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Freut Euch!

Was ist das für eine Aufforderung! Unnötig, sagen die einen. Sie sind froh, weil viele Lebenssituationen gelungen sind. Sie sehen ihre Kinder und hören ihr Lachen. Sie entdecken, was sie an Gutem erfahren und freuen sich an der Gemeinschaft mit anderen.

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Von Uta Krusche-Räder

Was ist das für eine Aufforderung! Unnötig, sagen die einen. Sie sind froh, weil viele Lebenssituationen gelungen sind. Sie sehen ihre Kinder und hören ihr Lachen. Sie entdecken, was sie an Gutem erfahren und freuen sich an der Gemeinschaft mit anderen.

Unmöglich, sagen die anderen. Freude kann man nicht veranlassen und nicht dazu auffordern. Wo soll auch Freude herkommen, wenn viele in Not und Sorge leben? Wie kann von Freude die Rede sein angesichts der langen Schlangen an der Ausgabe der Tafel und der Perspektivlosigkeit mancher Familien.

Freut euch! Diese Aufforderung gehört zum Wochenspruch des 4.Advents und zur Weihnachtswoche. Zuerst galt die Aufforderung Christen in der Stadt Philippi. Sie waren stark in ihrem Glauben an Jesus Christus, aber hatten auch Schwierigkeiten zu meistern und in Nöten auszuhalten. Doch die Freude aus der Nähe Gottes trägt auch durch alle dunklen, schwierigen Zeiten. Das wird ihnen zugesagt. Freuet euch in dem Herren allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Phil.4, 4+5) Hier ist der Grund der Freude festgehalten: Der Herr ist nahe! So nahe ist er uns Menschen gekommen, dass er selbst ein Mensch geworden ist. Diese Freude gewinnt die Oberhand, auch wenn Ängste und Sorgen in unserem Leben sind. Wir sind eingeladen zu einer besonderen Freude, die Gott selbst uns macht. Dieses Freudengeschenk Gottes ist der wirkliche Grund dafür, dass wir in diesen Tagen bedenken, wie wir einander Freude bereiten können.

Die Dichterin Maria Ferschl (1895-1982) schrieb in ihrem Adventslied: „Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die vierte Kerze brennt! Gott selber wird kommen, er zögert nicht. Auf, auf ihr Herzen, und werdet Licht. Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr, schon ist nahe der Herr.“

Ich wünsche uns allen Freude in unsere Herzen, die Freude über die Nähe Gottes zu uns in Jesus, dessen Geburtstagsfest vor der Tür steht.

Uta Krusche-Räder ist Superintendentin im Ev.-Luth. Kirchenbezirk Pirna.