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Pirna

Per YouTube Kinder in den Schlaf singen

Willi Papperitz aus Freital kann derzeit in der Kleinkunstbühne Q 24 nicht mehr auftreten. Die Zwangspause wegen Corona nutzt er überaus kreativ.

Im Pirnaer Q 24 tritt Willi Papperitz derzeit nicht mehr auf. Er hat andere Kanäle gefunden.
Im Pirnaer Q 24 tritt Willi Papperitz derzeit nicht mehr auf. Er hat andere Kanäle gefunden. © privat

Sein Markenzeichen ist seine raue tiefe Stimme. Er kann leise Töne. Er kann laute Töne. Nur eines kann er derzeit nicht: auftreten vor einem Publikum. Wegen der Corona-Einschränkungen finden momentan keine Konzerte statt, auch nicht in der Kleinkunstbühne Q 24 in Pirna, in der Willi Papperitz aus Freital schon öfters aufgetreten ist.

Jetzt sitzt der Liedermacher zu Hause. Däumchen drehen, Stillstand oder Selbstmitleid sind aber nicht seins. "Nein", sagt er mit Nachdruck. Um trotzdem bei seinem Publikum zu sein, hat er sich ein neues redaktionelles Format ausgedacht. Jeden Abend  um 18.50 Uhr startet seine Gute-Nacht-Livesendung für Kinder, die er auf seiner Facebook-Seite postet. Die Aufzeichnungen gibt es später immer auch auf seinem YouTube-Kanal und als Podcast. Eine Sendung dauert rund 20 Minuten. Langeweile kommt bestimmt nicht auf, denn Willi Papperitz erzählt jedes mal eine Geschichte, singt ein Lied, kommt aber auch per Telefon interaktiv mit seinen Zuschauern ins Gespräch. Ein wenig erinnert das Angebot an das Sandmännchen ...

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Aufgezeichnet wird der musikalische Spaß in seinem Freitaler Tonstudio. Geld verlangt der Künstler nicht. "Wer möchte, kann mir  über PayPal etwas spenden, aber das ist kein Muss", sagt er, der sich über den guten Zulauf seiner Gute-Nacht-Sendungen freut. "Viele Kinder haben mir schon geschrieben, dass sie das Angebot gut finden und gerne anschauen",  berichtet der Freitaler.

Eltern bedanken sich

Aber nicht nur das jüngere Publikum ist angetan. Auch Eltern wenden sich an Willi Papperitz, um ihm zu danken. "Sie finden es gut, da die Sendung eine feste Konstante für ihre Kinder ist und auch Struktur im Tagesablauf gibt", so Papperitz. Seine Fangemeinde reicht sogar bis nach Österreich, was ihn natürlich erfreut. "Es ist eine Win-win-Situation für alle. Die Kinder haben Unterhaltung und ich selber werde mit meinem musikalischen Repertoire bekannter", sagt der 33-Jährige. Ab nächster Woche, dem 6. April, wird er allerdings nicht mehr täglich produzieren, sondern nur noch am Wochenende. "Der Aufwand für jede Sendung ist enorm", erläutert Papperitz.

Beruf und Passion kommen bei ihm zusammen. Schon als Kind hatte der gebürtige Dresdner ein Faible für Musik und sang in der Semperoper mit. Frühzeitig lernte er Gitarre spielen.

Seit 2011 sorgt er solo oder mit Kollegen auf Stadt- und Dorffesten sowie Privat- und Firmenfeiern für stimmungsvolle Unterhaltung. Das Programm ist geeignet für Jung und Alt. Es gibt einen interessanten Mix aus deutsch- und englischsprachigen Liedern. Thematisch dreht es sich um die Seefahrt, Lieder aus dem Norden, irische Musik, das Mittelalter, aber auch Alltägliches. Was ihm besonders wichtig ist? "Humor. Das Publikum wird eingeladen, mitzumachen und Spaß zu haben. Es wird mitgesungen, geklatscht und gelacht", sagt er.

Oft besucht er auch Kitas in der Region, um dann im Piratenlook die Mädchen und Jungen mit auf musikalische Abenteuerfahrten zu nehmen. Dabei weiß er genau, was sich das jüngere Publikum wünscht. Schließlich hat er zwei Töchter im Alter von zwei und sieben Jahren. "Ich singe oft mit ihnen", erzählt Willi Papperitz, der sich übrigens den Künstlernamen Whysker gegeben hat. Wegen seiner erdigen Stimme. "Die und meine Musik lassen einen an ein gutes Glas Whisky denken, finde ich jedenfalls", erklärt der Musiker die Namensfindung mit einem Schmunzeln.

Allerdings steht er nicht nur selber vor Publikum auf der Bühne, sondern er ist auch in der Veranstaltungsszene verankert und schafft als Organisator neue Formate. Vor drei Jahren rief er den FreiKuWeiKa ins Leben. Dahinter verbirgt sich Freitals kultureller Weihnachtskalender mit vielen außergewöhnlichen Einzelaktionen in der Adventszeit. So fand in diesem Rahmen unter anderem eine Whisky-Verkostung in einem Frisörladen statt.

Schon mal zum Vormerken: Auch in diesem Jahr soll es eine neue Auflage von dem FreiKuWeiKa geben. "Wenn das Coronus-Virus uns keinen Strich durch die Rechnung macht, denn niemand weiß, wie lange es noch geht", sagt Willi Papperitz mit leiser Stimme.

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