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Frische Farbe für das Schillerhäuschen

Am Karfreitag startet das kleinste Museum der Stadt in die Saison. Möglich wird das durch eine Gruppe von Idealisten.

Von Kay Haufe

Die Fassade hat sonniges Gelb angelegt. In Grün leuchten die Fensterläden. Plötzlich steht das kleine Gartenhäuschen an der Schillerstraße wieder im Mittelpunkt. „Wir sind froh, dass die äußere Hülle jetzt ein bisschen schöner geworden ist“, sagt Winfried Ripp. So gelingt der Start in die neue Museumssaison noch besser, hofft der Chef der Dresdner Bürgerstiftung.

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Er hat das Schillerhäuschen 2005 aus dem Dornröschenschlaf geholt, obwohl er damit eigentlich gar nichts zu tun hat. Denn das Grundstück wurde nach der Wende verkauft und mit ihm die Pilgerstätte von Schiller-Liebhabern. Allerdings gelang es der Stadt, einen langfristigen Mietvertrag mit den Eigentümern auszuhandeln. Sie selbst verpflichtet sich darin, für die Ausstattung und die Innensanierung zu sorgen. Die Besitzer sind für die äußere Hülle zuständig. „20 Mitglieder unserer Stiftung sichern die Öffnungszeiten an Wochenenden und Feiertagen ab“, sagt Ripp.

Doch trotz des frischen Anstrichs ist im Gartenhaus, in dem Friedrich Schiller einst auf Einladung seines Freundes und Gönners Christian Gottfried Körner arbeitete, noch viel zu tun. „Der Boden und die Fundamente waren voller Feuchtigkeit, die auch in den Putz gestiegen ist“, sagt Ripp. Er zeigt auf schadhafte Stellen im Sockelbereich. Diese sind nur notdürftig ausgebessert. „Wir haben in Abstimmung mit dem Denkmalschutz das Fundament durchsägen lassen. So kann die Nässe nicht weiter eindringen“, sagt Ripp. Auch der Schornstein, der nur eine Attrappe auf dem Sommerhäuschen ist, wurde mittlerweile repariert. Durch ihn lief vorher Wasser auf den Dachboden. Abbröckelnde Farbe war die Folge. „Das Geld für die Innensanierung haben wir sogar schon auf dem Konto“, sagt der Chef der Bürgerstiftung. Voraussichtlich Anfang 2015 könnte es damit losgehen. Dann wird auch der Anstrich im Häuschen von Restauratoren erneuert.

Heute präsentiert sich die Umgebung des Gartenhäuschens übrigens ganz anders als zu Schillers Zeiten. Der Dichter floh 1785 nach Dresden. Weinreben wuchsen damals auf dem gesamten Elbhang. Der Blick war frei, die Elbe lag zu Füßen der Betrachter. Schiller habe die harmonische Atmosphäre des Körnerschen Weinbergs genossen, heißt es auf der Internetseite des Museums. Oft zog sich der Dichter in das kleine Gartenhäuschen zurück, arbeitete am Manuskript des „Don Carlos“ und vollendete die Ode „An die Freude“. Doch er hat mit seinen Freunden auch dort gefeiert.

An diesen Aufenthalt Friedrich Schillers erinnert das bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingerichtete Schillerhäuschen. Unklar ist, ob es schon zu Schillers Zeiten so ausgesehen hat, sagt Winfried Ripp. Denn die erste bildliche Darstellung stammt aus einem Jahr nach Schillers Tod. Für die Besucher ist es jedoch der lokale Fixpunkt ihres verehrten Dichters, ein symbolischer Gedenkort für Literatur und Freiheitsfreude, wie es die Bürgerstiftung beschreibt.

„Ein Knopf seiner Weste ist der einzige Original-Besitz Schillers, den wir hier ausstellen“, erklärt Winfried Ripp. Gerade einmal 21 Quadratmeter Ausstellungsfläche gibt es im Museum. Es beherbergt neben einer obligatorischen Schiller-Büste auch die Bilder seiner Dresdner Freunde. Besonders ausgefallen ist ein Schriftstück von Matz Griebel, dem einstigen Direktor des Stadtmuseums. Es ist eine Eingabe Griebels von 1984 an den Generaldirektor der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der DDR, worin er den baulichen Zustand des Schillerhäuschens kritisiert.

Schillerstraße 19, geöffnet sonntags und feiertags 10 – 17 Uhr, keine Parkplätze auf dem Grundstück vorhanden