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Frisieren mit der Kettensäge

Die neuen Lieblingstiere der Wachauer Holzkünstlerin Karen Hobelsberger sind Bären. Ihre Werkstatt wächst weiter.

© Uwe Soeder

Von Thomas Drendel

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Wachau. Wenn Karen Hobelsberger sägt, dann ist sie durch nichts abzulenken: Das liegt einmal an den Ohrschützern, die sie wegen der lauten Kettensäge trägt. Vor allem aber ist sie konzentriert. Sie umrundet ihre Skulptur, setzt da einen beherzten Schnitt, korrigiert an der anderen Stelle, geht ein paar Schritte zurück. Der Blick ist immer auf das Stück Holz vor ihr gerichtet. Vor wenigen Minuten war das noch ein plumper Stamm. Jetzt wächst daraus ein Fuchs. Erst sind die groben Umrisse zu sehen, dann Kopf und Schnauze, schließlich Vorder- und Hinterläufe. Am Ende setzt sie dann mit dem vermeintlich groben Sägeblatt feinste Strukturen: Haarbüschel, die Augen, das Maul. Man fühlt sich an einen Friseur erinnert, der mit seinem Schneidegerät hier ein Haar stutzt oder dort eine Strähne zurückschneidet. „Bevor man lossägt, muss man die Figur schon vor Augen haben: die Größe, die ungefähren Proportionen“, sagt die drahtige Endvierzigerin. Zum Schnitzen ist sie als Jugendliche gekommen. Als Schülerin besuchte sie erstmals einen entsprechenden Kurs. Damals allerdings wurde noch mit den üblichen Schnitzutensilien gearbeitet. Pferde hat sie damals angefertigt. Sie stehen noch heute in ihrem Wohnzimmer. Später lernte sie dann einen Mann kennen, der Skulpturen anfertigte und ihr den Umgang mit der Kettensäge beibrachte. Von da an kam sie von der Säge nicht mehr los. Es ist für sie Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. Karen Hobelsberger ist gelernte Veterinäringenieurin. Sie verdient ihr Geld mit dem Vertrieb von Pharmaprodukten, ist also viel unterwegs in Arztpraxen und Kliniken.

Im Rödertal hat sie in vielen Orten ihre Spuren hinterlassen. So steht ein Wanderwegweiser an der Straße zwischen Feldschlößchen und Seifersdorf. Vor dem Gemeindeamt in Wachau wacht ein großer Bär von ihr und im gleichen Ort sind an der Hauptstraße die Augen Buddhas zu sehen. Dort musste eine Linde gefällt werden. Sie war morsch, der Eigentümer ließ den Stumpf stehen und bat Karen Hobelsberger, ihn zu verschönern. „Ich war zuvor in Nepal, da hatte ich die Idee mit Buddha“, erinnert sie sich. Das sichtbarste Zeichen der Künstlerin ist jedoch ihre Werkstatt an der S 177. Jeder, der vorbeikommt, sieht das Blockhaus an der Kreuzung nach Wachau. Es ist aus dicken Stämmen errichtet. Bis zu 25 Personen passen hier rein. Im Innern geht steht ein Kamin, Holzskulpturen sind an den Wänden zu sehen, es gibt lange Holzbänke und ein Sofa.

Neuauflage des Festivals

In diesem Jahr sind zwei Kurse fest eingeplant. Die Teilnehmer lernen dabei, eine Hütte aus Stämmen zu bauen, etwas als Gartenhaus oder als Sauna. Die Kurse finden vom 2. bis 6. März und vom 2. bis 6. November statt. Interessenten können sich noch anmelden. Ein Spielplatz mit Kletterfiguren einer Wippe und Rutsche soll in diesem Jahr ebenfalls begonnen werden. „Dazu treffe ich mich jetzt mit einem Mitarbeiter vom Tüv. Denn gerade bei einem Spielplatz gibt es jede Menge Vorschriften einzuhalten.“

Für die Zukunft ist auch die Errichtung eines zweiten Gebäudes geplant. Darin werden ein großer Sägeraum, Toiletten und eine kleine Teeküche untergebracht. Fest steht auch, dass nach der erfolgreichen Premiere des Kettensägefestivals im Sommer es eine Neuauflage geben wird. Unklar ist aber noch der Zeitpunkt.

Bei aller Arbeit will die zierliche Frau ihre Lieblingsbeschäftigung nicht aus den Augen verlieren. „Wegen der Schnitzerei habe ich schließlich die Werkstatt gebaut. Genug Holz ist vorhanden, Ideen gibt es auch. Jetzt brauche ich bloß die Zeit.“ Dann ist sie wieder ganz bei ihrer Skulptur.

Kontakt Hausbaukurs: 0174 3190382

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