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Friedhofsmauer ist weggebaggert

Für die Autofahrer an der Kötzschenbrodaer Straße bleibt die Ampel aber noch mindestens zwei Wochen stehen.

Von Peter Redlich

Kleine Bauberatung gestern Vormittag auf dem Friedhof am Gottesacker. Der erste große Schritt, Abriss der einsturzgefährdeten Mauer, ist fast bewältigt. Im Hintergrund der Experten von der Friedhofsverwaltung, dem Landeskirchenamt und vom Planungsbüro Stöhr Ingenieure aus Dresden agiert der Baggerfahrer.

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Das Südtor am Friedhof steht noch. Die Sandsteinpfeiler sollen geborgen und in jedem Fall wieder verwendet werden, sagt Susanne Meyer, diplomierte Bauingenieurin und für die Planung von Abriss und Wiederaufbau der Mauer zuständig.

Die Toreinfassung war im Wege, als die acht Grüfte direkt an der Mauer geräumt werden mussten. Das sei in der letzten Woche geschehen, sagt Thomas Große von der Friedhofsverwaltung. Reichlich mannshoch sind die inzwischen historischen Grabstätten, aus denen sterbliche Reste umgebettet wurden.

Stehen bleibt noch der untere Sockel von der Mauer. Der Friedhof liegt etwa 80 Zentimeter höher. Der Sockel hält das Erdreich zur Straße hin fest. Vorerst jedenfalls, bis im September der Neuaufbau der Mauer beginnen kann. „Ende Juni wollen wir hier die Abrissarbeiten beenden“, sagt Susanne Meyer.

Danach, so sei es mit der Stadt abgesprochen, soll auch die Straßensperrung aufgehoben werden. Ein weiterer Zaun und eben der genannte Sockel, sollen es möglich machen, dass selbst der Fußweg an der ehemaligen Mauer nutzbar wird. Jedenfalls vorübergehend über den Sommer.

Im September soll der Neubau der Mauer beginnen. Fest steht, dass der Kern der neuen Trennung zu Fußweg und Straße aus Stahlbeton ist. An der Außenseite bekommt die Mauer eine Verblendung mit rötlichem Meißner Granit. Die Innenseite bleibe Beton und so aufgeraut, dass es wie frischer Putz aussieht. Susanne Meyer: „Das hält länger als Putz.“

Damit die Mauer auch wirklich lange steht und nicht bei Grundwasserunterspülungen, wie 2013 geschehen, ins Schwanken gerät, soll sie ordentlich gegründet werden. Derzeit werde noch einmal überprüft, wie tief die Mauer in die Erde reichen soll. Höchstwahrscheinlich, so sagt die Planerin, genauso tief, wie die Grüfte sind. „Mehr als zwei Meter reichen die ins Erdreich“, sagt Thomas Große. Vor den Grüften wäre dann ein Schutz vor Grundwasser vorhanden, der dort Ausspülungen bei Hochwasser verhindert, wie sie jetzt festgestellt worden sind.

Tief wie die Grüfte

Der Fuß der Friedhofsmauer mit ihrer Länge von gut 200 Metern hat kaum gesichert in einem Sandbett gestanden. Die daran angelegten Grabstätten mussten von Steinmetzen geborgen werden. Das dauerte. Der übrige Abriss ging zügig vonstatten. Seit März wird daran gearbeitet. Über ein halbes Jahr, vom letzten Herbst bis zum Frühjahr, brauchte die Denkmalbehörde für die Abstimmung zu Abriss und Bau.

Mit dem Neubau sowie dem Versetzen der Mauer etwas westlicher am alten Friedhof – für einen breiten Bürgersteig – werden Kosten von rund einer Million Euro zusammenkommen. Die Planerin sagt, dass auch die Aufbauarbeiten über Monate dauern. Voraussichtlich bis zum Frühjahr 2015.