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Frische Luft gegen Frust

Die Ebersbacher Sozialarbeiter helfen Jugendlichen bei Problemen. Immer öfter brauchen auch Eltern Unterstützung.

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© Bernd Gärtner

Von Romy Kühr

Ebersbach. Wie viele Stufen hat der Bismarckturm? Und was kann man eigentlich alles sehen, wenn man oben ist? Mit diesen Fragen haben sich am Freitag Schüler der fünften Klassen von der Andert-Oberschule in Neugersdorf beschäftigt. Anschließend ging‘s durch den Neugersdorfer Stadtwald, wo die Mädchen und Jungen an verschiedenen Stationen Spannendes entdecken konnten. Solche Aktionstage mit Schülern sind ein Schwerpunkt der Arbeit von Jürgen Heider und Karina Triquet. Für den Internationalen Bund (IB) arbeiten die beiden Sozialpädagogen seit Jahren im Oberland. Sie beraten Jugendliche bei Problemen und arbeiten eng mit den Schulen zusammen. Mit verschiedenen Angeboten wollen sie Kinder und Jugendliche fit für die Zukunft machen.

IB-Beratungsstelle: Sachsenstraße 36 in Ebersbach,  03586 364958

Angeboten für Kinder und Jugendliche in Ebersbach

Wandertage: Waldrallye für mehr Zusammenhalt

Die Rallye durch den Wald, die jetzt Schüler der Andert-Oberschule erlebten, soll den Mädchen und Jungen helfen, sich besser kennenzulernen und den Einstieg in der neuen Klasse erleichtern. Denn die Fünftklässler sind erst neu gestartet an der Oberschule. „Sie müssen im Team Aufgaben lösen, sich untereinander helfen“, erklärt Sozialpädagoge Jürgen Heider den Sinn der Aktion. Das helfe ihnen, sich in der neuen Klasse zurechtzufinden und mit dem Mitschülern klarzukommen. „Und sie lernen uns als Jugendberater kennen“, ergänzt Jürgen Heider. „So wissen sie, dass wir Ansprechpartner sind, an die sie sich bei Problemen wenden können.“ Außerdem würden viele Eltern mithelfen bei der Organisation. Auch für sie biete sich bei der Gelegenheit die Möglichkeit, die Sozialpädagogen kennenzulernen. Denn genauso wichtig wie für die Kinder sei es auch für die Eltern, einen Ansprechpartner zu haben. Die Aktionstage veranstalten Triquet und Heider auch mit anderen Schulen.

Aufklärung: Aktionen gegen Drogenmissbrauch

Ein Schwerpunkt, der die Sozialarbeiter beschäftigt, ist der Drogenmissbrauch unter Jugendlichen. Das fängt beim Schnüffeln von Deo in der Schule an und führt bis hin zum Crystal-Konsum. Nun wollen sie gezielt der Frage auf den Grund gehen, warum Jugendliche überhaupt zu Drogen greifen. Das soll Thema eines Elternabends sein, den die Sozialarbeiter planen. Die Idee ist, dass ein Aussteiger berichtet, was ihn zum Drogenkonsum gebracht hat. Derzeit werden noch ehemalige Drogenkonsumenten gesucht, die bereit sind, über ihre Erfahrungen zu berichten und über Folgen aufzuklären. Auch in Schulen ist Sucht offenbar ein Thema. Die Einrichtungen fragen verstärkt nach Aktionen wie dem Mitmach-Pfad, den die Sozialarbeiter anbieten, berichtet Jürgen Heider. Bei diesem Projekt geht es an verschiedenen Stationen um die Themen Alkohol, Drogen und Rauchen – also um verschiedene Suchtmittel.

Berufsberatung: Firmenführungen für fitte Azubis

Immer mehr Lehrstellen bleiben unbesetzt, Firmen suchen motivierte Lehrlinge. Damit Schüler und Unternehmen zusammenfinden, besuchen die Ebersbacher Sozialarbeiter gemeinsam mit den Schülern Betriebe. Das beginnt schon jeweils in der siebenten Klasse mit ersten Betriebsbesichtigungen, erzählt Jürgen Heider. Dabei können die Schüler den Fachleuten über die Schulter schauen oder auch selbst ein paar Handgriffe ausprobieren. So sollen sie schon vor der Bewerbung herausfinden, welcher Beruf zu ihnen passt. Zum Einen soll erreicht werden, dass weniger junge Leute die Lehre abbrechen. Zum Anderen haben die Schüler so ein festes Ziel vor Augen und strengen sich in der Schule entsprechend an.

Elternbildung: Hilfe bei Erziehungsproblemen

Immer öfter stellen Karina Triquet und Jürgen Heider fest, dass Eltern mit der Erziehung überfordert sind, Fragen haben oder Hilfe brauchen. „Abenteuer Pubertät“ lautet deshalb zum Beispiel der Titel eines Seminars, das Triquet und Heider anbieten. Ein weiterer Elternkurs zum Thema Kommunikation soll im Herbst starten. Es soll unter anderem darum gehen, wie man Kindern auch Grenzen aufzeigt. „Wenn sie keinen Respekt lernen, wird das zu einem gesellschaftlichen Problem insgesamt“, so Jürgen Heider. Elternkurse werden zu verschiedenen Schwerpunkten angeboten: Medien, Drogen, Kommunikation, Pubertät. Eltern können sich bei den IB-Beratern melden. Kommen acht Interessenten zusammen, organisieren sie einen Kurs.

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