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Friedrich findet die Erfolgsspur

Allerdings klappt es nur im Viererbob richtig gut. Ein anderer Pilot protestiert mit zwei Frauen gegen eine Regeländerung.

© dpa

Von Thomas Weitekamp

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Die Dresdner Eislöwen gehen ohne Georgiy Saakyan in die neue Saison.

Auch das Sorgenkind unter den deutschen Bob-Piloten konnte gestern wieder lachen. Nur um einen Wimpernschlag hatte Francesco Friedrich beim Weltcup in St. Moritz seinen ersten Sieg im Viererbob verpasst, mit Platz zwei hinter dem starken Letten Oskars Melbardis meldete sich der 24-Jährige einen Monat vor der WM eindrucksvoll zurück. „Wir sind total zufrieden, es geht wieder aufwärts“, sagte Friedrich, „das waren endlich mal wieder zwei gute Fahrten.“

Denn der Zweier-Weltmeister feierte damit seinen ersten Podestplatz seit dem Rennen in Calgary, das war im Dezember, und Friedrich hatte seitdem Woche für Woche durch kleine Fehler viel Zeit in den Eisbahnen liegen lassen. Das gute Ergebnis der Männer im Vierer rundeten Weltmeister Maximilian Arndt (Oberhof) und Shootingstar Nico Walther (Riesa) auf den Plätzen drei und vier ab – überstrahlt wurde auch ihre Leistung allerdings vom Erfolg der Frauen im Nobel-Skiort.

Schon am Sonnabend hatten Anja Schneiderheinze und Cathleen Martini für den ersten Doppelsieg der deutschen Pilotinnen seit zwei Jahren gesorgt. „Als Erster anzukommen, das ist gerade hier in St. Moritz traumhaft“, sagte Schneiderheinze: „Ich bin total glücklich. Es waren super Starts und zwei ordentliche Fahrten.“

Die Erfurterin vertraute dabei erneut auf die Leichtathletin Annika Drazek als Anschieberin, „sie bringt mich nach vorne und macht das sehr gut“, sagte Schneiderheinze. Spätestens mit der Leistung auf der einzigen Natureisbahn im Weltcup-Kalender gehören nun plötzlich die deutschen Frauen zu den Medaillenkandidatinnen bei der WM in Winterberg in vier Wochen.

„Das war so nicht zu erwarten“, sagte Bundestrainer Christoph Langen. Noch bis zum Jahreswechsel gehörte Martini nicht mal zum Weltcup-Team, die 32-Jährige war aussortiert worden, weil ihre Startzeiten zu schwach waren. „Mit den Leistungsvorgaben haben wir ihren Ehrgeiz geweckt“, sagte Langen. Anfang Januar bekam sie eine neue Chance, gewann den vergangenen Weltcup am Königssee und bildet mit Schneiderheinze nun ein starkes Gespann.

Trotz Friedrichs starkem Auftritt im Vierer offenbarten die Männer allerdings auch Schwächen. In seiner Spezialdisziplin zeigte sich der Sachse am Sonnabend wackelig und landete im Zweier nach einem guten ersten Lauf letztlich mit einigem Abstand nur auf Rang vier.

Für eine der Geschichten des Wochenendes sorgte zudem Ex-Weltmeister Beat Hefti. Der 36-Jährige trat mit Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig und Siebenkämpferin Linda Züblin im Vierer an den Start – und wurde abgeschlagen Letzter. Es war eine einkalkulierte Niederlage. Mit der ungewöhnlichen Besetzung protestierte Hefti gegen umstrittene neue Regelungen des Weltverbandes FIBT, die seit wenigen Wochen Rennen in beiden Klassen vorschreibt. „Hätte ich zwei Anschieber suchen sollen, mit denen ich nie trainiert habe? So kriegt der Bobsport wenigstens etwas Aufmerksamkeit“, hatte Hefti seine Entscheidung begründet. (sid)

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