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Hier fühlen sich Familien besonders wohl

Jonsdorf ist der einzige "Familienfreundliche Ort" in der Oberlausitz. Nun wurde die Zertifizierung zum vierten Mal bestanden. Andere haben es der Gemeinde gleichgetan.

Immer mehr Familien besuchen das Schmetterlingshaus in Jonsdorf.
Immer mehr Familien besuchen das Schmetterlingshaus in Jonsdorf. © Matthias Weber/photoweber.de

Das Qualitätssiegel "Familienfreundliche Freizeiteinrichtung" zu bekommen, ist nicht leicht. "Das schüttelt nicht jeder aus dem Ärmel", findet Frithjof Helle, Geschäftsführer des Jonsdorfer Schmetterlinghauses. Und Helle weiß, wovon er spricht: Viermal hat das Schmetterlingshaus bereits das Zertifikat der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) erhalten. Erst jetzt wurde es wieder verteidigt. 

Die offizielle Übergabe erfolgt zwar erst im Herbst, aber schon jetzt ist klar, die Jonsdorfer Freizeiteinrichtung hat es wieder geschafft. 24 von 38 möglichen Punkten hat das Schmetterlingshaus erreicht. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen es mindestens 19 Punkte sein. "Nach jeder Prüfung bekommt man Empfehlungen, was noch besser gemacht werden kann", erklärt Helle. In seiner Einrichtung fehle beispielsweise noch Kinderbesteck. Das soll nun angeschafft werden - ein weiterer Pluspunkt in Sachen Familienfreundlichkeit. 

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Auch auf die Besucher-Bewertungen bei Google will das Team des Schmetterlingshauses künftig regelmäßig reagieren - ebenfalls ein Kriterium für das Zertifikat "Familienfreundliche Freizeiteinrichtung". "Gemeinsam mit den Mitarbeitern werden wir prüfen, welche Kriterien wir noch erfüllen können, um nächstes Mal noch besser abzuschneiden", verspricht Helle. Das Zertifikat wird für drei Jahre verliehen, 2023 stünde also die nächste Verteidigung an. Das Team des Schmetterlingshauses ist dann bereits geübt und die Erneuerung der Zertifizierung ist einfacher. 

Tester prüfen unerkannt

Dabei wissen die Einrichtungen nie, wann und wie sie getestet werden. Die Tester können beispielsweise unerkannt als Besucher die Einrichtung direkt vor Ort in Augenschein nehmen. Aber auch telefonisch kann man getestet werden. Der Anrufer stellt dann einfach ein paar Fragen zur Familienfreundlichkeit. Die Tester geben sich natürlich nicht zu erkennen - auch nicht nach der Prüfung. Deshalb weiß Frithjof Helle auch nicht, wie der Test dieses Jahr erfolgte. Er weiß nur, dass ihn das Schmetterlingshaus bestanden hat. Und das ist schließlich das Wichtigste.

Helle ist sich sicher, dass die Zertifizierung nicht nur Arbeit macht, sondern auch einen Nutzen hat. Ein Beleg dafür sei die Zahl der Familien, die das Schmetterlingshaus besuchen. Im ersten Jahr nach der Eröffnung 2004 lag der Anteil bei 21 Prozent, heute machen Familien bereits 38 Prozent der Gäste aus. "Das kommt nicht von irgendwoher", meint Helle. Für ihn ist diese Steigerung ein Effekt der Zertifizierung. Denn die TMGS wirbt mit den familienfreundlichen Einrichtungen und Gemeinden auch überregional und in verschiedenen Medien und Publikationen. Das Schmetterlingshaus könnte das schon aus finanzieller Sicht nicht allein leisten.

Frithjof Helle, Geschäftsführer des Jonsdorfer Schmetterlingshauses, vor dem Schild, das sein Haus als "Familienfreundliche Freizeiteinrichtung" ausweist.
Frithjof Helle, Geschäftsführer des Jonsdorfer Schmetterlingshauses, vor dem Schild, das sein Haus als "Familienfreundliche Freizeiteinrichtung" ausweist. © Foto: Jan Lange

Konkrete Zahlen kann Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel zwar nicht nennen, aber es sei, so die Gemeindechefin, sichtbar, dass viel mehr Familien den Gebirgsort besuchen als noch vor einigen Jahren. Auch Jonsdorf hat sich als "Familienfreundlicher Ort" zertifizieren lassen - bisher als einzige Gemeinde in der Oberlausitz. Wie das Schmetterlingshaus hat Jonsdorf seit 2011 das Zertifikat - und nun ebenfalls zum vierten Mal erfolgreich bestanden. 

Das Zertifikat nicht zu erneuern - diese Frage habe nie im Raum gestanden. Denn Familienfreundlichkeit werde in der Gemeinde aktiv gelebt, findet die Bürgermeisterin. Es gebe hier noch eine Grundschule und Kita sowie mehrere Spielplätze. Aber auch Jonsdorf bekam Empfehlungen, was verbessert werden kann. So kann nach Einschätzung der Tester der Wickelraum in der Touristinformation noch kindgerechter gestaltet werden.

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Um als "Familienfreundlicher Ort" zertifiziert zu werden, braucht die Gemeinde mindestens einen familienfreundlichen Beherbergungsbetrieb. In den ersten Jahren sei dieser Betrieb das Mutter-Kind-Heim des DRK gewesen, inzwischen hat sich die Ferienstätte "Haus Gertrud" zertifizieren lassen. Kati Wenzel hofft, bis zur nächsten Verteidigung 2023 weitere Herbergen für eine Zertifizierung gewinnen zu können. Chancen sieht sie vielleicht bei den Ferienhausbetreibern. Es bedeute zwar ein bisschen Aufwand, lohne sich aber auch, das Zertifikat zu bekommen, meint die Bürgermeisterin.

Auch die Gemeinde Jonsdorf hat das Zertifikat als "Familienfreundlicher Ort" erneuert.
Auch die Gemeinde Jonsdorf hat das Zertifikat als "Familienfreundlicher Ort" erneuert. © Thomas Eichler (Archiv)

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