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Freital verzichtet auf Zebrastreifen vor Kita und Schule

Stadträte forderten Überwege, um die Sicherheit an „Schatzinsel“ und Scholl-Schule zu erhöhen. Das Ansinnen wurde nun beerdigt.

Von Jane Jannke

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Autofreunde, Besitzer von Oldtimer und Ost-Fahrzeugen aufgepasst.

Ein Fußgängerüberweg an der Schachtstraße – das wäre doch eine gute Sache, findet Rebekka Namyslo. Schon seit Längerem sind der Leiterin der Kita Schatzinsel die häufigen Geschwindigkeitsübertretungen vor dem Haus ein Dorn im Auge. Die 30er-Zone, die die Stadt deshalb vor einiger Zeit hier einrichtete, werde immer wieder missachtet. Dass die Stadt nun im Zuge der Planungen für den Ausbau der Straße zwischen Villaberg und Kita einen Überweg prüfen lassen wollte, um Raser zusätzlich auszubremsen – ein Hoffnungsschimmer für viele genervte Anwohner. Doch das Ergebnis dürfte für Enttäuschung sorgen: Einen Zebrastreifen wird es an der Schachtstraße wohl nicht geben.

Am fehlenden Willen der Stadt liegt es nicht. Vielmehr machen die örtlichen Gegebenheiten dem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung, wie Franziska Stejskal vom Straßenbauamt zur jüngsten Ausschusssitzung erklärte. „Leider gibt die bauliche Situation mit Bushaltestellen und Parkflächen keinen Zebrastreifen her, wenn alle rechtlichen Vorschriften eingehalten werden sollen“, so ihr Urteil. Demnach müssen jeweils 30 Meter Abstand von Parkflächen, Bushaltestellen und anderen Hindernissen gewahrt werden, die den Überweg verdecken könnten.

Um das zu gewährleisten, müssten die geplanten zusätzlichen Parkflächen an den Straßenrändern weichen. Doch genau die sieht die Stadt als weitaus effizientere „Waffe“ gegen mögliche Raser. Damit die dann gut ausgebaute und teils auch breitere Straße nicht trotz Zone 30 zur Rennpiste wird, soll das bislang geltende Parkverbot aufgehoben, die Straße so wieder verengt und nebenbei noch zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden. „Die Erfahrung zeigt, dass verengte Straßen eine automatische Abbremswirkung entfalten.“

Aus Sicht der Stadt sprechen aber noch weitere Argumente gegen einen Zebrastreifen. So werde die Straße vor allem zu den Stoßzeiten der Kita am Morgen und nachmittags verstärkt überquert, dazwischen hingegen eher selten. Damit ein Fußgängerüberweg aber auch von den Autofahrern akzeptiert wird, bräuchte es eine durchschnittliche Nutzung von etwa 100 Fußgängern pro Stunde – und das sei an der Schachtstraße schlicht nicht gegeben.

Ganz ähnliche Probleme führen übrigens dazu, dass auch an der Hainsberger Straße nahe der Grund- und Oberschule kein Zebrastreifen geschaffen wird. Hier verhindern die versetzten Bushaltestellen eine solche Maßnahme. Die nächste Möglichkeit bestünde erst wieder an der Somsdorfer Straße, dort aber würde der Überweg höchstwahrscheinlich schon kaum noch genutzt, da dies einen zu weiten Umweg von den Haltestellen aus bedeutete, so Franziska Stejskal.

Die Stadt sieht hier aber ohnehin keinen unsicheren Schulweg gegeben. Zumindest seien seitens Eltern und Lehrer keinerlei Klagen geäußert worden. Auch an der Schachtstraße geht man davon aus, dass die Kita-Kinder nicht übermäßig gefährdet seien, da sie ausschließlich in Begleitung ihrer Eltern die Straße überquerten. Rebekka Namyslo gibt die Hoffnung auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vor der Kita dennoch nicht auf: „ Ich denke, dass das letzte Wort hier noch nicht gesprochen ist.“

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