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Regisseurin sucht Geschichten aus Dipps

Das Kulturhauptstadtprojekt hat in Dresden nicht geklappt. Aber das Osterzgebirge hat doch noch etwas davon - ein ganz besonderes Projekt.

Miriam Tscholl ist Regisseurin und bereitet ein Kunstprojekt mit Dippser Bürgern vor. Sie hat viel Erfahrung mit dieser Art von Kulturarbeit.
Miriam Tscholl ist Regisseurin und bereitet ein Kunstprojekt mit Dippser Bürgern vor. Sie hat viel Erfahrung mit dieser Art von Kulturarbeit. © dpa-Zentralbild

Die Theaterregisseurin Miriam Tscholl, die in Freital lebt, sucht Dippser Geschichten im Rahmen eines Kunstprojekts. Dies ist noch ein Ergebnis der Dresdner Bewerbung um den Titel einer europäischen Kulturhauptstadt. Dabei sollte auch das Umland mit einbezogen werden und Miriam Tscholl ist aus diesem Anlass einmal nach Dippoldiswalde und in verschiedene Ortsteile gegangen. Hier will sie ihr Projekt umsetzen, das sie weiter als „Dresden 2025“-Projekt vorantreibt mit Unterstützung des Kulturamts der Landeshauptstadt.

Miriam Tscholl sucht jetzt Dippserinnen und Dippser aller Altersstufen, die bereit sind, ihr etwas von ihrer Arbeit und ihrem Leben zu erzählen. „Es geht um Erlebnisse, von denen man denkt, das müsste man unbedingt einmal aufschreiben“, sagt sie. "Aber die man doch oft wieder vergisst". Ursprünglich war ihr Plan, nur Geschichten von der Arbeit zu suchen unter dem Titel: "Geht los - Dippser Geschichte von der Arbeit". Aber in ihren ersten Gesprächen hat sie gemerkt, dass es dabei eine gewisse Zurückhaltung gibt. Darum hat sie die thematische Eingrenzung auf die Arbeit aufgehoben. Sie geht davon aus, dass es vorwiegend Geschichten aus den vergangenen 70 Jahren aus allen Lebensbereichen sein werden, die in das Projekt Eingang finden.

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Profis tragen die Dippser Geschichten vor

Aus den Gesprächen, welche die Regisseurin mit den Dippsern führen will, plant sie dann, kurze Geschichten zu machen. Die sollen in zwei Formen veröffentlicht werden. Erstens soll daraus ein Buch entstehen. Zweitens soll um die Jahreswende im Kulturzentrum Parksäle eine Lesung stattfinden, bei der Profis vom Staatsschauspiel Dresden die Dippser Geschichten vortragen. „Was veröffentlicht wird, spreche ich genau mit den einzelnen ab“, sagt die Künstlerin. „Es muss sich also niemand fürchten, dass ungewollt etwas gedruckt oder vorgelesen wird.“

Das Kulturzentrum Parksäle ist dabei Partner vor Ort. Dort treffen sich am Mittwoch, dem 3. Juni, alle die mitmachen wollen. Es gibt zwei Termine, um 10 Uhr und um 18 Uhr. Wer dabei sein will, sollte sich im Kulturzentrum bei Angela Meisegeier anmelden unter [email protected] oder per Telefon 03054 612448. Die Anmeldung ist erforderlich, um auch die Sicherheitsanforderungen in Corona-Zeiten einhalten zu können. Die ausführlichen Gespräche mit Miriam Tscholl werden einzeln stattfinden. So ist es möglich, den erforderlichen Abstand zu wahren.

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Miriam Tscholl hat mit dieser Art von Kulturprojekten viel Erfahrung. Sie ist selbst auf einem Dorf aufgewachsen. „Dort hätte ich mir manchmal ein besseres Kulturangebot gewünscht“, sagt sie. Deshalb ist es ihr auch heute ein Anliegen, den ländlichen Raum in ihre Arbeit mit einzubeziehen. 2009 ist sie nach Dresden gekommen und hat die Bürgerbühne am Staatsschauspiel geleitet. Dort hat sie Theater gemacht mit Bürgern, die keine gelernten Schauspieler waren. 2013 hat sie in Reinhardtsdorf-Schöna in der Sächsischen Schweiz das Landschaftstheaterprojekt auf die Beine gestellt. Im vergangenen Jahr ist an der Bürgerbühne das Stück „Früher war alles ...“ entstanden, das auch mit Laienschauspielern die Geschichte Freitals von den 1970er-Jahren bis in unsere Zeit erzählte. Inzwischen hat Miriam Tscholl die Leitung der Bürgerbühne abgegeben und arbeitet als freie Regisseurin unter anderem in Graz und Dresden. Ihr Wohnort ist nach wie vor Freital.  

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