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Friedrichstadt bekommt neue Einkaufspassage

Ein Thüringer Bauunternehmer hat das Konzept der Florana AG überarbeitet. Jetzt soll im neuen Zentrum auch gewohnt werden.

Von Linda Barthel

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Bislang wird die Grünfläche an der Ecke zwischen Friedrich- und Weißeritzstraße nur von Fußgängern genutzt, die den Weg zur Straßenbahnhaltestelle abkürzen wollen. Noch in diesem Jahr soll auf dem Areal jedoch der erste Spatenstich für eines der größten Projekte im Stadtteil gemacht werden. Der Suhler Bauunternehmer Heinrich Nenninger will hier die Friedrichstadt-Passage errichten, ein Einkaufszentrum mit Parkdeck und Wohnungen in den Obergeschossen. „Im Frühjahr werden wir unseren Bauantrag einreichen und ein halbes Jahr später wollen wir mit dem Bau beginnen“, sagt der Geschäftsführer der Firma Bauwi Suhl.

Der Suhler Bauunternehmer Heinrich Nenninger will auf dem Areal an der Weißeritzstraße die Friedrichstadt-Passage bauen. Foto: Sven Ellger
Der Suhler Bauunternehmer Heinrich Nenninger will auf dem Areal an der Weißeritzstraße die Friedrichstadt-Passage bauen. Foto: Sven Ellger

Die Pläne: Ursprüngliches Konzept der Florana AG wurde stark überarbeitet

Pläne, auf dem Friedrichstädter Grundstück ein Einkaufszentrum zu errichten, gibt es schon lange. Der Weimarer Bauträger Florana hatte bereits vor Jahren das Konzept für einen vierstöckigen Komplex mit einer Gesamtfläche von 7.250 Quadratmetern erarbeitet. Geschäftsführer Heinz Nettekoven wollte zügig mit dem Bau des 16-Millionen-Projekts beginnen. Die ersten Geschäfte sollten Anfang 2012 eröffnen. Doch dazu kam es nie. Nettekoven musste mit seiner Firma Florana im Juli vergangenen Jahres Insolvenz anmelden.

Doch damit ist das Thema Friedrichstadtpassage nicht vom Tisch. Denn Bauwi-Geschäftsführer Heinrich Nenninger war von Anfang an am Projekt beteiligt und hat das Bauvorhaben mittlerweile übernommen. „Ich habe mit Heinz Nettekoven bereits in Suhl ein Einkaufszentrum gebaut, und die Zusammenarbeit war gut. Als ich hörte, dass es hier Probleme gibt, habe ich die Projektentwicklung übernommen“, sagt Nenninger. Dessen 1990 gegründete Firma mit knapp 90 Mitarbeitern ist eigentlich auf Rohbauten und schlüsselfertige Häuser spezialisiert. „Ich war damals an den Grundstückskäufen beteiligt. Da steckte also schon Geld drin. Deshalb wollte ich das Vorhaben auch unbedingt zu Ende führen.“ Schon jetzt habe er über eine halbe Million Euro investiert. Am Ende würden es rund zehn Millionen sein.

„Unser Ziel ist es, diesen Herbst mit dem Bau zu beginnen und in anderthalb Jahren damit fertig zu werden“, so Nenninger. Die Friedrichstadt-Passage ist eines seiner ersten Projekte in Dresden. Derzeit baut der Suhler unter anderem die 100-Meter-Schanze in Oberhof und errichtet dort auch einen neuen Busbahnhof.

Die Passage: Große Supermarktkette mietet 2.000 Quadratmeter an

Mehr als die Hälfte der Ladenfläche im Erdgeschoss der Passage wird später eine Supermarktkette anmieten. „Sie möchte aber noch nicht genannt werden“, sagt Nenninger. Auch für die anderen sieben weitaus kleineren Geschäfte gibt es schon Vorstellungen. So zieht eine Fleischerei auf knapp 200 Quadratmeter. „In die anderen Läden kommen eventuell ein Imbiss, eine Apotheke, eine Drogerie oder ein Café“, so der Investor. Mit insgesamt 3.300 Quadratmetern sei die Verkaufsfläche im Vergleich zu Nettekovens Plänen um mehr als 1.000 Quadratmeter verkleinert worden. „Das haben sich die Anwohner so gewünscht, und wir kommen ihnen da auch entgegen“, sagt Nenninger.

Diese waren außerdem gegen zu viele Autostellplätze. Deshalb änderte der Thüringer auch hier das Florana-Konzept. Statt wie zunächst vorgesehen 255 Plätze auf zwei Etagen, wird es später 120 Autostellflächen auf einer Etage geben. Aufs Parkdeck gelangen die Besucher über eine Zufahrt an der Weißeritzstraße. Über diese bekommen die Läden später auch ihre Waren geliefert.

Auf dem Außengelände sind keine Parkplätze geplant. Hier entsteht ein grüner Innenhof, der durch das neue Eckgebäude vor dem Straßenlärm geschützt wird. „Einen Teil der Bäume, die jetzt noch auf dem Areal stehen, müssen wir fällen. Dafür wird aber an anderer Stelle neu gepflanzt“, so Nenninger.

Die Wohnungen: Auf drei Etagen sollen später Studenten leben

Der Wohnungsbau wurde komplett neu in die Pläne der Friedrichstadt-Passage aufgenommen. In den drei Geschossen über dem Parkdeck sollen später vor allem Studenten leben. „Wir bauen 41 Mietwohnungen, die zwischen 25 und 30 Quadratmeter groß sein werden“, sagt der Bauwi-Geschäftsführer. Außerdem seien zwei Büroflächen im Gebäude geplant. „Die Stadt wollte auf dem Grundstück keinen kompletten Flachbau, weil das optisch nicht gepasst hätte“, erklärt Nenninger. Deshalb wurden die drei Wohntürme an den beiden Enden und in der Mitte des Neubaukomplexes ins Konzept aufgenommen.