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Ebersbacher Frauen im Freudentaumel

Die Grün-Weißen sind zum vierten Mal in Folge Fußball-Pokalsieger.

Die Doppel-Torschützin in Feierlaune: Katja Nitsche setzte dem Finale der Fußball-Frauen in Ebersbach mit ihren beiden Toren die Krone auf.
Die Doppel-Torschützin in Feierlaune: Katja Nitsche setzte dem Finale der Fußball-Frauen in Ebersbach mit ihren beiden Toren die Krone auf. © Kristin Richter

Ebersbach. Was haben der VfL Wolfsburg und der SV Grün-Weiß Ebersbach gemeinsam? Christoph Baier stutzt kurz. "Die Vereinsfarben", sagt der Ebersbacher dann. Stimmt. Und was noch? Der Vereinschef muss passen. Richtige Antwort wäre gewesen: Die Fußball-Frauen sind sowohl in Wolfsburg als auch in Ebersbach erfolgreicher als die Männer. 

Christoph Baier muss automatisch lachen - und hat an diesem Tag noch viel mehr Grund zur Freude. "Seine" Frauen haben das Kreispokalfinale gegen Königsblau Gohlis mit 2:0 gewonnen, sind zum vierten Mal in Folge Champion. Zudem hat der Vereinsvorsitzende mit seinem Team bei bestem Fußballwetter einen tollen Rahmen für das Endspiel geschaffen. Und gefühlt das halbe Dorf plus Fangemeinde aus Gohlis sind dabei. 

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Natürlich ist da die Freude, dass das runde Leder überhaupt wieder rollen kann. Heiko Probst, im Kreisverband Fußball für den Frauen- und Mädchenfußball zuständig und gleichzeitig Schiedsrichter des Endspiels, hat nach eigenen Angaben seit dem 8. März kein Spiel mehr gepfiffen. 

Auch ihm merkt man die Erleichterung an. Die drei Frauenteams aus dem Landkreis haben sich trotz der frühzeitig abgebrochenen Saison in der Sparkassenliga achtbar geschlagen. Unter 14 Teams kam die SpG Nossen/Gleisberg auf den 3., Grün-Weiß Ebersbach auf den 5. und Königsblau Gohlis auf den 6. Platz. 

Auch der Nachwuchs gibt Anlass zur Hoffnung. Die Kreisauswahl der Mädchen mischt bei den Sichtungsturnieren immer wieder gut mit. Hoffnungsvolle Talente schaffen zuweilen den Sprung in höherklassige Vereine - zuletzt beispielsweise Lisa Beyer, die mit RB Leipzig erst vor ein paar Tagen Pokalsieger bei den C-Junioren wurde.

Weder die Ebersbacherinnen noch die Gohliserinnen gaben freiwillig den Kampf um den Ball auf. Außerhalb des Spielfeldes jedoch ist man befreundet.
Weder die Ebersbacherinnen noch die Gohliserinnen gaben freiwillig den Kampf um den Ball auf. Außerhalb des Spielfeldes jedoch ist man befreundet. © Kristin Richter
"Der Pott gehört uns": Kapitänin Sophie Saalbach reckt das begehrte Stück in die Höhe. Schiedsrichter Heiko Probst freut sich mit.
"Der Pott gehört uns": Kapitänin Sophie Saalbach reckt das begehrte Stück in die Höhe. Schiedsrichter Heiko Probst freut sich mit. © Kristin Richter
Die Ebersbacher Fangemeinde sorgte für Stimmung.
Die Ebersbacher Fangemeinde sorgte für Stimmung. © Kristin Richter
Zum gebührenden Jubel gehört auch eine Sektdusche.
Zum gebührenden Jubel gehört auch eine Sektdusche. © Kristin Richter

Zurück nach Ebersbach. Katja Nitsche ist nach dem Finale klatschnass - eine Mischung aus Schweiß und Sektjubel. Die 33-Jährige ist ein Ebersbacher Urgestein und hat die beiden entscheidenden und sehenswerten Treffer erzielt. Der Linksfuß bleibt bescheiden. "Es ist egal, wer die Tore schießt. Hauptsache, wir haben gewonnen", sagt sie überglücklich.

Mit neun Jahren begann sie mit dem Fußball in Ebersbach, weil "die Jungs immer die besseren Freunde waren", erklärt sie und schmunzelt. Studium und Ausbildung verschlugen sie auch fußballerisch kurzzeitig nach Ulm und Berlin. Doch längst ist sie wieder in der Heimat angekommen, freut sich nun also über den vierten Pokalsieg in Folge mit den Ebersbacherinnen.

Trainer Rayk Wolfram hat für die Erfolgsserie eine simple Erklärung: "Wir haben eine bunte Mischung, es gibt kein Gezicke. Das macht uns aus", so Rayk Wolfram.

Unter den zahlreichen Zuschauern ist auch Ralf Hänsel - nach eigenen Angaben kein ausgewiesener Fußball-Fan. Doch das Finale seiner Mädels aus Gohlis wollte der Zeithainer Bürgermeister und parteilose Landratskandidat der CDU nicht verpassen. "Ich bin froh, dass überhaupt wieder gespielt werden kann", sagt er.

Vom Spielniveau zeigt er sich sehr angetan, auch wenn die Gohliserinnen ohne den Pott nach Hause fahren müssen. In der Favoritenrolle sahen sie sich eh vor der Begegnung nicht, zumal sie auch ein paar Verletzungssorgen plagten.

Der Ebersbacher Vereinschef Christoph Baier ist am Ende des Fußballtages zufrieden. Innerhalb kurzer Zeit hat er die Vorbereitung des Endspiels mit seinen Mitstreitern gestemmt. Und neben den Glückwünschen für seine Kickerinnen hat er auch gleich den Wunsch fürs kommende Jahr formuliert: "Dann holen wir uns den Pokal zum fünften Mal in Folge."

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