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Freital

Freitals Supermärkte haben ein Müll-Problem

Die Betreiber investieren viel in die Sauberkeit. Dass es dennoch dreckig aussieht, liegt nicht nur an den Kunden.

Ab in die Hecke: Rund um Freitals Supermärkte, wie hier am Kaufland Wilsdruffer Straße, sind die Grünanlagen beliebte Müllhalden.
Ab in die Hecke: Rund um Freitals Supermärkte, wie hier am Kaufland Wilsdruffer Straße, sind die Grünanlagen beliebte Müllhalden. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Müllhalde beginnt jenseits des Parkplatzes. Zwischen frischem Frühlingsgras liegen blaue Müllsäcke mit alter Kleidung, leere Getränkekartons, weggeworfene Brötchentüten, alte Keksverpackungen. 

Die Rede ist aber nicht von einem Abfallhaufen irgendwo am Rande der Stadt, sondern vom Kaufland auf der Wilsdruffer Straße. Das Umfeld des Supermarktes gleicht mitunter einer Deponie.

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Bei der Konkurrenz sieht es nicht viel besser aus. Ob der Netto neben der Lederfabrik an der Poisentalstraße, der Lidl an der Dresdner Straße oder der Norma an der Carl-Thieme-Straße – Freitals Einkaufsmärkte sind umgeben von Abfällen aller Art. Insbesondere Lebensmittelverpackungen scheinen manchem Kunden unweit der Ladentüren regelrecht aus der Hand zu fallen.

Der Ärger darüber ist groß. Als die Sächsische Zeitung Anfang des Jahres eine Umfrage zum Müllproblem startete, wurden auffallend oft die Bereiche rund um die Märkte genannt. Auch im Rathaus sieht man das mit Sorge. „Wir machen als Stadt schon Druck auf die Betreiber der Märkte, für Sauberkeit zu sorgen. Doch wir haben nicht so viele Möglichkeiten, auf privaten Flächen etwas durchzusetzen“, sagt Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Mit anderen Worten: Wie sauber oder auch vernachlässigt es um die Märkte aussieht, ist Sache der Betreiber, da die Häuser weitestgehend auch deren Pachtobjekte sind. Und den Betreibern kann man noch nicht mal vorwerfen, nichts gegen den Müll zu unternehmen. Kaufland ist dafür ein gutes Beispiel. Am Eingang der großen Halle stehen zwei Abfallkörbe.

„Die werden regelmäßig geleert, aber leider zu wenig genutzt“, sagt Unternehmenssprecherin Anna Münzing. Zudem werde der Parkplatz täglich morgens und im Laufe des Tages nochmals gereinigt. Neben dem Parkplatz und hinter der Filiale erfolgt die Reinigung nach Bedarf. Die Grünanlagenpflege wiederum wird mehrmals im Jahr beauftragt. Münzing: „Dabei wird selbstverständlich auch Müll gesammelt und entsorgt.“ Das bedeutet für Kaufland personellen Aufwand und letztendlich Kosten.

So geht es allen, zum Beispiel auch dem Weißeritzpark. Für das Objekt ist Centermanagerin Simone Theiß zuständig. Sie freut sich, dass das Thema endlich mal in den Medien aufgegriffen wird. „Vielleicht bewirkt es bei dem einen oder anderen etwas.“ Die Müllproblematik hat im Weißeritzpark nämlich erhebliche Dimensionen angenommen. 

Man sieht sie als Kunde nur deshalb nicht, weil seitens des Centers erheblicher Aufwand betrieben wird, die Verschmutzungen irgendwie im Rahmen zu halten. So wird der Parkplatz täglich jeden Morgen außer sonntags gereinigt. Zwei Haustechniker brauchen dafür gut eineinhalb Stunden. Theiß will sich zu den Kosten nicht äußern, deutet aber an, dass dadurch im Monat erhebliche Lohnkosten zusammenkommen.

Dabei gibt es im Außengelände des Centers 17 Abfallkörbe, die auch gut genutzt werden. Aber eben nicht von jedem Besucher. Theiß: „Problemzonen sind der Eingang an der Bushaltestelle und der Haupteingang, die Laderampen in der hinteren Umfahrung und der Durchgang an der Briefkastenanlage des Centers.“

Zu den Abfällen gehören nicht nur Lebensmittelreste, Verpackungen oder leere Flaschen. „Es werden im Gelände teilweise nicht mehr benötigte Dinge abgelegt, die jeder Wertstoffhof entgegennehmen würde. Auch müssen wir die Abfalltonnen am Müllplatz verschließen, da Kunden dort ihren privaten Müll zahlreich entsorgt haben“, berichtet die Centermanagerin.

Beim Norma in Potschappel kann man über ähnliche Erfahrungen berichten. Die Abfallkörbe an den Ein- und Ausgängen stellt man nach Ladenschluss lieber ins Geschäft, um nicht am nächsten Morgen Hausmüll darin zu haben. Was man dennoch nicht vermeiden kann, sind die nächtlichen Müll-Entsorger, die an der Laderampe ihre Abfälle hinterlassen. „Die Leute legen ganz normalen Hausmüll, der in die Restmülltonne gehört, bei uns in der Lkw-Zufahrt ab“, berichtet die Norma-Verkaufsleiterin Babette Lyss.

Dass Hausmüll nicht in die eigene Tonne geworfen wird, ist ein Phänomen, über das sich auch Freitals Oberbürgermeister ärgert. Immer wieder, so erzählt er, werden in den öffentlichen Papierkörben Säcke mit Restmüll gefunden. Was die Müllsünder dabei zu sparen glauben, sind letztendlich Peanuts: 5,75 Euro kostet die Abfuhr einer 120-Liter-Tonne mit Restabfall. Deutlich aufwendiger dürfte es sein, nachts durch Freital zu schleichen und die Müllsäcke übers Stadtgebiet zu verteilen.

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