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Frostige Aussichten für Feuerwehr

Die Cunnersdorfer Kameraden brauchen einen warmen Platz für ihren Löschwagen. Der ist gefunden – kommt aber kaum vorm Winter.

© Daniel Schäfer

Von Katarina Gust

Gohrisch. Es ist ein Szenario, das sich kein Hausbesitzer vorstellen möchte. Das eigene Haus steht in Flammen, doch die örtliche Feuerwehr kann nichts tun, denn das Löschwasser im Tankwagen ist eingefroren. Für die Freiwillige Feuerwehr in Cunnersdorf klingt dieses Szenario nicht ganz abwegig. Der Grund: Die Einsatzkräfte brauchen dringend einen winterfesten Unterstand für ihr Tanklöschfahrzeug.

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Das Auto war bis vor Kurzem bei der Papstdorfer Feuerwehr im Einsatz. Nach deren Auflösung übernahmen die Kollegen in Cunnersdorf den Wagen. In das dortige Gerätehaus passt der „Neue“ allerdings nicht hinein. Das Fahrzeug ist zu groß. Das Gerätehaus in Cunnersdorf bietet gerade einmal Platz für den alten Barkas 1 000, mit dem die Feuerwehrleute bislang ausrückten. Das zweite Feuerwehrauto muss deshalb im Freien stehen – neben dem ehemaligen Blumenhaus im Ort. Dort kann es jedoch nicht mehr lange bleiben. Fallen die Temperaturen unter null Grad, droht das Wasser im Wagen langsam zu gefrieren. Im Brandfall wäre der Löschwagen dann nicht einsatzfähig. Ein Horrorszenario.

Das Problem lösen soll nun eine Fertigteilgarage. In der letzten Gemeinderatssitzung in Gohrisch haben die Räte den Weg für den Bau frei gemacht. Rund 40 000 Euro wird das Projekt laut Bürgermeister Heiko Eggert (parteilos) kosten. Die Garage soll neben dem ehemaligen Blumenhaus errichtet werden. Perspektivisch könne sie sogar vergrößert werden.

Eine zentrale Frage, die die Gemeinderäte jedoch umtreibt, ist das Wann. Kann die Garage noch vor dem Wintereinbruch genutzt werden? Ratschef Heiko Eggert gibt sich optimistisch, dass der Bau noch vor dem nahenden Winter fertig wird. Die Gemeinderäte hegen daran jedoch arge Zweifel. Denn es muss einerseits noch eine Baugenehmigung eingeholt werden. Andererseits starten gerade erst die Ausschreibungen für die Bauplanung, den Einbau der Bodenplatte und den eigentlichen Bau der Fertigteilgarage. Ein sportlicher Plan für den Spätherbst.

Und das ist nicht das einzige Problem, das die Gohrischer Gemeinderäte im Zusammenhang mit der Cunnersdorfer Feuerwehr sehen. Uwe Börner (Die Grünen) ist die Fertigteilgarage zu kurz gedacht. Er fordert generell ein Konzept für die Cunnersdorfer Wehr. Denn deren Domizil, hat keine Zukunft. Das Gerätehaus gleicht eher einem Schuppen und ist nicht gut gedämmt. Feuchtigkeit dringt in die Räume ein und greift die Schutzbekleidung an. Außerdem gibt es keine Toilette oder fließendes Wasser. Die Feuerwehr sucht deshalb generell nach einer Lösung – für die Mannschaft und die Technik.

Börner sprach in diesem Zusammenhang das leer stehende Blumenhaus an. Er brachte erneut den Vorschlag ins Spiel, das Glashaus zu einem Dorfgemeinschaftszentrum umzubauen. Eine Idee, die schon häufig zur Diskussion stand, bisher aber an den Finanzen gescheitert war. Die Kommune hatte schon einmal eine ordentliche Summe Geld in den Haushalt eingeplant, um das ehemalige Blumenhaus feuerwehrtauglich umzubauen. Doch das eingeplante Geld wurde für die Mehrkosten beim Kita-Neubau in Papstdorf benötigt. Auch der geplante Einbau eines Rolltores ist geplatzt. Mit der größeren Einfahrt hätte das neue Tanklöschfahrzeug problemlos Platz im Blumenhaus gefunden – nicht nur daneben. Vor diesem Hintergrund ist für Gemeinderat Uwe Börner der Bau einer Fertigteilgarage eine solide Lösung – „Besser als gar keine“, machte er deutlich.

Die wird auch gebraucht, sollte der Unterstand für das Löschfahrzeug doch erst im Frühjahr 2019 gebaut werden können. Dann muss das Cunnersdorfer Löschfahrzeug an anderer Stelle überwintern. Dieser Platz scheint inzwischen gefunden: im Gerätehaus in Papstdorf, wo das Fahrzeug bis zum Umzug nach Cunnersdorf stand. Dieses Objekt wird mittlerweile vom Bauhof der Gemeinde in Beschlag genommen. Bürgermeister Heiko Eggert hatte den Mitarbeitern die Räumlichkeiten nach dem Auszug der Papstdorfer Wehr zur Verfügung gestellt. Sie müssten mit einem Teil ihrer Technik ausziehen, damit das Löschfahrzeug wieder hinein passt.