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Erste Schritte zur Friedhofssanierung

Die Gemeinde Großweitzschen will in den kommenden Jahren die Begräbnisstätte in Hochweitzschen neu gestalten. Vor allem die marode Kapelle steht im Mittelpunkt.

Die Kapelle auf dem Friedhof in Hochweitzschen ist bereits seit langer Zeit marode und nicht mehr für Trauerfeiern verfügbar. Das soll sich bald ändern.
Die Kapelle auf dem Friedhof in Hochweitzschen ist bereits seit langer Zeit marode und nicht mehr für Trauerfeiern verfügbar. Das soll sich bald ändern. © Dietmar Thomas

Es ist kein kleines Vorhaben, was die Gemeinde Großweitzschen da vor hat. Sie will den Friedhof im Ortsteil Hochweitzschen auf Vordermann bringen, samt alter Kapelle. Nun wurde dafür der erste Schritt gegangen. In der vergangenen Gemeinderratssitzung brachte Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos) den Bau einer Zaunanlage, die Errichtung einer Trinkwasserleitung sowie die Sanierung der maroden Kellertreppe an der Kapelle zur Abstimmung. Das sorgte für Diskussionen.

Denn alle drei Maßnahmen sollen mithilfe von Fördermittel aus den Töpfen von Leader sowie dem Landkreis Mittelsachsen umgesetzte werden. Benötigt werden natürlich auch Eigenmittel, doch die müssen derzeit noch alle einzeln abgestimmt werden, da die Gemeinde noch immer keinen Haushalt hat. 

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25.000 Euro für neuen Friedhofs-Zaun

Deswegen wurde bereits der Zaunbau scharf diskutiert. 25.000 Euro soll er Kosten, um die Fläche des Friedhofs genau eingrenzen zu können. Laut CDU-Gemeinderat Sven Krawczyk sei das "eine horrende Summe für einen einfachen Zaun". Er fragte in der Sitzung den Bürgermeister, wie diese Berechnung zu erklären sein. "Der Planer hat die Kosten für 100 Meter Zaun mit zwei Toren geschätzt", erklärte Jörg Burkert. Genaue Summen seien jedoch erst später ermittelbar, wenn die Leistungen ausgeschrieben und Angebote vorliegen. 

Krawczyk gab sich dennoch nicht zufrieden und zog den Vergleich mit den Arbeiten an der Grundschule Großweitzschen. Dort wurden, dem CDU-Mitglied zufolge, für 300 Meter Zaun sowie eine neue Grünbepflanzung insgesamt knapp 36.000 Euro geplant. Letztendlich musste dort jedoch die Sächsische Aufbaubank (SAB) einspringen und einen Teil der Leistungen übernehmen.

Doch die Summe von 25.000 Euro für einen neuen Zaun ist noch nicht alles. In der Beantragung der Fördermittel beim Regionalmanagement Sachsenkreuz Plus geht es vor allem um die Errichtung einer Trinkwasserleitung zum Gelände des Friedhofes. Bisher gab es keine eigene Leitung, um Pflanzen zu bewässern. 

"Die Bürger sind zum Bach gegangen und haben dort das Wasser geholt", sagte Bürgermeister Burkert. "Doch das war im vergangenen Sommer durch die Dürre verboten. Deshalb müssen wir hier handeln." Ein weiterer Grund für die Errichtung der Leitung sei die geplante Sanierung der alten Kapelle in den kommenden Jahren. "Um dort arbeiten zu können, brauchen die Firmen definitiv Wasser - ohne klappt es nicht."

Auch dieses Vorhaben kostet, den Planern zufolge, um die 25.000 Euro. Insgesamt ist somit eine Summe von 50.000 Euro bei Leader beantragt worden. 25 Prozent des Gesamtvorhabens, also 12.500 Euro, liegt bei der Gemeinde. Der Rat hat sich in seiner Sitzung für dieses Vorhaben ausgesprochen und die Kosten in den, bisher nur theoretisch existierenden Haushalt, eingeplant. 

Kämmerin Elke Görs stellte auch klar: "Sollten wir den Eigenanteil nicht stemmen können, dann können wir auch jederzeit den Antrag zurückziehen. Für uns besteht keinerlei Verpflichtung, die Fördermittel anzunehmen."

