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Frische Fliesen für den Strömungskanal

Hoyerswerda. Innerhalb von zwei Wochen wird das Lausitzbad für die Besucher herausgeputzt.

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Von Mirko Kolodziej

Mehr als zwei Millionen Liter Wasser abzupumpen dauert eine Weile und deshalb hat Gustav Rickhoff in der Nacht von Sonntag zu Montag nicht geschlafen. Er ist Hausmeister im Lausitzbad und hat das Leeren der Becken für die jährlichen Reinigungs- und Wartungs-Arbeiten überwacht. Sonntagabend wurden die vier Pumpen angeworfen, Montagmittag schlurften sie die letzten Reste des 25-Meter-Beckens leer und Rickhoff war die ganze Zeit dabei: „Da kann man ja nicht wegrennen.“

Knappe zwei Wochen hat die Badbelegschaft nun Zeit, Reinigungsarbeiten und Reparaturen hinter sich zu bringen, während am Eingang das Schild „Kassenschluss“ darauf hinweist, dass hier bis Ende des Monats nicht mehr kassiert wird. Schwimmmeister Matthias Brauer sagt, Fußböden, Leitern, Wände und auch das Piratenschiff würden derzeit mit Schrubbern und Hochdruckreinigern bearbeitet: „Es gibt keinen Fleck im Bad, der nicht gereinigt wird.“ Dazu kommen die Instandhaltungsarbeiten. So wird heute eine Filterklappe ausgetauscht. Außerdem werden zum Beispiel am Boden des 25-Meter-Beckens Kacheln und ihr Beton-Untergrund ausgewechselt, weil sich auf der Fliesen-Oberfläche Rostflecken gebildet hatten. Auch im Strömungskanal am Familienbecken sind Fliesenleger zugange. Ein Teil der Röhre war nämlich bisher nur mit wasserfester Farbe versehen. Einen frischen Anstrich bekommen unter anderem der Sprungturm am 25-Meter-Becken und die Edelstahltreppe über dem Strömungskanal. Während dessen liegen die 34 Schwimmreifen aus dem Familienbecken an dessen Rand aufgestapelt. Ab Sonnabend sollen die Becken dann wieder mit frischem Wasser befüllt werden, dessen Qualität am Dienstag darauf die Hygiene kontrollieren kommt. Unter anderem wird sie den Chlorgehalt und die Reinheit des Wassers unter die Lupe nehmen, die auch für ein interessantes Farbspiel im 25-Meter-Becken verantwortlich sind, erklärt Hausmeister Rickhoff: „Die Leute gucken immer ganz erstaunt, wenn sie im leeren Becken die weißen Kacheln sehen.“ Während des normalen Badbetriebs lassen Lichtbrechung und -beugung sie durch das Wasser nämlich nur blau erscheinen. Wenn aber das Becken am Wochenende zunächst mit unbehandeltem Trinkwasser gefüllt ist, werden sie grünlich schimmern.

Gleichzeitig mit der Bad-Wiedereröffnung am 28. Juli wird auch der neue Sauna-Garten in Betrieb genommen. Noch sind dort die Handwerker zugange und richten unter anderem die vier Saunahütten ein, die aus echtem sibirischen Holz gebaut sind und die nach finnischen Städten benannt sein werden (siehe Kasten). Die Wege im Außenbereich haben eine Fußboden-Heizung bekommen, damit im Winter niemand ausrutscht, und abends wird der Saunagarten von Scheinwerfern beleuchtet sein, erklärt Bad-Betriebsleiterin Petra Zickler: „Wir haben schon Lichtproben gemacht. Das sieht richtig gut aus.“ Noch ein wenig gedulden müssen sich die Saunafreunde bis zur Eröffnung des neuen Sozialgebäudes, das es unter anderem ermöglichen soll, die Schwitz-Einrichtungen besuchen zu können, ohne sich an der Bad-Kasse anstellen zu müssen. Zwar ist hier unter anderem die Duschwasser-Aufbereitung schon eingebaut, aber die Fertigstellung des neuen Traktes ist erst für den Herbst vorgesehen.