühlenpark

An prominenter Stelle gehen in Freital nach dem Abriss die Erdarbeiten in eine entscheidende Phase. Für das Gelände gibt es nicht nur einen Plan.

Auf dem Gelände der ehemalige Lederfabrik Freital wird der Boden ausgetauscht. Dann wird das Areal grün.
Auf dem Gelände der ehemalige Lederfabrik Freital wird der Boden ausgetauscht. Dann wird das Areal grün. © Egbert Kamprath

Vor einem Jahr war dies Freitals spannendste Baustelle: An der Poisentalstraße wurde die alte Lederfabrik abgerissen. Freitals ewige Ruine verschwand innerhalb weniger Wochen, übrig blieben zunächst ein paar Mauerreste. Als nur noch Schuttberge zu sehen waren, ließ auch das Interesse der Passanten nach. Doch beendet sind die Bauarbeiten noch längst nicht.   

Der Stand: Bodenaustausch wird abgeschlossen

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Inzwischen ist das Gelände gewissermaßen zweigeteilt. Ursache dafür ist der Mühlgraben. Mehr als ein Jahrhundert unter der Fabrik verschwunden, wurde er im Winter freigelegt und zerschneidet nun das Gelände. Steht man mit dem Rücken zur Poisentalstraße, gibt es ein linkes und ein rechtes Baufeld. Im linken Bereich wurde der Erdboden bereits ausgetauscht. Das heißt, der gesamte Fabrikuntergrund, teils durch chemische Rückstände belastet, wurde ausgehoben und ersetzt. Diese Arbeiten sind weit vorangeschritten. 

Jetzt wühlen sich die Bagger durch den rechten Teil des Baufeldes. Bis auf den gewachsenen Boden, eine Mischung aus Geröll und Flusskiesel, wird der Boden abgetragen. Ein Teil der Grundmauern der Lederfabrik und ihrer Nebengebäude sind noch entlang der Hinterstraße zu sehen. Sie kommen bald mit weg. 

Ist der kontaminierte Boden abtransportiert, kann unbedenkliche Masse eingebaut werden. Das erfolgt nun schrittweise. Es ist der letzte Akt der Abbruch- und Sanierungsphase. Anschließend erfolgt die Profilierung des Geländes - als Vorbereitung für den Bau des Mühlenparks. 

Nahe der Hinterstraße wird derzeit noch der Untergrund des Fabrikgeländes ausgetauscht. Der Boden ist mit Rückständen aus der Produktion belastet.
Nahe der Hinterstraße wird derzeit noch der Untergrund des Fabrikgeländes ausgetauscht. Der Boden ist mit Rückständen aus der Produktion belastet. © Egbert Kamprath

Der nächste Schritt: Hinterstraße wird verbreitert

Bevor jedoch die neue Parkanlage und die Grünflächen gestaltet werden, sind erst einmal die Straßenbauer an der Reihe. Denn geplant ist, die Hinterstraße umzubauen. Sie wird für mehr Parkplätze verbreitert, konkret im nördlichen Bereich zwischen Quergasse und Poisentalstraße. Zum einen wird damit Platz für parkende Fahrzeuge geschaffen, zum anderen ist dann ein Verkehr in beide Richtungen möglich. Damit wird der zukünftige Mühlenpark auch besser erreichbar sein. Der Baustart an der Hinterstraße ist im September vorgesehen.

Die Planung: Mühlenpark wird entworfen

Auf dem Fabrikgelände soll entlang des Mühlgrabens eine Parkanlage entstehen. Vorgesehen ist, den Graben als stehendes Gewässer aufzuwerten und beiderseits Wege, Sitzgruppen, Spielgeräte und Grüngürtel anzulegen. Brücken sollen die beiden Parkseiten miteinander verbinden. Grobe Pläne dazu wurden schon vor knapp zwei Jahren öffentlich. Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung gemeinsam mit einem Planungsbüro an der sogenannten Genehmigungs- und Ausführungsplanung. Ist diese fertig, kann eventuell schon im Herbst mit der Freiflächengestaltung begonnen werden. Dazu gehört auch eine neue Untertunnelung der Körnerstraße, um den Mühlgrabenabschnitt vom Fabrikgelände mit dem an der Roseggerstraße neu zu verbinden. Auch diese Arbeit soll bereits im Herbst erfolgen. 

Jahrzehntelang verborgen, nun wieder sichtbar: der Mühlgraben. Viel Sonne lässt in dem stehenden Gewässer Algen wachsen.
Jahrzehntelang verborgen, nun wieder sichtbar: der Mühlgraben. Viel Sonne lässt in dem stehenden Gewässer Algen wachsen. © Egbert Kamprath

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Da die Stadt plant, das Areal in einigen Jahren wieder zu bebauen - im Gespräch ist ein Behördenkomplex für Land und Landkreis - wird ein Teil des Parks lediglich unaufwendig begrünt, beispielsweise mit einer Wiese. Genaue Pläne für den Neubau gibt es aber noch nicht. Das Land Sachsen möchte in Freital das "Haus der Bildung" ansiedeln, eine dem Kultusministerium untergeordnete Schulbehörde. Dieses Landesamt für Schule und Bildung ist derzeit auf die Standorte Dresden und Radebeul verteilt und soll in Freital fusioniert werden. Außerdem hat auch der Landkreis Interesse, innerhalb Freitals an einen neuen, zentralen Standort zu ziehen. Doch bis auf Absichtserklärungen gibt es derzeit keine konkreten Aussagen zur Planung und zum Zeitrahmen der Errichtung dieser Superbehörde. Die Stadt konzentriert sich deshalb erst einmal auf die Parkanlage. Sie soll im Frühjahr 2021 der Öffentlichkeit übergeben werden.   

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