Der Antrag sei auch bereits im März vom Sachsenkreuz Plus positiv beschieden worden, wie das Gemeindeoberhaupt Jörg Burkert berichtet. "Das Vorhaben war eines, das ganz oben auf der Prioritätenliste stand."

Einen Wasseranschluss gibt es schon lang nicht mehr. Der soll aber jetzt kommen: für 25.000 Euro.
Einen Wasseranschluss gibt es schon lang nicht mehr. Der soll aber jetzt kommen: für 25.000 Euro. © Dietmar Thomas
Friedhofsbesucher mussten Wasser aus einem Bach holen. Das war jedoch im vergangenen Sommer aufgrund der Dürre nicht erlaubt.
Friedhofsbesucher mussten Wasser aus einem Bach holen. Das war jedoch im vergangenen Sommer aufgrund der Dürre nicht erlaubt. © Dietmar Thomas
Vieles an der Kapelle ist bereits einsturzgefährdet. Das Objekt soll in den kommenden Jahren Stück für Stück erneuert werden.
Vieles an der Kapelle ist bereits einsturzgefährdet. Das Objekt soll in den kommenden Jahren Stück für Stück erneuert werden. © Dietmar Thomas

Treppensanierung: Erster Schritt an maroder Kapelle

Bereits im vergangen Jahr diskutierte der Gemeinderat auch die Sanierung der maroden Friedhofskapelle. Immer wieder hatten sich Bürger über den Zustand des Friedhofs bei der Gemeinde beschwert. Vor einigen Jahren hat sich eine Interessengemeinschaft (IG) gebildet, die sich den Erhalt und die Umgestaltung des Friedhofes zum Ziel gesetzt hat. 

Ihr gehören unter anderem Gemeinderat Sven Krawczyk (CDU), der Westewitzer Uwe Bracht, der bis zu seinem Renteneintritt das gleichnamige Bestattungsunternehmen geführt hat, sowie Giso Schulzke an. Die IG wandte sich mit einem offenen Brief an die Gemeinde und stellte 2019 ein Konzept für die Umgestaltung vor. Unter anderem sollen zahlreiche Bäume im oberen Teil erhalten bleiben und die Kapelle wieder hergerichtet werden, um eine Trauerfeier durchführen zu können.

Der Gemeinderat und auch Bürgermeister Jörg Burkert waren von der Idee überzeugt. Mit einem weiteren Fördermittelantrag gingen die Mitglieder nun auch in der jüngsten Sitzung den nächsten Schritt zur Sanierung der Kapelle. Die Kellertreppe am Objekt soll in Angriff genommen werden. Die geplante Maßnahme beinhaltet das Mauerwerk der Treppe, das Geländer und die Treppenstufen. 

Insgesamt soll die Maßnahmen laut Planern etwa 33.900 Euro kosten. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Mittelsachsen fördert die Sanierung mit 60 Prozent. Das bestätigte sie der Gemeinde vor kurzem. Demnach muss Großweitzschen lediglich die Restsumme von rund 14.000 Euro stemmen. 

Ein Ratsmitglied fragte die Verwaltung, wie sich die Kosten zusammen setzen würden. Auch hier sei die Summe "nicht vollständig nachvollziehbar". Dies führte zu Diskussionen. Axel Klingner von den Freien Wähler sagte jedoch abschließend: "Der Preis ist nicht zu hoch. Wir können froh sein, wenn wir es für diese Summe umgesetzt bekommen." Er habe sich mit dem Antrag näher befasst, erklärte er.

Letztendlich stimmte der Gemeinderat auch dem zweiten Vorhaben mehrheitlich mit einer Enthaltung zu. Es sei sehr schön, dass die Gemeinde nun den ersten Schritt in Richtung Neugestaltung des Friedhofes in Hochweitzschen gehen könne, sagte Bürgermeister Jörg Burkert auf Anfrage. 

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"Beide Projekte können wir nun umsetzen. Auch wenn Corona derzeit alle Prozesse verlangsamt, hoffe ich, dass wir noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten anfangen können", so Burkert. Dann wolle die Gemeinde jedes Jahr einen weiteren Punkt in Angriff nehmen und das komplette Vorhaben Schritt für Schritt umsetzen. 

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