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Frontal gegen einen Lkw

Ein junger Golffahrer verletzt sich schwer. Wie steht es um die Sicherheit auf der Molchgrundstraße?

Von Franz Herz und Egbert Kamprath

Ein VW Golf ist gestern Morgen um 7.15 Uhr auf der Molchgrundstraße von Schmiedeberg nach Oberfrauendorf frontal gegen einen Lkw gefahren. Der Zusammenprall war so heftig, dass bei dem Lkw eine Achse herausgerissen wurde.

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Der 24-jährige Golffahrer ist bei dem Unfall schwer verletzt worden. Er wurde um Unfallort versorgt und mit dem Rettungshubschrauber nach Dresden ins Krankenhaus geflogen, wie die Polizei informierte. Der Fahrer des Lkw, der aus Richtung Oberfrauendorf kam und Container geladen hatte, kam mit leichten Verletzungen davon. Er schilderte danach, dass er den Aufprall nicht verhindern konnte. Der Golf sei ihm entgegengekommen und ohne erkennbares Bremsen frontal gegen seinen Lkw geprallt. Es gibt die Vermutung, dass der Golffahrer von der Morgensonne stark geblendet war, sodass er nichts erkennen konnte. Die Polizei ermittelt aber auch andere denkbare Ursachen wie Unaufmerksamkeit oder technische Probleme.

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 70 000 Euro. Die Staatsstraße im Molchgrund war danach fünf Stunden lang gesperrt. Auch die Unfallforscher der TU Dresden kamen nach Schmiedeberg, um den Zusammenstoß zu untersuchen.

Nun ist dieser Unfall außerorts passiert, aber er facht auch in Schmiedeberg eine Diskussion wieder an, die schon seit Jahren läuft. Wie sicher ist die Molchgrundstraße? Denn die Straße ist eng, kurvig, steil und unübersichtlich – unabhängig davon, ob innerorts oder außerorts.

Man darf gar nicht daran denken, was passieren würde, wenn ein derartiger Unfall wenige Hundert Meter weiter unten im Ort Schmiedeberg passiert wäre. Dort sind um diese Zeit ja auch viele Eltern mit ihren Kindern unterwegs in den Kindergarten, der auch am Molchgrund liegt.

Zu ihnen gehörte bis vor Kurzem auch noch Falko Uyma (Freie Wähler), der auch Ortsvorsteher von Schmiedeberg und Stadtratsmitglied in Dippoldiswalde ist. „Der Molchgrund beschäftigt uns in Schmiedeberg schon lange. Wir haben das Problem auch vor der Bürgermeisterwahl auf der Einwohnerversammlung in Schmiedeberg wieder angesprochen“, berichtet Uyma.

Armin Zienert (Linke), ebenfalls Stadtrat und selbst Anwohner im Molchgrund, fordert schon lange ein Tempolimit an der Straße. „Eine Beschränkung auf 30 Stundenkilometer wäre eine klare Ansage für alle Kraftfahrer“, sagt er. An der Straße steht zwar seit Kurzem ein Schild „Achtung Kinder“. Rechtlich ist das aber schwächer als ein Tempolimit. Man muss jederzeit auf Kinder achten. Dann sind manchmal selbst 30 Stundenkilometer zu viel. „Aber wie soll das kontrolliert werden, und ob das jeder Kraftfahrer so beachtet?“ , hegt Zienert Zweifel.

In Schmiedeberg ist das Problem am Molchgrund besonders prekär, weil die Gehwege fehlen. Eine Lösung dafür wäre, die Straße auszubauen. Aber das würde wegen der engen Lage am Hang sehr aufwendig. Auch hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr derzeit keine Pläne, an diesem Abschnitt etwas zu unternehmen, wie es die Gemeinde Schmiedeberg wissen ließ. „Vielleicht kann jetzt ja Dippoldiswalde nach der Eingemeindung etwas bewegen“, sagt Uyma.