merken
PLUS

Frischer geht’s nicht

Die Dresdner Gourmet-Köche Georg Bauch und Gerd Kastenmeier waren in der Teichwirtschaft auf Karpfenfang.

Von Sven Görner

Bärnsdorf. Mitten auf dem Hof der Teichwirtschaft Moritzburg steht ein transportabler französischer Herd. Über den beiden Töpfen auf den Kochplatten steigt Dampf in die Höhe. Neugierig schaut Falk Hermann – Mitarbeiter und Hobby-Koch – in die beiden Edelstahlgefäße. „Die kochen ja auch bloß mit Wasser“, kommentiert er mit einem breiten Grinsen. „Und mit Salz“, ist die trockene Antwort von Georg Bauch.

Anzeige
Der Meister – höchstes Qualitätssiegel im Handwerk
Der Meister – höchstes Qualitätssiegel im Handwerk

Der Meister im Handwerk bietet alle Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. So zählt der Meisterberuf international zu den angesehensten Abschlüssen.

Die beiden Dresdner Gourmet-Köche Gerd Kastenmeier und Georg Bauch waren gestern auf der vorerst letzten Station ihrer „Mission Region“ in Bärnsdorf zu Gast, um für die Zuschauer von Dresden Fernsehen zwei Karpfen-Gerichte zuzubereiten. In Echtzeit. Das heißt, in nur 15 Minuten. Die Rezepte können leicht und schnell zuhause nachgekocht werden. Und das nicht nur zum Jahreswechsel. Denn Karpfenzeit, so Teichwirtschafts-Geschäftsführer Henry Lindner, ist in allen Monaten mit einem „R“. Also von September bis April. Der Teichwirt ist selbst gespannt, was die beiden Gäste aus seinem Karpfen zaubern. Er bereitet die Tiere am liebsten im Backofen zu. „Dass macht den wenigsten Aufwand.“

Gerdl und Schorsch – so steht es auf den blütenweißen Kochjacken – haben auf einem kleinen Tisch alles platziert, was sie für ihre Gerichte brauchen. Gerd Kastenmeier, er betreibt im Kurländer Palais sein Fischrestaurant „Kastenmeiers“, will ein „Gebackenes Karpfenfilet mit einem Kartoffel-Feldsalat und Sauce Tatar“ zubereiten. Sein Kollege hat sich für die unpanierte Variante entschieden. „Ich koche ein gebratenes Filet mit Rote-Bete-Minze-Gemüse, Honig-Chicorée und Süßkartoffeln.“

Während Gerdl für die Sauce Tatar zwei Eier hart kocht und eine Mayonnaise anrührt, schneidet Schorsch sein Gemüse. „Der Strunk des Chicorées ist extrem bitter, darum schneide ich ihn großzügig weg.“ Das Eierabschrecken ist bei gerade mal acht Grad kein Problem. Auch die Pellkartoffeln für den Salat sind, kaum dass das Wasser abgegossen ist, schon kalt. Vermutlich hätten die beiden Meisterköche nichts dagegen, wenn ihr schmuckes Küchenwunder neben Gas- und Elektrokochstellen auch noch ein offenes Feuer hätte.

Doch viel Zeit bleibt Gerdl und Schorsch ohnehin nicht mehr. Gerd Kastenmeier schneidet das Filet vor dem Panieren in Streifen. „Fischstäbchen auf Sächsisch“, witzelt er und bekennt, dass Karpfen eigentlich nicht sein Lieblingsfisch ist. Und seine Gäste teilen offenbar seinen Geschmack. „Wenn ich Karpfen auf die Karte bringen würde, würde den keiner essen“, ist sich der 44-Jährige sicher.

Georg Bauch sieht das etwas anderes. Er findet, dass der Karpfen unterschätzt wird. In der kleinen Gaststätte, die der 28-Jährige im Mai in Bannewitz eröffnet, will er dem Karpfen und anderen regionalen Spezialitäten eine Chance geben. Henry Lindner würde dann gern das Beliefern übernehmen. „Wir schlachten und liefern jeden Tag, ganz nach Wunsch der Kunden. Frischer geht’s nicht.“ Im Hofladen in Bärnsdorf gibt es übrigens nicht nur Karpfen im Stück – lebend oder küchenfertig – sondern auch Filets. Inzwischen wabert ein appetitlicher Kräuterduft in der Luft. Noch schnell anrichten, dann ist es Zeit zum Kosten. Und die „Mission Region“ ist zu Ende.

Die Sendung läuft im Dezember bei Dresden Fernsehen. Die Rezepte gibt es dann unter www.dresdenfernsehen.de