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Zittau

Wie 1989

In der Zittauer Johanniskirche finden montags wieder Friedensgebete statt - auch, um Befürworter und Kritiker der Corona-Maßnahmen zusammenzubringen.

In der Zittauer Johanniskirche finden jetzt regelmäßig Friedensgebete statt.
In der Zittauer Johanniskirche finden jetzt regelmäßig Friedensgebete statt. ©  Archiv/Matthias Weber

Die Friedensglocke läutete am Montagabend das Friedensgebet in der Zittauer Johanniskirche ein. Knapp 20 Gläubige waren der Einladung der evangelischen Gemeinde zum gemeinsamen Gebet gefolgt. In einem Halbkreis - die Stühle waren mit entsprechendem Abstand aufgestellt worden - hatten sie vor dem Altar Platz genommen.

Friedensgebete sind vor allem aus der Wendezeit bekannt, als Kritiker des damaligen Systems sich in den Gotteshäusern versammelten. Auch in Zittau kamen am 19. Oktober 1989 rund 10.000 Menschen zum Friedensgebet.

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Es sei das erste Friedensgebet seit Langem, wie Pfarrer Ansgar Schmidt bei seiner Einleitung erklärte. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde schon mal versucht, ein Friedensgebet zu etablieren - allerdings am Mittwoch um 12 Uhr. Die Idee wurde nun von einer Initiativgruppe recht spontan wieder aufgegriffen, mit dem Unterschied, dass das Friedensgebet montags um 19 Uhr stattfinden soll.

Ein Anlass dafür sind die aktuellen Diskussionen und Demonstrationen. Es seien nicht nur verschiedene Meinungen ausgetauscht, sondern auch Mitmenschen beleidigt worden, findet Türmer Felix Matthias Weickelt. Er habe das selbst in Gesprächen erlebt. Dabei habe er das Gefühl, dass das Gegenüber "mit der Wand hinter mir" redet, so Weickelt. Er habe viel Rechtfertigung gehört. Man solle sich wieder bemühen, einander zuzuhören und zu verstehen oder schlichtweg zu respektieren, steht für ihn fest. 

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Für einen offenen, friedfertigen und vertrauensvollen Umgang in Zittau soll das Friedensgebet seinen Beitrag leisten. Das scheint gelungen, denn am Montag waren auch Gläubige gekommen, die an den jüngsten Corona-Protesten beteiligt waren. Die Gebete zeigten ebenso, dass beide Seiten vertreten waren. Da wurde nicht nur gegen Hetze im Internet gebetet, sondern auch für die Einsamen oder die Entrüsteten, die ihre "Rüstung" abgelegt haben und nun ihre Verletzlichkeit zeigen.

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