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Frische Luft im Zuschauerraum

Bautzen. Mit demUmbau des Theater-Haupthauses werdenjetzt die Auflagen zurSicherheit und zumWärmeschutz erfüllt.

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Von Carmen Schumann

Die Gefahr ist den Zuschauern sicher nicht bewusst gewesen, die in den Jahren vor seiner Schließung das Haupthaus des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters an der Bautzner Seminarstraße besuchten. Aber die brandschutztechnischen Verhältnisse waren, so weiß man heute, katastrophal. So existierte beispielsweise kein „Eiserner Vorhang“, der im Brandfall die Bühne vom Zuschauerraum abtrennt. Es gab lediglich die Möglichkeit, eine Sprinkleranlage am Stoffvorhang in Betrieb zu setzen. Holztreppen um die Bühne herum wären sehr leicht entflammbar gewesen. Ganz zu schweigen von den Elektroinstallationen, die ebenfalls stark zu wünschen übrig ließen.

Inzwischen hat der Umbau des Haupthauses auch von außen sichtbare Konturen angenommen. „An der Substanz des Gebäudes sind allerdings weniger Veränderungen vorgenommen worden, als man vielleicht annehmen könnte“, erklärt Dietmar Kreusch, Projektmanager des Bautzner Landratsamtes. „Die Anbauten, welche das Gebäude kompakter wirken lassen, widerspiegeln die Notwendigkeit, die sicherheitstechnischen Einrichtungen auf den neuesten Stand zu bringen.“ Ein Beispiel dafür ist der Aufbau über dem Haupteingang. Dieser dient keineswegs nur dekorativen Zwecken, sondern beherbergt die gesamte Lüftungs- und Klimatechnik. Der zwölf Meter lange kompakte Schaltschrank hätte anderswo nirgends Platz gefunden.

Glücklich über Bühnenturm

Ein weiteres Beispiel ist der Bühnenturm, über den die Theaterleute sehr glücklich sind, weil jetzt die Kulissen endlich auf den so genannten Schnürboden hochgezogen werden können. Aber sein ursprünglicher und ureigenster Zweck ist es, den „Eisernen Vorhang“ aufzunehmen, der ebenfalls hoch droben auf einen Einsatz im Brandfall wartet. „Der Eiserne Vorhang kann ebenfalls durch Sprinkler gekühlt werden“, erläutert Dietmar Kreusch. Zum Glück haben die Projektanten vor dreißig Jahren die Möglichkeit ins Kalkül gezogen, dass sich einmal die Chance ergeben würde, einen Bühnenturm zu errichten, denn die Statik des Gebäudes ist darauf ausgelegt. So konnte es den neun Meter hohen Aufbau mühelos aufnehmen. Viel Wert wurde auf die Belüftung des Zuschauerraumes gelegt. Unter dem Saal wurde ein Hohlraum geschaffen und die einst vollkommen dichte Decke mit Lochblechen verkleidet, so dass die Luft jetzt zirkulieren kann. Für gute Akustik sorgen zudem die neuen, versetzt angeordneten Deckenplatten.