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Frisch Geräuchertes für Westverwandte

Den Edeka Bühler in Döbeln gibt es seit zehn Jahren. Im Laufe der Jahre hat die Mannschaft schon einiges mitgemacht - nicht zuletzt die Corona-Krise.

Ivonne Bühler hatte den Edeka-Markt an der Breitscheidstraße vor zehn Jahren übernommen. Die gelernte Einzelhandelskauffrau war zuvor schon Leiterin des Marktes.
Ivonne Bühler hatte den Edeka-Markt an der Breitscheidstraße vor zehn Jahren übernommen. Die gelernte Einzelhandelskauffrau war zuvor schon Leiterin des Marktes. © Lutz Weidler

Döbeln. Eigentlich hatte Ivonne Bühler zum runden Jahrestag mit ihrer Mannschaft ein großes Fest geplant. Mit Verkostungen und solchen Dingen. Aber die Pandemie hat die Pläne zunichte gemacht. „Vielleicht holen wir es später nach. Mal sehen, was Corona noch bringt. Wir planen nicht so weit voraus“, sagte sie.

Der Markt ist bisher ganz gut durch die Corona-Krise gekommen. „Am Anfang haben wir es am Umsatz gemerkt. Jetzt hat sich das wieder normalisiert. Aber die Leute werden wieder etwas nachlässiger. Da wird dann manchmal schon der Mundschutz weggelassen oder kein Wagen genommen“, sagte Ivonne Bühler. Die Mitarbeiter müssen den Mundschutz den ganzen Tag tragen. Eine lästige Pflicht, aber Gewöhnungssache.

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Vor zehn Jahren hatte die heute 44-Jährige den Edeka-Markt an der Döbelner Breitscheidstraße übernommen, der bis dahin von der Handelsgenossenschaft selbst geführt wurde. „Der Markt war damals ausgeschrieben. Ich war da schon einige Jahre Marktleiterin“, erzählte Ivonne Bühler. Sie habe sich in den Abläufen im Markt ausgekannt. Ein bisschen unkalkulierbares Restrisiko war aber dabei, „Ich musste plötzlich alles selbst entscheiden, was sonst immer abgenommen wurde“, sagte die Händlerin. „Dazu kam noch, dass mein Kind zu diesem Zeitpunkt erst ein halbes Jahr alt war.“

Markt nach Hochwasser abgerissen

Im Markt von Ivonne Bühler arbeiten derzeit 24 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu kommen 19 Pauschalkräfte. „Wenn man von 7 Uhr bis 20 Uhr geöffnet hat, braucht man so die Leute.“ Die Chefin hatte das Metier selbst von der Pike auf gelernt. Ihre überbetriebliche Ausbildung zur Handelskauffrau hatte sie in Riesa abgeschlossen, wo sie bei Edeka schon ihr Praktikum absolvierte und später arbeitete. Dann war sie als Marktleiterin nach Döbeln gekommen. 

Und sie hat seitdem turbulente Zeiten mitgemacht. Nämlich zwei Hochwässer, die jedes Mal auch den Markt auf der Muldeninsel erwischten. „Nach dem ersten Hochwasser 2002 waren wir für ein Jahr im Verkaufszelt“, sagte sie. Der alte Markt, der damals noch einen abgetrennten Getränkehandel hatte, wurde vom Eigentümer Kowa abgerissen und komplett neu gebaut.

Beim Hochwasser 2013 stand die Mulde wieder etwa 1,50 Meter hoch im Markt. „Die Ware war futsch. Auch das, was nicht im Wasser war. Die Gipskartonwände kamen raus und Trockner wurden reingestellt. Wir hatten damals drei Monate zu“, erzählte die Chefin. Aus der Katastrophe war damals für den Markt auch etwas Positives erwachsen. Zum Beispiel war neue effizientere Kühltechnik eingebaut worden, die mit deutlich weniger Energie auskommt.

So sieht das Edeka in Döbeln heute aus.
So sieht das Edeka in Döbeln heute aus. © Erik-Holm Langhof

Chefin sucht noch Nachwuchs

Manches hat sich im Laufe der Jahre verändert. Backshops gehören heute zur Ausstattung von allen Lebensmittelmärkten. Und auch bei Edeka Bühler kommen die Brötchen frisch aus dem Ofen. „Das ist die Zukunft. Im vergangenen Jahr hatten wir Ofen und Auslage erneuert. Wir haben auch zwei Sorten Brot. 

Der Kuchen wird von den Kunden ebenfalls sehr gut angenommen“, sagte Ivonne Bühler. Auch die Fleisch- und Wursttheke ist der Bringer. „Die Kunden lieben die Theke“, sagte die Marktchefin. „Wir räuchern selbst. Nicht nur Wurst und Schinken, sondern auch Fisch und Käse. Manche Kunden schicken das zu ihren Verwandten in den Westen.“

Salate kommen ebenfalls aus der markteigenen Fleischerei. „Und unsere Gallertschüsseln sind der Renner. Da kommen wir manchmal mit dem Produzieren nicht hinterher.“ Regionale Produkte laufen auch sehr gut. „Mardersenf zum Beispiel bestellen wir in Massen.“

Manche der Mitarbeiterinnen sind schon lange dabei. „Zwei sind damals aus Riesa mit hergekommen. Ich habe auch schon drei oder vier Mitarbeiterinnen in die Rente begleitet.“ Nachwuchs ist gern gesehen. Edeka Bühler bildet aus. „Ich suche noch junge Leute für dieses Jahr, die Einzelhandelskaufleute werden wollen.“

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