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Freitalerin bedient sich aus Vereinskasse

Eine Bürokraft manipuliert Rechnungen und zweigt sich Geld vom Konto ihres Arbeitgebers ab. Das hat nun Konsequenzen.

Mehrmals nahm eine Freitalerin Geld aus der Kasse ihres Arbeitgebers.
Mehrmals nahm eine Freitalerin Geld aus der Kasse ihres Arbeitgebers. © Symbolfoto: dpa-tmn

Von Anne Schicht

Im Januar 2018 stellte der Verein Soziokultur Freital eine Frau ein, die für die Verwaltung und damit für die Buchhaltung verantwortlich sein sollte. Sie wird später auch Rechnungen begleichen und bekommt damit Zugang zum Vereinskonto. Die Referenzen der Deutschen sind sehr gut, die Noten auf ihrem IHK-Zeugnis bestehen aus Einsen und Zweien. Noch dazu macht sie einen sympathischen und kompetenten Eindruck. 

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Ein paar Monate später stellt der Verein aber Unregelmäßigkeiten fest. Schnell wird klar, dass die Angestellte zwischen Anfang März und Ende Mai in acht Fällen Geld vom Vereinskonto auf das Konto ihres Sohnes überwiesen hat. Insgesamt kam so ein Betrag von knapp 4.000 Euro zusammen. Noch dazu hatte sie ihr Zeugnis gefälscht, aus zum Beispiel 79 Punkten wurden 97 Punkte, was einem „sehr gut“ entspricht. Die Staatsanwaltschaft erließ Strafbefehl und der Fall wurde nun vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde verhandelt.

Die Freitalerin gestand alles. Ihre Verteidigerin, Rechtsanwältin Katja Reichel, schilderte die damalige Zeit als eine sehr schwierige für ihre Mandantin. Mit drei minderjährigen Kindern sei es ihr schwer gefallen, Arbeit zu finden. Eine Kopie des Zeugnisses manipulierte sie daher und verbesserte ihre Noten leicht. Sie wollte schließlich arbeiten gehen. 

Die Stimmung in ihrer Familie sei noch dazu zu der Zeit sehr angespannt gewesen. Unter anderem habe ihr Lebenspartner Stress mit seiner Arbeit gehabt. Die 35-Jährige lenkte sich mit Computerspielen ab und entwickelte wohl ein leichtes Suchtverhalten. Das Geld, welches sie dabei verlor, fehlte dann schließlich bei der Bezahlung der Miete. Mit kleineren Beträgen behalf sie sich vom Vereinskonto, später wurde es mehr.

Richter Christian Mansch hielt der Angeklagten zugute, dass sie vollumfänglich geständig war. Auch ist ihr Vorstrafenregister leer und die Tat liegt nun fast zwei Jahre zurück. Eine Freiheitsstrafe sei für ihn daher nicht infrage gekommen. 

Andererseits hat sie sich eben nicht nur einmal einen Betrag überwiesen, sondern sich wiederholt bedient. Noch dazu hat sie selbst fiktive Rechnungen erstellt. Dies zeuge schon von einiger krimineller Energie. Seinen eigenen Brötchengeber zu hintergehen, stelle  einen enormen Vertrauensbruch dar. Er verurteilte die Angeklagte zu 170 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Der Vorstand des Soziokultur Freital e.V. ist froh, dass seine ehemalige Angestellte gestanden hat und der Prozess nun beendet ist. Er erwartet, dass sie den materiellen Schaden abträgt. Im Übrigen wünscht der Verein ihr und ihren Kindern alles Gute und hofft, dass sie ihre offensichtlichen Probleme in den Griff bekommt, so Kerstin Mager-Baran vom Soziokultur Freital e.V. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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